Grand Illusion / Prince Of Paupers
Prince Of Paupers Spielzeit: 56:03
Medium: CD
Label: AOR Heaven, Soulfood, 2011
Stil: AOR

Review vom 30.10.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Grand Illusion gibt es bereits verdammt lange, wenn man die Zeit unter dem Namen Promotion mit einbezieht. Anders Rydholm und Per Svensson sind schon weit länger musikalische Brüder und mit einem Platten-Vertrag beim Label Escape Music (2000) wurde der Bandname geändert. In der Diskografie von Grand Illusion befinden sich insgesamt sechs Tonträger: "The Book Of How To Make It" (2001), "In The Beginning" (2001), "View From The Top", "Ordinary Just Won't Do" (2002), "Brand New World" (2010) und vorliegendes Album "Prince Of Paupers".
2005 wurde die 'großartige Illusion' auf Eis gelegt und Rydholm sowie Svensson widmeten sich anderen Tätigkeiten und Solo-Projekten, allerdings gingen die beiden Künstler nie so ganz getrennte Wege. Man half sich untereinander aus und 2009 war dann wieder Grand Illusion-Zeit. "Brand New World" wurde veröffentlicht und der Erfolg dieser Platte war Motivation genug, weiterzumachen. Aus verschiedenen Gründen sprangen einige ehemalige Mitglieder nicht wieder mit auf den Combo-Zug. So ist das Line-up der Gruppe vielleicht etwas kurios, denn es gibt mit Peter Sundell und Per Svensson zwei Sänger sowie Anders Rydholm, der Instrumente wie Keyboards, Rhythmusgitarre und Bass spielt.
Für das aktuelle Werk "Prince Of Paupers" hat man sich prominente Musiker ins Studio geholt. Greg Bissonette (David Lee Roth, Steve Vai, Don Henley, Joe Satriani, oder Stanley Clarke,
Pink Floyd, Ozzy Osburne und andere) trommelt. Die Reihe der Gitarristen ist relativ lang ... Steve Lukather, Jay Graydon (Gino Vannelli, Marvin Gaye, Earth, Wind & Fire, Al Jarreau,
Joe Cocker, Albert King, um nur einige zu nennen), Tim Pierce (Michael Jackson,
Bruce Springsteen, Bette Midler, Meat Loaf, Eric Clapton) und Muris Varajic sind an den Sechssaitern vertreten.
"Prince Of Paupers" ist eine AOR-Platte mit einem ordentlichen Gitarren-Punch. Sundell sowie Svensson können bestens singen und die melodisch-kraftvollen Songs bereiten richtig Freude beim Hören. Hier und da fügt man symphonische Arrangements hinzu und so ist die Musik stellenweise auch schön bombastisch. Die Tracks verfügen über einen ordentlichen Druck und die zwölf klasse Nummern belegen das sehr gute Songwriting.
Bereits mit dem Opener "Gates Of Fire" werden die Erwartungen an die folgenden Lieder hoch geschraubt und das groovende "Better Believe It" ist zunächst deutlich Keyboard-lastig. Dann meißelt Jay Graydon sein Flinkefinger-Solo in Granit und drumherum schwirren weiter Gitarren-Riffs sowie die immermüden Tasten-Sounds. Achtung! Ganz allgemein sind die Chorusse einfach ansteckend, auch zum Mitsingen.
Wow, der Titelsong fegt die letzten Staubkörner aus der Luft und bei dem großartigen Tempo fragt man sich, ob Grand Illusion auch in ruhigerem Fahrwasser bestehen können. Mit akzentuiert gesetzten Gitarrenriffs ist "So Faraway" eine dieser herrlichen Balladen, vor denen man seine Ohren nicht verschließen kann. Hier ist es Steve Lukather, der in seinem Alleingang ein fundamentales Dach über den Song aufbaut und dann gibt es da noch die Nummer "Eyes Of Ice". Hier ist die Dynamik mit ihrem Auf und Ab die Triebfeder für eine kleine Achterbahnfahrt der besonderen Art.
Hey, das abschießende "Winds Of Change" ist noch etwas Besonderes, denn mit relativ dezent eingesetzten Instrumenten (unter anderem akustische Gitarre) stellt man in diesem Track ganz deutlich den Gesang mit all seinen Facetten in den Vordergrund.
Bei Grand Illusions "Prince Of Paupers" haben beim ersten Hördurchgang einige Tracks auf Anhieb gezündet. Andere zeigten bei weiteren Spins ihre Größe. Nachdem man mit "Brand New World" einen beachtenswerten Wiederbeginn startete, kann das vorliegende Album als richtungweisend für die Zukunft der Band angesehen werden.
Line-up:
Anders Rydholm (keyboards, rhythm guitar, bass)
Peter Sundell (lead vocals, background vocals)
Per Svensson (lead vocals, background vocals)
Greg Bissonette (drums)
Steve Lukather (guitar solo - #4)
Jay Graydon (guitar solo - #2)
Tim Pierce (rhythm guitar, guitar solo - #5,6,8 - 10,12)
Muris Varajic (guitar solo - #1,3,7,9,11)
Kjell Klaesson (acoustic guitar - #9)
Paul Buckmaster (synthesizer - #1, orchestral arrangements - #1)
Tracklist
01:Gates Of Fire (4:29)
02:Better Believe It (4:43)
03:Prince Of Paupers (4:04)
04:So Faraway (5:13)
05:St. Teresa's Day (5:02)
06:Through This War (5:00)
07:Eyes Of Ice (5:23)
08:Gone (4:35)
09:Believe In Micacles (4:18)
10:On And On (4:23)
11:Under The Wire (4:28)
12:Winds Of Change (4:15)
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