Grant Creon / Damn Those Things
Damn Those Things Spielzeit: 38:01
Medium: CD
Label: Stargazer Records, 2012
Stil: Independent (Americana)

Review vom 10.10.2012


Ulli Heiser
Sollte die Welt einmal untergehen, so tut sie das von Schweden aus. Genauer gesagt in Malmö wird es losgehen. Wieso? Nun, weil Grant Creon aus eben dieser Stadt kommen - und die passende Musik machen. Wer nicht in Schweden wohnt, sollte sich "Damn Those Things" zulegen, denn treffender kann man sich zur Apokalypse kaum musikalisch begleiten lassen. 'Ich höre den Untergang kommen', 'Oh, meine Liebe', 'das Kind', 'Verdammte Einschläge', 'nun bekommen wir, was wir verdient haben'... Auf der Tracklist liest sich meine freie Übersetzung wie folgt: "All I Hear", "Oh Love", "The Kid", "Damn Those Things", "This Is What We Got"... Alles klar?
Spaß beiseite, die Platte ist über weite Strecken dermaßen melancholisch, sodass man fast mit Freude aus dem Leben scheiden möchte, weil die Musik so passend ist. Da wabert es düstern und wüstentrocken, Desert Rock dagegen ist Party. Tief bewegen sich die Kompositionen der Band in die Psyche des Hörers. Seien es die endzeitmäßig verzerrten Gitarren im Stile des
verrückten Pferdes oder tiefgehender Gesang wie gerade auch im Titeltrack - stets schwingt eine fast körperlich zu fühlende Melancholie, wie ein nicht zu stoppendes Uhrpendel mit.
Besonders in den Momenten, in denen sich zu der ausdruckstarken Männerstimme diese ganz zarten, zerbrechlich wirkenden Frauenstimmen gesellen, zeigt sich die gesamte Dramatik des Albums. Ohne Mühe schafft es Grant Creon mit spärlichen Mitteln, eine gewaltige Szenerie an Emotionen an den Horizont zu zaubern. Wahrscheinlich muss man aus einem skandinavischen Land kommen, um derartige Stimmungen in Musik umsetzen zu können. Die langen Wintertage und -nächte sowie das nordische Landschaftsbild, das einem oft die Vergänglichkeit bewusst macht.
Zehn Jahre haben die Jungs um das Brüderpaar Larrson für dieses Debütwerk gebraucht. Eine lange Zeit, aber dies beweist, dass man keine Schnellschüsse mag und sich richtig Zeit gelassen hat. Das Ergebnis gibt ihrer Zeitplanung recht, denn selten habe ich ein dermaßen organisches und tiefgehendes Album gehört. Interessant auch die vielfältigen Stimmfärbungen - "Unbelievable" könnte durchaus David Bowie zugerechnet werden.
Eingespielt wurde "Damn Those Things" in Matthias' Studio, mit dem treffenden Namen A Place to Mourn! Genau dort wurde übrigens auch am aktuellen Golden Kanine-Werk Oh Woe gearbeitet. Und das sollte genug sagen. Genau in dieser Ecke sind auch Grant Creon anzusiedeln. Nahe Verwandte könnten auch die Electric Family, und besonders der Perc sein. Überhaupt würde ich, wenn ich suchen müsste, bei Sireena oder Glitterhouse nach dieser Scheibe fahnden.
Die Welt geht (noch nicht) unter. Daher ist "Damn Those Things" gut geeignet, die kommenden kurzen Tage stimmungsvoll zu begleiten. Vielleicht dauert es mit einem Nachfolger nicht mehr ganz so lange... denn irgendwann wird sie untergehen, die Welt.
Line-up:
Stefan Rausfält (drums)
P-O Ruppel (guitar, vocals)
Stefan Larsson (bass, vocals)
Matthias Larrson (vocals, guitar)

and
Max Weiland
Åsa G. Jerstad
Pernilla S. Jörström
Linus Linvall
Tracklist
01:All I Hear
02:Oh Love
03:The Kid
04:Damn Those Things
05:This Is What We Got
06:You Hold It Against Me
07:All Those Pieces
08:Wewdding Song
09:Unbelievable
10:The Hardest Way
11:"Oh"
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