Funky B & The Kings Of Shuffle / Green Onions Reloaded!
Green Onion Reloaded Spielzeit: 71:45
Medium: CD
Label: QuiXote Music, 2011
Stil: Blues

Review vom 28.03.2014


Joachim 'Joe' Brookes
Im Line-up zu diesem Album findet man keinen Bassisten. Dennoch sind feine oder deftige tiefe Töne Bestandteil der insgesamt fünfzehn Songs. Der Hammond-Mann Markus Lauer ist dafür zuständig. Diese doppelte Rolle spielte in den Anfängen zum Beispiel auch Jonny Henderson bei
Matt Schofield. Hier geht es aber um die Gruppe Funky B & The Kings Of Shuffle. Neben Markus Lauer (auch Bluesorganization, Timo Gross, Low Budget, T-Sonic, V-Lenz Band) sind Carsten Egger und Jörg Mattern (Amuse Gueule, JM Blues Band, The Peppermint Gang) die Kumpel des Tastenmannes.
Auf ihrem Debüt "Green Onions Reloaded!" leisten ihnen unter anderem die Saxofonisten Helmut Engelhardt (The Bossa Kings, Leiendecker Bloas, Present Art Collection, VSOP Trio, Wosnitzas Little Jazz Orchestra) sowie Michael Gilb (Die Dicken Kinder, Funjazztique, Jazztalk, Twins) Gesellschaft. Die Trompete spielen Corina Molz (Bluesorganization, Unforgettable-Trio) und Ralph 'Mosch' Himmler (Die Dicken Kinder, RIAS-Big-Band, Rodgau Monotones) und zum Blues-Outfit gehört natürlich auch eine Mundharmonika, die Siggi Karcher in dem herrlichen Blues "Poor Boy" zum Einsatz bringt.
Nicht nur der Booker T. & The M.G.s-Song "Green Onions" lässt Neugierde aufkommen. Neben anderen Fremdkompositionen wie zum Beispiel "Everyday I Have The Blues", dessen Bekanntheitsgrade man wohl in erster Linie B.B. King ans Revers heften kann, findet sich in der Tracklist unter anderem auch die Gregg Allman-Nummer "Whipping Post".
Widmen wir uns doch direkt dem instrumentalen Klassiker "Green Onions". Markus Lauer lehnt den Sound seiner Hammond B3 bei Booker T. an und es groovt hier verteufelt gut. Ah, dann kommt Carsten Egger mit seinem Sechssaiter auch gut zur Geltung. Dieses Lied verfehlt nie seine Wirkung, nimmt hier allerdings eine sehr überraschende Wendung. Da setzt sich nun nicht der Gitarrist weiter in Szene, sondern plötzlich ist Helmut Engelhardt mit seinem Saxofon zur Stelle und verpasst dem Track ein höllisch-heißes Jazz-Solo. Hammer! Die Dynamik lässt nicht locker, denn bevor Carsten Egger dann eine ordentliche Portion Blues Rock verabreicht, kommt Ralf 'Mosch' Himmler mit einer herrlichen Trompeten-Brücke daher. Wow, diese Version zeigt Wirkung!
Es ist bei der Nickolas Ashford/Valerie Simpson-Nummer "Let's Go Get Stoned" nicht anders.
Ray Charles sieht man mit einem Lächeln auf seiner Wolke. Okay, mit der Auslegung von zwei Coversongs können Funky B & The King Of Shuffle punkten. Phasenweise bekommt "Whipping Post" eine schöne Funk-Würzung und die Gitarre wird auch mit dem Bottleneck bearbeitet. Punkte werden für das hier spielende Trio nicht ganz in der Fülle wie bei den anderen beiden Nummern vergeben. "No Way" von Joseph Charles Jones aka Boogaloo Joe Jones hat in den Händen der Protagonisten eine fein-jazzige Gitarren-Färbung. Wobei man auch hier den Funk (mit tollem Percussion-Einsatz) nicht aus dem Auge lässt. Klasse!
Den Löwenanteil der Kompositionen innerhalb der fast zweiundsiebzig Minuten Gesamtspielzeit gehen allerdings auf die Konten von Carsten Egger beziehungsweise Markus Lauer. Bei der an den Tag gelegten Qualität der Lieder kommt man nicht umhin, für die Combo ein dickes Lob vom Stapel zu lassen.
Ob in der Dreier-Besetzung oder mit den diversen Gästen hält man die sehr gute Hörer-Laune immer in den oberen Regionen. Nicht durchgehend übernimmt Markus Lauer in Lead Vocals. Mit ihrem unterschiedlichen Timbre sorgen er sowie Carsten Egger für tolle Abwechslung. Mit ihren Kompositionen decken Funky B And The Kings Of Shuffle ein verdammt reichhaltiges Repertoire ab. Der Gypsy Jazz im Blues blüht bei "Phonin'" auf und bei "Lovely Shakedown" darf man sich förmlich seinen Klamotten vom Leib reißen, denn bei dieser Nummer meldet die Funk-Wärmeplatte Alarm. Bereits erwähnter Ralph 'Mosch' Himmler und Saxofonist Michael Gilb sorgen einerseits für die Stakkato-Riffs, andererseits klingen sie wie eine viel größer besetzte Bläserabteilung.
Wieder im Trio ist die beim Slow Blues "Down And Out" im Songtitel zum Ausdruck gebrachte Verzweiflung/Sentimentalität förmlich greifbar. Wenn man sich vor dem Virtuosen Carsten Egger und seinen Gitarren-Exkursionen in Acht nehmen müsste, dann würde diese Ziffer definitiv nicht ausreichen. Sechzehn wär gerade richtig, denn da kommen so manche, zum Teil heftige Varianten auf einen zu. Markus Lauer muss man allerdings in einem Atemzug nennen. Was er auf den schwarzen und weißen Tasten zaubert, ist beeindruckend.
Mit "Jingle Well" haben Funky B And The Kings Of Shuffle ein hochkarätiges Instrumental in der Tracklist. Wenn man mit "Come Back To Me" einen etwas entspannt-ruhigeren Schlusspunkt setzt, weiß der Hörer, warum "Green Onions Reloaded!" so gut ist. Kompliment!
Line-up:
Markus Lauer (Hammond B3, piano, electric piano, harmonica, lead vocals, background vocals)
Carsten Egger (guitars, percussion, lead vocals, background vocals)
Jörg Mattern (drums, percussion, vocals)

Additional Musicians:
Corina Molz (trumpet)
Hemlut Engelhardt (saxophone)
Ralph 'Mosch' Himmler (trumpet)
Michael Gilb (saxophone)
Timo Gross (guitar)
Tracklist
01:Gimme The Blues (4:08)
02:Lucky 13 (3:17)
03:Everyday I Have The Blues (3:59)
04:Green Onions (4:33)
05:Let's Go Get Stoned (6:47)
06:Phonin' (3:33)
07:No Way (3:45)
08:Poor Boy (3:31)
09:Down & Out (5:36)
10:Come On (5:40)
11:Jingle Well (5:24)
12:Lovely Shakedown (5:17)
13:This Ain't Good For You (5:13)
14:Whipping Post (5:49)
15:Come Back To Me (5:20)
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