Welche Blues-Rocker gibt es im magischen Dreieck von Walter Trout, Todd Wolfe und Michael Katon? Unter anderem definitiv Jay Gordon, der mit seinen Blues Venom die härtere Art des Blues Rock an den Fan weiterreicht.
In Chicago aufgewachsen, weckten Buddy Guy, Johnny Winter, Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan sein Interesse für das Genre. Im Allgemeinen sind die genannten Künstler Vertreter des 'kein-Kind-von-Traurigkeit-Blues'. So ist es auch bei Jay Gordon, der 2004 schon einmal im Line-up von Eric Claptons Crossroads Guitar Festival war. Er spielte zusammen mit oder eröffnete Konzerte unter anderem für ZZ Top, Lynyrd Skynyrd, 38 Special, B.B. King oder Paul Rodgers. Diverse South Bay Music Awards/Los Angeles Music Awards in unterschiedlichen Kategorien zieren seine Vitrine und 2012 wurde Jay Gordons Album "No Cure" gar für einen Grammy nominiert. Seine Songs fanden Platz im Film "My Brother's War" und er schauspielerte in den ersten drei Folgen von "Nightmare On Elm Street".
"No Cure" ist eines von insgesamt zwölf Alben, die Jay Gordon früher auch mit der Begleitband The Penetrators veröffentlicht hat. "Fresh Blood" sowie "Live On The Sunset Strip No Quarter Given" sind zwei Live-Platten und "Jaywalkin" nahm Jay Gordon gemeinsam mit Phillip Walker auf. "Woodchoppers Ball" enthält Lieder von diversen Vorläufer-Alben, wie zum Beispiel "Extremley Dangerous Blues", "Electric Redemption" oder "Sixstring Outlaw". Der Song "Message To Collins" ist natürlich Albert Collins gewidmet und überhaupt hobeln Jay Gordon And Blues Venom das Blues-Hartholz rund und rein praktisch gesehen kommt es vorher zum sehr speziellen "Chainsaw Boogie". An eine von seinen Gitarren ließ der Musiker eine Kettensäge, deren Schneideblatt von Plexiglas ummantelt ist, bauen und so erzeugt er eine Sound »like a couple of Harleys going through the stack of Marshall Amplifiers.«
Okay, dann wollen wir diese Nummer mal anschmeißen und uns die Gehörgänge gehörig durchpusten lassen. Bei diesem Tempo-Boogie riecht man förmlich das Benzingemisch und spürt die Kraft dieses höllischen Handwerkzeugs. Bassistin Sharon Butcher ist hier am Gesangsmikrofon mit von der Partie und im von der Slide-Gitarre angetriebenen "Voodoo Woman" übernimmt sie wegen ihrer guten Stimme folgerichtig die Leadvocals. Auch hier setzt der Bandleader sein fast nicht ruhendes Bottleneck unter Feuer. Hammer, wie er diese nicht einfache Technik beherrscht und damit infizierend wirkt.
Magisch-treibende Momente vermittelt der Amerikaner zum Beispiel mit einer Nummer wie "Travelin Riverside Blues". Dieses Stück ist ein Finger-Akrobatik-Lied der furiosen Art auf der Dobro. Man muss wohl nicht betonen, dass auch hier das Metallröhrchen mit von der Partie ist. Ansonsten erleben wir den Protagonisten solo. Toll!
Im Instrumental "Message To Collins" hält die Band das Tempo im unteren Bereich und darüber entfacht Jay Gordon ein Feuerwerk auf sechs Saiten. Ist der Blues Rock-Fan bis zu diesem Track vorgedrungen, ist er eh schon von den Künsten des Musikers (und seiner Begleiter) gefangen genommen worden. Jay Gordon ist ein bemerkenswerter Vertreter des lauten, auch aufmüpfigen Gitarrentons.
Wer wissen will, was der Mann dann an dynamischer Ballade aus eigenem Hause zu bieten hat, wird sich über über neun Minuten "Blues Venom" freuen. Hier setzen sich der Tasten-Drücker Rich Wenzel und Mario Ramirez auf seiner Harp perfekt in Szene. Selbst im balladesken Bereich knistert es vor elektrifizierender Stimmung in der Hütte.
Achtung, Blues-Rocker! Hier kommt Jay Gordon And Blues Venom! Hut ab vor so viel klasse 12-Takter aus dem oben genannten Dreieck des schwitzenden Wohlbefindens.
Line-up:
Jay Gordon (lead guitar, slide guitar, Dobro, vocals)
Sharon Butcher (bass - #1-5,11, vocals - #3,5)
Rich Wenzel (Hammond B3, piano)
Rich Gordon Lambert (drums - #4,7,9,11)
Mario Ramirez (saxophone - #11)
Ric Daily (drums - #1-5)
Russ Greene (bass - #7-10)
John Schayer (bass - #12)
Lee Davis (drums - #12)
Butch Black (bass - #8,10)
Tracklist |
01:The Stinger (3:23)
02:Hobo Hilton (5:22)
03:Chainsaw Boogie (4:44)
04:Stranger Blues (3:59)
05:Voodoo Woman (3:35)
06:Travelin Riverside Blues (3:47)
07:Pain (6:23)
08:Message To Collins (4:29)
09:Drippin Blues (4:42)
10:Pure Grain Alcohol (5:03)
11:Blues Venom (9:13)
12:Original Sin (9:27)
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