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Bei der Band Featherlike aus der Schweiz ging es bisher Schlag auf Schlag.
2003 vom Ex-Wondertoys-Gitarristen Chris Weber gegründet, war man gleich mit einer EP am Start. 2005 folgte das erste Album mit dem Titel "Better Times" und im Frühjahr 2007 erschien "Heavy Feathers".
Nach vielen Konzerten, auch in Deutschland, liegt nun deren drittes Album, das zunächst den Arbeitstitel "White Shirt, Back Skirt" trug, vor. "Kings & Queens" heißt es nun und das Quartett mit zwei Gitarristen bietet eine dreiviertel Stunde ausgelassene Popmusik mit einem gehörigen Anteil Rock. Mit einigen Songs könnte man auch die randvolle Schublade Indie Rock aufmachen.
Mit einem kraftvollen Paket namens "How Do You Plead?" legt Featherlike los.
Die Bassdrum taktet schon zu Beginn klasse und eine Gitarre rifft monoton. Man setzt auf einen kurzen, aber knackigen Refrain und im Hintergrund erhellt die andere Gitarre den Horizont mit feinen Soli. Der Track setzt sich schon einmal in den Gehörgängen fest. Weber singt mit einer etwas angerauten Stimme und im folgenden "Undignified" legt man noch eine Schippe Melodie oben drauf. Die Riffs werden differenzierter und mittendrin gibt es einen tollen Groovepart. Dann rockt man das Lieder geschickt zu Ende.
Jaja, mit der Liebe ist es so ein Ding.
Dieser Überzeugung ist auch die Gruppe, denn es heißt einschränkend: "Love (Is A Minefield)". Dennoch hat die musikalische Auslegung des Themas etwas Fröhliches. Featherlike kann klasse Songs schreiben. Bei den Uptemposongs schrammeln die Gitarren unablässig gut und diese Komposition kommt sehr kompakt daher.
Was den balladesken Teil der Platte angeht, bietet die Gruppe den luftigen Song "Moonbeams" an. Dafür hat man natürlich das Tempo heruntergeschraubt. Die Dynamik ist geblieben und die Melodie wird in Ansätzen hymnisch. Das feine Gitarrensolo passt hier wie die Faust aufs Auge und die Rhythmusgitarre beschränkt sich dezent auf das Wesentliche.
Ganz am Ende gibt es zum Chillen noch "Smithereens". Hier haben die Gitarren den Lobgesang gemietet.
Für die rockende Abteilung hat der Vierer eine Menge im Programm.
Mir gefällt das mit einem treibenden Beat unterlegte "Sinphonies" sehr gut. Der Bass pumpt herrlich und die Sechssaiter sind abermals prächtig aktiv. Mit "Stanley" schickt uns die Kapelle auf die Tanzfläche. Ja, auch das geht im Zusammenhang mit den Schweizern, die eine klasse gitarrenorientierte Platte aufgenommen haben.
Richtig lang ist "The Girl With The Bleeding Nose". Gepunktet wird hier in der Kombinationswertung aus Ballade und Rock, der nur eines kennt: immer geradeaus und ohne viel Drumherum direkt ins Herz des Hörers. Zum Ende verliert die Band auf wunderschöne Weise die Bodenhaftung und macht einen kurzen Ausflug in die Psychedelic. Als Finale bleiben nur noch Geräusche.
Die Mischung aus klar im Vordergrund stehenden Gitarren mit einer versierten Rhythmusabteilung sowie einem gut auftretenden Sänger passt verdammt gut. Mit den ausschließlich selbst komponierten Songs stellt man dem Hörer so manchen Ohrwurm zur Verfügung. Die CD kommt mit einem fein gestalteten Booklet daher. Dort finden sich alle nicht ohne Humor geschriebenen Songtexte, die es lohnt, gelesen zu werden.
Man hat bereits mit Mando Diao sowie The Hives zusammen gespielt und Featherlike ist gar nicht so federleicht, wie es den Anschein hat.
Die vier Musiker können richtig gut rocken und wissen mit einem tollen Songwriting zu gefallen. Nummern wie "Firecracker" ebnen definitiv den Weg zu einer großen Fangemeinde und wenn es bei der Band "Waiting For The Sun" heißt, pustet man die Wolken ordentlich weg und sorgt für klare Verhältnisse vor den Boxen.
Line-up:
Chris Weber (vocals, guitars)
Beni Noti (guitars)
Ramon Vaca (bass)
Dino Tereh (drums, percussion)
With:
Bea Tobler (percussion, backing vocals)
Michael Leibundgut (backing vocals - #6)
| Tracklist |
01:How Do You Plead? (2:58)
02:Undignified (4:02)
03:Love (Ia A Minefield) (3:43)
04:Firecracker (3:55)
05:My Brain (3:38)
06:Waiting For The Sun (3:20)
07:Sinphonies (3:00)
08:The Girl With The Bleeding Nose (6:55)
09:Moonbeams (4:27)
10:Stanley (3:43)
11:Smithereens (4:41)
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