The Gathering Britannia / The Bridge Between
The Bridge Between Spielzeit: 55:54
Medium: CD
Label: It's About Music, 2011
Stil: Folk Rock

Review vom 19.07.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Mit "The Bridge Between" veröffentlicht die britische Band The Gathering Britannia ihr erstes Werk. Mittlerweile ist die Musikwelt bis zur Oberkante Unterlippe voll mit verschiedenartigen Stilen und fast alles ist erlaubt. Bei The Gathering Britannia ist Folk Rock angesagt. Folk Rock in bester Manier, denn die Musiker sind bereits vor Jahrzehnten mit allen Wassern gewaschen worden und haben tonnenweise Erfahrungen aus den Sechziger- beziehungsweise Siebzigerjahren im Gepäck. Im Gruppen-Stammbaum tauchen Namen wie Lindisfarne, Fotheringay, Fairport Convention, The Albion Band, Magna Carta, The Hellecasters, Jethro Tull und Steeleye Span auf. Hier weitere Verästelungen zu nennen, würde echt zu weit führen.
Mit "Lady Eleanor", "This Has Got To End" sowie "Kings Cross Blues" (Lindisfarne) und "For Shame Of Doing Wrong", einer Richard Thompson-Kompostion hat man sich aus dem Fundus bedient. Ohne Zweifel hat sich eine super Gruppe zusammengefunden und die zwölf Songs spiegeln die Qualität der einzelnen Musiker wider. Jerry Donahues Tochter Kristina ist ebenfalls mit von der Partie.
Fast alle Kompositionen wurden in Deutschland aufgenommen. Einerseits traf man sich in der Südtorschule, Rietberg, andererseits liefen die Bandmaschinen im Adalt Studio, Lippstadt. Wie leckerer Honig tropft der Folk Rock aus jeder Nummer. Ab und an findet man den Blues im Gemisch und wer als Musik-Anhänger hier nicht fündig wird, dem kann nicht mehr geholfen werden.
The Gathering Britannia spielt auf hohem Niveau und überzeugt den Hörer quasi von der ersten Note an. Wenn sich in "Don't Make Me Old" die Wege der E-Gitarren und Harp kreuzen, dann ist nicht nur hier Hörfreude angesagt. Die klasse Lead Vocals werden von verschieden Personen übernommen und der Chorgesang macht Gänsehaut.
Folk mit einer rockenden Ausrichtung à la The Gathering Britannia lasse ich mir gerne gefallen. Die unterschiedlichen Gitarren, inklusive der Mandoline machen die Musik und das Bottleneck kommt ebenfalls zum Einsatz. Einmal wird der Band-Sound durch Christian Maddens Hammond aufgebohrt. "Rocking The Dog" heißt das Ding und in diesem Instrumental kommt der Tastenmann nicht nur in der Rolle des Begleitmusikers vor. Überhaupt ist diese Nummer eines der Highlights auf der Platte.
Ohrenschmaus gibt es auf der Scheibe fast überall. Damit sind allerdings nicht nur die älteren Songs gemeint. Wenn von Höhepunkten die Rede ist, dann muss auch "False Hands (Across The Table)" genannt werden und "Brampton To Roadhead" hat den ultimativen Blues inklusive Slide-Gitarre im Gepäck. Das Stück steht als würdiger Abschluss am Ende der fast sechsundfünfzig Minuten und auch hier rockt es kräftig.
Ray Jacksons Harp passt zu jeder Gelegenheit und Kristina Donahue ist das Stimm-Salz in der Folk Rock-Suppe. Mit "The Bridge Between" baut die Formation der großen Namen eine standfeste Brücke zwischen der Vergangenheit und Gegenwart. Belegt wird das nicht nur durch die Frische der Songs von damals.
Mit einem solch guten Album darf man sicher sein, dass die Gruppe auch auf dem europäischen Festland auftreten wird. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Auf so einigen Festivals hat man bereits gepunktet und live dürfte diese britische Allstar-Band ebenfalls voll überzeugen.
Die Klasse der einzelnen Musiker ergibt auf "The Bridge Between" ein großartiges Ganzes. Mit vorliegendem Album ist ein famoser Anfang gemacht worden und man darf entspannt in die weitere Zukunft blicken.
Line-up:
Ray Jackson (vocals, mandolin, harmonicas, percussion)
Doug Morter (vocals, acoustic guitars, electric guitars)
Kristina Danohue (vocals, percussion)
Jerry Donahue (electric guitars, acoustic guitars, additional backing vocals)
Rick Kemp (vocals, bass)
Clive Bunker (drums, percussion)

With:
Christian Madden (Hammond organ - #8)
Tracklist
01:Fire On The Line [Kemp] (4:19)
02:Lady Eleanor [Hull] (5:14)
03:Deep In The Darkest Night [Kemp] (4:45)
04:Don't Make Me Old [Morter] (4:48)
05:This Has Got The End [Jackson/Harcourt] (3:52)
06:I Don't Want [Morter] (5:40)
07:For Shame Of Doing Wrong [Thompson] (4:15)
08:Rocking The Dog [Donahue] (4:06)
09:Back On Your Own Again [Kemp] (4:30)
10:False Hands (Across The Table) [Morter] (6:12)
11:Kings Cross Blues [Jackson/Harcourt] (4:10)
12:Brampton To Roadhead [Kemp] (4:03)
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