Go Music / 08.10.2014, The Whistle, Kempen
Go Music Go Music-Session
The Whistle, Kempen
08. Oktober 2014
Stil: Rock
Konzertbericht

Artikel vom 15.10.2014


Joachim 'Joe' Brookes
Go Music Im Herbst 2014 nahm die Go Music wieder Fahrt auf und machte unter anderem Station im The Whistle, Kempen. Neben dem Organisator der Konzertreihe Martin Engelien und Thomas Lieven (Brings, Big Band der Bunderwehr, D1rty Dietz Band, Kid Rock, Stefan Raab) am Schlagzeug gab es zwei neue Gesichter zu bewundern. Einerseits war es der Sänger und Gitarrist Kai Sonnhalter sowie andererseits der Keyboarder Kai Werth.
Kai Sonnhalter ist in seiner künstlerischen Welt gleich mit mehreren Bands am Start. Unter anderem sind es Kai Sonnhalter Music, Tonsport, Kai Squared oder Klimaschock. Eine seiner weiteren Aktivitäten führt zu Thomas Blug und außerdem ist er bei Kai Werths Soul-Formation Werthsache aktiv. Ihn bringt man auch mit George McCray und Oli P. in Zusammenhang. Man durfte also gespannt sein auf welche musikalischen Pfade sich das Quartett um den Bassisten Martin Engelien begab.
Go MusicZwei Kais! Wie soll man die beiden Künstler auseinander halten? In diesem Bericht so: Kai Werth ist 'Keyboard-Kai' und Kai Sonnhalter ist 'Guitar-Kai'. Am Gesangsmikrofon waren beide aktiv. Eingeläutet wurde die Go Music-Session, mittlerweile im achtzehnten Jahr ihres Bestehens, durch das Instrumental "Respect". 'Keyboard-Kai' machte den Anfang der Solo-Vorstellungsrunde und zog den rockig-sphärischen Track in die Jazz-Ecke. Dabei kreierte er eine bedeutungsvolle Klangwelt, mit der er berechtigt den ersten Beifall bekam. 'Guitar-Kai' kam aus der ruhigeren Ecke und mit akzentuierten sowie akrobatischen Fretboard-Fahrten begab er sich immer mehr auf die Schwingen des Rock-Adlers.
Thomas Lieven stellte sich unter anderem mit schnellen Double-Bass-Einsätzen vor und Martin Engelien servierte dem zahlreich erschienenen Publikum eine furiose Vorspeise auf fünf Saiten.
Go MusicDie Nummer "Don't Stop The Music" sollte so etwas wie das Thema, der rote Faden durch das Konzert sein. 'Keyboard Kai' sorgte nicht nur mit seinen fingerfertigen Qualitäten auf den schwarzen und weißen Tasten für Aufmerksamkeit. Er war es, der den Song mit dezenten Beatbox-Klängen zu getragenen Keyboard-Sounds eröffnete und später auch noch einen tollen Scat-Gesang ablieferte. Es stellte sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt des Gigs die Frage, was dieser Musiker denn noch so alles drauf hatte.
Seals "Crazy" war 'Guitar-Kais' funkige Spielwiese. In seinem Alleingang begann er gleich in sphärisch-galaktischen Höhen und seine Finger befanden sich dabei nicht selten am oberen Ende des Griffbretts. Mit seinem Einsatz bediente er keine Klischees und sorgte, auch mit seinem emotionalen Gesang im Vergleich zum Original für prächtige Perspektivwechsel. Martin Engelien wählte eine äußerst melodische Gangart mit Wah Wah-Pedal-Einsatz für sein Solo und damit wurde es phasenweise richtig furios.
Go Music"Something Got Me Started" von Simply Red wurde durch diese Go Music-Besetzung zu einer Anti-Schubladen-Version umgebaut und in einen anderen Kosmos gebeamt. Erst als die Pause eingeläutet wurde, fiel einem auf, dass man mit Beginn des Auftritts den Alltag an der Garderobe abgegeben hatte.
Soul und Funk kombinierten wunderschön in "Get Lucky". 'Keyboard-Kai' gab sich völlig losgelöst, 'Guitar-Kai' regierte mit dem mächtigen Rock und Martin Engelien hatte in seinem Solo nicht den Faden verloren, sondern ihm war eine dicke Saite gerissen. Die Kais waren von den Socken und staunten nicht schlecht!
Die Setlist war auch mit relativ neuen Songs gefüttert worden. So gab es, wie Martin Engelien es gerne formuliert, eine »unvorherhörbare« Version von Pharrell Williams' "So Happy". Bei der herrlichen Latin-Gesangs-Eröffnung waren alle Augen auf 'Keyboard-Kai' gerichtet. Gerade durch das Talent der Musiker, Songs in einen anderen Kontext zu stellen, machten die vielen unvorhersehbaren Situationen auf der Bühne aus. Da waren die Zuhörer schon sehr begeistert, als plötzlich die weltberühmten Riffs von Deep Purples "Smoke On The Water" auf dem Tieftöner gezupft wurden und ein Bass-Gitarre-Twin-Sound entfacht wurde. Die rhythmische Hard Rock-Grundlage wurde kurzerhand beibehalten.
Go MusicDer Gesang der beiden Kais war beeindruckend gut und so kamen sie auch mit viel Soul auf den Stimmbändern im Duett zu Wort. Da passte dann "Raise Your Glass" von Pink. Prost Gemeinde, das Quartett rockt zur Happy Hour!
Wie geschrieben ... der Alltag hing an der Garderobe und da war mit "I'm Yours" ein musikalischer Reggae-Ausflug in die Karibik genau das Richtige, um noch tiefer in die Go Music-Welt einzutauchen.
"Easy Lover" von Phil Collins wurde, weil es 'Guitar-Kai' danach war, noch rockiger als die Vorlage und als Zugabe startete man ein "Purple Rain", das seinem Namen alle Ehre machte. Die Prince-Komposition schälte sich aus einem getragenen Intro heraus und als die ersten gesungenen Worte aus Kai Sonnhalters Kehle flossen, hatte das gesamte Publikum den Track auf dem Schirm. Dieses Stück wurde dann abermals in einer Duett-Version zelebriert und mit dieser Nummer setzte man ein letztes Highlight einer Go Music-Session, die man so schnell nicht vergessen wird. Der vehemente Beifall war das äußere Zeichen einer mehr als zufriedenen Zuschauermenge.
The Whistle ist ein Irish Pub mit erlesenen Whiskey-Sorten. Die freundliche Bedienung war immer flink unterwegs, wusste zum richtigen Zeitpunkt für flüssigen Nachschub zu sorgen. Außerdem hat man in lockerer Folge Konzerte auf dem Programm. Eine weitere Go Music-Session wird es auch wieder geben.
Wir danken Martin Engelien für die problemlose Akkreditierung.
Line-up:
Martin Engelien (bass, backing vocals)
Kai Sonnhalter (guitar, vocals)
Kai Werth (keyboards)
Thomas Lieven (drums)
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