Grand:PM / Party In Your Basement
Party In Your Basement Spielzeit: 32:23
Medium: CD
Label: Curve Music, 2008
Stil: Rock

Review vom 25.01.2008


Markus Kerren
»Der Strom und die Liebe gehen seltsame Wege« heißt ein altes Sprichwort. Guten Gewissens kann man dazu aber auch noch das Substantiv 'Musik' ergänzen. Es ist doch immer wieder erfrischend, zu welchen Kollaborationen und verblüffenden Ergebnissen es kommen kann. Im Fall von Grand:PM aus Ontario, Kanada sieht das so aus: Drei Punk Rock-Musiker (von denen zwei Jazz studiert haben) treffen auf einen mit Klassik-Diplom ausgestatteten Einzelgänger, man verbündet sich und herauskommt ... Pop, bzw. Pop-Rock. Irgendwie hat man sich da wohl in der Mitte getroffen. Und zwar so punktgenau, dass von den früheren musikalischen Einflüssen der Bandmitglieder so gut wie gar nichts mehr übrig geblieben, bzw. auf deren Debütalbum "Party In Your Basement" so gut wie nichts mehr zu hören ist.
Elf Titel werden mit diesem Erstling auf die Welt losgelassen, die trotz starkem Pop-Appeal auf 'echte' Instrumente wie Schlagzeug, Bass, Gitarre und Synthesizer verweisen können, was definitiv schon mal einen Sympathiepunkt einbringt. So kommt beim leichtfüßigen Opener "Red Black" vor allem die kräftige Rhythmusabteilung zum Tragen, während die Synthies, obwohl allgegenwärtig, doch eher die Farbtupfer im Hintergrund setzen. Ebenso locker-flockig kommt "God Save The Scene", wo die Tasten fast gar nicht vorhanden sind und die Gitarre in den Strophen etwas an die frühen Police erinnert.
Auch der Gesang geht ganz gut ins Ohr. Nette Melodien, die ihren Zweck erfüllen, wenn man auch sagen muss, dass Paul Mayers Stimme beliebig austauschbar wäre. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint, da sie wie die Faust aufs Auge zur gebotenen Musik von Grand:PM passt. Nur aus hunderten heraushören wird man sie wohl kaum können. Ebenfalls locker geht es mit "Stereo" weiter und das wieder etwas kantigere "Stephanie" erinnert zwar im Refrain granatenmäßig an schon mal Gehörtes, macht aber dennoch Spaß, da die Melodien sehr gefällig sind und zu überzeugen wissen.
Sämtliche Tracks sind ziemlich kurz gehalten und erreichen mit dem erneut sehr eingängigen "Do Over" ihren Laufzeit-Höhepunkt. 4:03 Minuten beste Feierabend- oder Autoberieselung, ohne der Band mit diesen Bezeichnungen die vorhandene Qualität absprechen zu wollen. "Waste Of Time" erinnert von seinem Grundcharakter noch am ehesten an die Punk Rock-Vergangenheit der meisten Mitglieder, während "Back In The River" wieder über klassisch eingängige Harmonien verfügt.
Die Stärke von Grand:PM liegt u.a. ohne Zweifel darin, die Kompositionen sowohl äußerst radiotauglich, als auch bodenständig, nachvollziehbar und kantig zu gestalten. "Exit To The World" bildet da keine Ausnahme und verfügt obendrein auch noch über einen sehr coolen Refrain. Und wenn man sich mal ein bisschen in "Party In Your Basement" reingehört hat, dann fällt auch unmissverständlich und immer klarer auf, wie geil die Rhythmusabteilung wirklich groovt. "One More" beweist einmal mehr das songwriterische Potenzial und der abschließende Titeltrack ist dann wieder ein Pop-Rocker mit starken Hooklines und gewieftem Synthesizer.
"Party In Your Basement" ist ein tolles, leichtes, locker konsumierbares Album, das aber gleichwohl auf jede Menge Substanz zurückgreifen kann. Ein gutes, organisches Statement, das sicherlich verschiedene Käuferschichten ansprechen wird und 7 Rocktimes-Uhren verdient hat. Wenn die Kanadier das nächste Mal auch bei der Spielzeit etwas zulegen (32 Minuten sind dann doch ein bisschen knapp) und den gesetzten Qualitäts-Standard bzgl. der Songs halten können, dann dürfte die Zukunft dieses Quartetts nicht allzu trübe aussehen.
Line-up:
Paul Mayer (synthesizers, vocals)
Paul Hicken (guitars)
Dustin Wood (bass)
Jeff Moore (drums, percussion)
Tracklist
01:Red Black
02:God Save The Scene
03:Stereo
04:Stephanie
05:Do Over
06:Waste Of Time
07:Back In The River
08:Exit To The World
09:Favourite Little Lies
10:One More
11:Party In Your Basement
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