Elias. T. Hoth / Let Sleepin Demons Lie
Let Sleepin Demons Lie Spielzeit: 70:06
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2009
Stil: Blues Rock

Review vom 19.08.2009


Joachim 'Joe' Brookes
Ui je! Was hat denn dieser Mann schon durchgemacht?
Da steht in den Linernotes etwas von 'Vergessen im Alkohol, Depressionen oder in einer Anstalt für psychisch Kranke finden'. Übersetzt heißt das: mit Jack Daniels und einem Antidepressivum. In toto stand der Mann am Abgrund des Lebens, anscheinend nur noch wenige steuerbare Fäden in der Hand haltend.
So erdrückend diese Dinge auch sein mögen, kommt der Musiker Elias. T. Hoth wie Phoenix aus der Asche seiner Vergangenheit und steht als Sänger sowie Rhythmus-Gitarrist mit drei weiteren Musikern als Band für den Rock'n'Roll eines neuen Lebensabschnitts.
Nach einem Tal zeigt die Kurve auch wieder nach oben und der Album-Titel "Let Sleepin Demons Lie" spricht wohl eine deutliche Sprache. Und das ist definitiv ebenso mit der Musik dieser Gruppe der Fall.
Man braucht kein Mikrofasertuch, um festzustellen, woher die Einflüsse des Musikers kommen: AC/DC, Lynyrd Skynyrd, Status Quo,ZZ Top und weitere Verdächtige aus diesem Dunstkreis. Da mutet es schon etwas befremdlich an, wenn auf fast jeder Seite des in schwarz gehaltenen Booklets steht: »ALL SONGS, CONCEPTS, LYRICS, AND MUSICAL ARRANGEMENTS BY ELIAS.T.HOTH 01.08.02«
Damit nicht genug, gilt es allerdings noch ein Deckmäntelchen zu lüften… Als Lead-Gitarrist hören wir Sam Barnett, der, wie man es auf der Band-Homepage nachlesen kann, zum Zeitpunkt der Aufnahmen, wann immer der gewesen sein mag, erst ganze siebzehn Lenze zählte. Mein lieber Kokoschollo, welch ein Talent wird denn hier präsentiert.
Die Band Elias. T. Hoth hat das musikalische Gaspedal bis in die Ölwanne durchgedrückt und, wie man so schön sagt, durchdringt der Namensgeber mit seiner Whiskey-getränkten Stimme Mark und Bein.
Tonnenschwere Rhythmen begleiten die dreckige Slide-Gitarre und fetten Riffs. Boogie, Blues Rock, Groove... mit einer angemessenen Heftigkeit, die dem Hörer wahrlich Freude bereitet. Kräfte des Widerstandes erdrückt die Gruppe im Keim.
Wie bei Status Quo handelt es sich tatsächlich um eine britisches Gruppe, die wohl schon länger zusammenspielen muss, so kompakt, wie sich die dreizehn 12-Takter-Perlen anhören.
Ganze siebzig Minuten Vollbedienung.
Bei "Let Sleepin Demons Lie" möchte ich mich nicht als Pathologe der Noten und Töne ereifern und jeden einzelnen Track sezieren.
Die oben angegebenen Verweise passen schon, machen den Blues Rock des Briten in seiner Anlage allerdings nur noch globaler.
Und immer wieder dieser Sam Barnett. Der setzt mit seinem Bottleneck sowie Wah Wah-Pedal ein Ausrufezeichen nach dem anderen und spielt sich in seinen jungen Jahren quasi Blasen an die Finger.
Da Hoth nicht nur die Gitarre spielen kann, ist durchaus vorstellbar, dass er für die heulende Harp ("Sleazy Hussy Fever") und das vortreffliche Piano in "Louisiana Train" zuständig ist.
Siebzig Minuten Volldampf sind hier wirklich Programm. Die Suche nach einer Ballade endet erfolglos an den White Cliffs und wenn man dem Hörer überhaupt Zeit zum Durchatmen lässt, geschieht das durch geschickt eingeflochtene Rhythmuswechsel in diversen Songs.
Es kommt einem so vor, als müsse sich Hoth den gesamten Lebensfrust von der Seele spielen und singen. Dafür hat er klasse Partner gefunden und das Ergebnis ist sehr lobenswert.
Sieht man sich Videos von deren dynamischen Live-Auftritten an, steigt die Spannung auf eventuelle Konzerte diesseits des Ärmelkanals.
Elias. T. Hoth kann es und macht es... und überzeugt auf ganzer Strecke.
Line-up:
Elias. T. Hoth (rhythm guitar, lead vocals)
Sam Barnett (lead guitar)
Simon Robertshaw (bass, backing vocals)
Danny Law (drums, backing vocals)
Tracklist
01:Mississippi Burnin (5:42)
02:Mobile Alabama (7:25)
03:Roll Down Dirdy (6:28)
04:A Liddle Bit A Sinnin (5:26)
05:Sleazy Hussy Fever (7:49)
06:Ozark Alabama Please (6:05)
07:Louisiana Train (7:16)
08:Down Mississippi Way (6:24)
09:Wanted By The FBI (6:03)
10:Hex On You (5:50)
11:Rollin Thunda (5:38)
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