Ground Level Falcons / Same
Same Spielzeit: 43:14
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2012
Stil: Alternative Rock

Review vom 13.12.2012


Joachim 'Joe' Brookes
Ground Level Falcons (GLF) entstanden aus den beiden Bands Vox Humana sowie Axiomatik. Ohne existierende Gruppe bekam das Ex-Vox Humana-Mitglied Matt Gardiner eine finanzielle Spritze in Höhe von $ 10.000 von Rawlco Radio angeboten, um eine Platte einzuspielen. Ohne eine Gruppe und ganz zu schweigen von Ideen für Songs rief er die beiden anderen Vox Humana-Kumpels Adrian Armitage und Brendan Kobayashi an. Die sagten quasi sofort zu. Das Quartett wurde durch Bassist Greg Kolodychuk vervollständigt. Für den klasse Sound sorgte Produzent Stew Kirkwood.
Herausgekommen ist ein Debütalbum, das sich hören lassen kann. Weitestgehend handelt es sich um Rock der alternativen Variante. Ground Level Falcons jonglieren prächtig mit Soundlandschaften und fetzigen Gitarren. Matt Gardiner verfügen über eine variable Stimme und die Rhythmusabteilung serviert uns differenzierte Grooves.
Die im Kollektiv geschriebenen Songs sind sehr interessant und verfügen über eine nicht von der Hand zu weisende Eigenständigkeit. Frontmann Matt Gardiner beschreibt die Musik als eine Mischung aus Matthew Good, Pink Floyd ("Live At Pompeii"), Queens Of The Stone Age und Neil Young. Na ja, so ganz lassen sich diese Wurzeln nicht nachvollziehen. Okay, es gibt hier und da schon sphärische Einschübe, die man entfernt mit Pink Floyd vergleichen kann, aber insgesamt ist "Ground Level Falcons" doch ein ganzes Stück von der englischen Combo entfernt, genauso verhält es sich aus meiner Sicht auch mit Neil Young.
Allerdings sollte dies nicht dazu führen, die elf Tracks in den Wind zu schreiben. Im Gegenteil... in den Liedern schwingt eine gehörige Portion Erfahrung mit und es gibt, wie es sich ganz allgemein für eine Platte deutlich über dem Durchschnitt gehört, die besonderen Momente in den Nummern, die dem Hörer die Freude ins Gesicht treiben.
Ground Level Falcons rocken! Die Band hat ihre Lieder toll arrangiert und wenn es spätestens zu den balladesken Phasen kommt, dann weiß man, wie gut die Kanadier aus Edmonton (Alberta) sind. GLF sind deftig und laut. Sie können den Hörer mit hingebungsvollen ruhigen Phasen aber auch umarmen.
Der Falke steht, ohne Blick auf die Mythologie, für einen scharfen Blick, ist schnell und kann ungemein gut gleiten. Die Ground Level Falcons eröffenen einen Mini-Zoo, wenn sie sich im Schlussakkord des Silberlings mit verträumter akustischer Gitarre und dezenter Rhythmik den "Penguins" widmen. Durch die Keyboards von Adrian Armitage werden ungemeine Weiten erzeugt und zuweilen variiert er den Sound in Richtung Streicher oder Piano. Dem gegenüber stehen harte Riffs der elektrischen Gitarre, die allerdings immer wieder für luftige Stimmungen sorgt.
Die Ground Level Falcons machen keine Musik von einem anderen Stern, aber sie schaffen es, jedem einzelnen Track einen besonderen Stempel zu geben. Da geht es dann klanglich in einem Lied Richtung fernöstliche Collagen, die zeitgleich mit einem verschleppten Reggae kombiniert werden. An dieser Platte gibt es nichts auszusetzen und irgendwie ist durch die Fügung (oder Druck) der Geldspende etwas richtig Tolles entstanden.
Das Spektrum der Band ist groß. Zwischen den Spektralfarben finden sich immer wieder Räume, die man geschickt füllen kann. Dabei wirkt die Platte insgesamt sehr geschlossen... Ground Level Falcons halt. Die Band kann einerseits richtig gut abheben und andererseits sehr bodenständig agieren.
Je öfter man sich "Ground Level Falcons" reinzieht, desto mehr kann man in den elf Nummern entdecken. Diese Reise in eine doch ziemlich persönliche Musikwelt kann nur jedem im weitesten Sinn an Rock interessieren Hörer empfohlen werden. Hats off, Ground Level Falcons!
Line-up:
Adrian Armitage (keyboards, lead guitar)
Matt Gardiner (vocals, baritone guitar)
Greg Kolodychuk (bass)
Brendan Kobayashi (drums)
Tracklist
01:...Slowly Into Winter (4:18)
02:The Heart Said To The Brain (4:05)
03:Keep Things The Same (Mayor MacCheese) (3:44)
04:Lost At Sea (4:13)
05:Connections Are Made, Only To Be Broken (4:24)
06:Cease/Desist (4:28)
07:The Future Infection (5:14)
08:Sweet Summer Rain (3:10)
09:Staring At Blank Paper (4:29)
10:No Amount Of Whiteout (2:42)
11:Penguins (2:28)
(music written by Ground Level Falcons)
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