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Achtung! Mit dieser 10"-Vinyl-EP gibt es eine ordentliche Fango-Packung auf die Lauscher. Das italienische Quartett zermalmt mit seinem Stoner Rock einige Steine in den Dolomiten. Bisher hat Fango drei Tonträger im Köcher: "Epipholium" (2006), "Demo" (2007) und "Nuel Buio" (2010).
Ihr Metier ist die groovende Ausgabe des Genres mit einer ordentlichen Injektion Grunge. Zeitweise hängen nicht nur die zwei Sechssaiter von Cina und Simo tiefer, sondern auch ihre Stimmen. Schon im Opener "Drown" geht es mächtig mit dem Wah Wah-Pedal los und Basser Berna sowie Lorenz (Schlagzeug) grooven, was das Zeug hergibt. Der Duo-Gesang kommt sehr gut rüber und hat den gleichen Biss wie die Gitarren. Hölle, was ist bloß in den ersten gut drei Minuten los. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung scheint bei Fango ein Fremdwort zu sein und schön laut ist es auch noch. Vom Wah Wah-Pedal nimmt man im Verlauf des Tracks Abstand und das kurz eingestreute E-Gitarren-Solo ist ein Tanz auf heißen Kohlen. Mit dem Opener hat Fango eine Art Feuertaufe bestanden.
Wenn es so weiter geht, dann kann man bezogen auf "Icarus" annehmen, dass hier keine Federn wegschmelzen. Also, auf zum nächsten Gedicht. Der Titeltrack beginnt mit stampfendem Rhythmus. Die beiden Sänger haben toll zueinander passende Stimmen und plötzlich ändert sich die Stimmung. Die Gitarren sägen mit verzerrtem Sound und das macht richtig Freude. Oh Mann, jetzt sind Cina sowie Simo aber ganz dicht an den Growls. Wieder ein Wechsel der Atmosphäre. Uih! Hier geht es hin und her, vorwärts und rückwärts. Die Nervenzellen des Hörers spielen bei dem flirrenden Sound gleich mit verrückt. Hammer! Fango macht das sehr gut ... neben gemeinsamem Tonnen-Riffing werden immer wieder Soli eingestreut. Klasse!
"Frantumi" beginnt mit einem sehr kurzen Retro-Blick auf die Siebzigerjahre. Uriah Heep könnten Pate gestanden hat und dann schraubt man sich sofort wieder auf Serpentinen zum Stoner Rock-Gipfel. Hey, hier kommt es mittendrin zu einer schönen Verschnaufpause, in der Trommler Lorenz ein kleines Solo zum Besten gibt. "Frantumi" ist wieder so ein Track, der die Tischplatte von Staub befreit. Das Ende geht kurz in Richtung Feed Back-Orgie. Ja, mit Fango kann man seinen Spaß haben.
Zum Schluss gibt es das Statement "What I Think". Der Vierer geht etwas vom Gaspedal und der Bass arbeitet sich wie eine Rhythmusgitarre durch das Vulkangestein. Der Gesang ist äußerst melodisch und ergänzend kommen jetzt Keyboard-Klänge dazu. Dank sei der Pedaltechnik für Stromgitarren! So wirkt die Psychedelic ordentlich auf den Hörer ein und was sich im vorherigen Track andeutet, kommt jetzt zur vollen Entfaltung, denn es wird auch noch spacig.
Bei den Kompositionen der Italiener kann am sich bei Live-Auftritten einen entsprechenden Ausbau der doch ziemlich kurzen Stücke sehr gut vorstellen. "Icarus" ist das Debüt der Band auf dem Label Go Down Records und es spielt überhaupt keine Rolle, dass die Aufnahmen bereits 2009 im NaEgo Studio eingespielt wurden. Randbemerkung: Das Video zum Titeltrack "Icarus" ist richtig gut gemacht. So verhält es sich auch mit vorliegender Platte. Fango bringt einen über diese Veröffentlichung auf den Geschmack nach ordentlichem Stoner Rock, dem man eine persönliche Färbung verpasst. Auf ihrer You Tube-Seite steht 'Psycho-Stoner Rock'. Kann man auch gelten lassen.
Line-up:
Cina (guitar, vocals)
Simo (guitar, vocals)
Berna (bass)
Lorenz (drums)
| Tracklist |
01:Down (3:15)
02:Icarus (3:42)
03:Frantumi (3:43)
04:What I Think (3:34)
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