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Grandloom kommt aus Cottbus und als Trio machen sie instrumentalen Stoner Rock mit Abstechern in die Psychedelic. Grandloom gibt es seit 2007. Gitarrist Tom, Bassist Hans und Schlagzeuger Rischi bezeichnen ihre Musik selbst mit »Electrical Rock Between Evil And Peace «. Wobei ich aus "5 Dollar Jam" eher das Böse heraushöre, aber im opulenten letzten Track geht es auch anders zur Sache.
Mit "Live At Bautzener Tor" hat das Stoner-Powertrio seit 2009 bereits eine Live-Doppeldecker auf dem Markt und bei der vorliegenden Mucke stellt sich die Frage, warum man vorher noch nichts von Grandloom gehört hat. Schließlich war der Dreier bereits Support bei Konzerten von Brant Bjork, My Sleeping Karma, Gorilla Monsoon, Karma To Burn oder The Bros.
Grandloom verpassen dem Hörer eine gelungene Mischung aus harten Ohrwatschen und gediegenen Streicheleinheiten, die alle sehr effektvoll in die Songs integriert werden. Der Jam-Charakter des Trios wird gleich in den ersten sechseinhalb Minuten festgezurrt. Nach einem thematisch klasse Einstieg geht es schon bald auf den Pfad des Jam. Gitarren-Tom mag es dann, mit dem Wah Wah-Pedal herumzuspielen sowie es ordentlich zu traktieren und Hans zupft den Bass, bei gebotener Härte, sehr melodisch. Auch wenn die EP einen anderen Titel hat, könnte der Opener "All In" schon stellvertretend für die steinharten musikalischen Argumente der Band stehen.
Funktioniert Grandloom auch in der Hälfte der Zeit? "Swamp" geht gerade einmal an die vier Minutengrenze. Wow, was für ein Stoner-Groove! Durchsetzt mit klasse Breaks und rhythmischen Wechseln ist dieser Track ein echter Umhauer. Klasse, wie Rischi immer wieder geschickt die Becken seines Drumsets zum Einsatz bringt. Mittendrin fragt sich der Hörer, ob er aus Versehen an die Stopptaste gekommen ist, denn Grandloom hat einen derart abrupten Break eingebaut, dass man meinen könnte, die Nummer sei schon zu Ende.
Mit einer geballten Ladung Dynamit wird "Bring Me The Gubber" zu einem Versteckspiel für den Blues. Den hört man nicht so deutlich heraus, aber in betonharter Weise zieht sich das Genre doch durch den Track. Grandloom gibt dem Hörer ordentlich was auf die Kachel.
Dann kommt es, das Großgemälde des Trios aus Cottbus. Es trägt den Namen "Paula's Voodoo Groove" und ist satte elf Minuten lang. Da kann sich das Trio aber so richtig austoben und das machen Hans, Tom sowie Rischi richtig gut. Da rockt es psychedelisch aus allen Kanälen. Der Song bringt den "5 Dollar Jam"-Kuchen so richtig zum Gehen. Bei diesem Track existiert keine Liste mit kostenpflichtigen Extras. Die sind alle schon enthalten. Die Nummer ist ein Stück aus dem Kuchen des instrumentalen Stoner Rock, der perfekt mundet. Da hat man die Teigquirle auf Hochtouren laufen lassen und die Rezeptur ist opulent. Auffallend ist, wie Hans seinen Tieftöner klingen lässt. In den hochoktanigen Phasen knüppelhart und ohne Kompromiss kann er bei den ruhigeren Parts richtig schön blubbern. Was den Tom an der Gitarre betrifft, macht er hier sein Überding perfekt und legt einen beeindruckenden Ideenreichtum mit vielen Klangspielereien an den Tag. Riffs en masse, Breaks, Tempiwechsel und besonders gelungene sphärisch-psychedelische Teile gibt es zuhauf auf die Lauscher. Rischi kann mit vielen Trommel-Variationen aufwarten. Der Rock ist zeitweise ganz fest in der Hand der Sechziger- beziehungsweise Siebzigerjahre und das gefällt so sehr.
Grandloom bieten auf der EP "5 Dollar Jam" einen Mehrwert gegenüber dem bisschen Pinke, das im Titel steht. Energie pur! Da darf man jetzt schon auf das im Informationsblatt für Anfang 2011 angekündigte Album gespannt sein. Haut rein, Jungs! Beim Stoner Rock ohne Gesang ist die Gruppe aus Brandenburg eine sehr gute Adresse.
Line-up:
Tom (guitar)
Hans (bass)
Rischi (drums)
| Tracklist |
01:All In (6:38)
02:Swamp (3:50)
03:Bring Me The Gubber (4:38)
04:Paula's Voodoo Groove (10:59)
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