The Happy Endings / Greatest View From Alcatraz
Greatest View From Alcatraz Spielzeit: 46:20
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2011
Stil: Rock

Review vom 12.07.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Auf dem Coverbild bieten The Happy Endings nur einen Blick durch das Schlüsselloch. Die vierzehn Songs des neuen Albums der australischen Band zeigen da schon viel mehr Weitblick. Was Bier und Grillen so alles bewirken können. Das Quartett jammte bei einer Fete und eine Woche später (wieder beim Grillen) gaben sie ihren vier Songs mehr Struktur und es entstand noch eine weitere Nummer. Produzent Forrester Savell (The Butterfly Effect, Birds Of Tokyo, Helmet) war begeistert von dem Material und ging mit den Jungs ins Studio. Dann schickte er die Lieder an Triple J Radio und schon tags drauf hörte man sich im Radio. Davon beflügelt wurde The Happy Endings aus der Taufe gehoben und man hatte ziemlich schnell Erfolg mit der rockigen Musik.
Ihre Tour durch Australien hatte sage und schreibe vierundachtzig Termine. Man trat dann im Sommer 2009 auch in Europa auf und jetzt heißt es mit "Greatest View From Alcatraz" eine nächste Stufe auf der Leiter zu nehmen. Man muss der Combo zugestehen, dass sie ein Händchen für flott-knackige Kompositionen hat und mit zwei Gitarren kreiert man einen fetten Sound. In zwei Songs gibt es Streicher-Unterstützung und Lee Jones steuerte Keyboards- sowie Synthesizer-Sounds bei.
Alle Tracks haben klasse Hooklines und melodische Refrains, die zum größten Teil von einer leckeren Rock-Härte begleitet werden. Josh Johnstone kann gut singen und im Verbund mit seinen Kumpels klingt auch der Chorgesang sehr gut. Alle Lieder pendeln sich in Bezug auf die Spielzeit bei einer drei Minuten-Marke ein und trotzdem geben die Stücke dem Hörer das Gefühl, als seien sie einen Tick länger, als im Player ausgewiesen.
Sind Willow Stahlut und Rachel Meredith mit Violine beziehungsweise Cello am Start, wird es balladesk. "Rocketship" heißt der Träumer und selbst dieser Song verfügt über ordentlich Power. "Homewrecker Man" lässt den Streichern noch mehr Raum, weil man die E-Gitarren in die Ecke gestellt hat und zur Akustischen griff. Ein schöner, besinnlicher Abschluss von "Greatest View From Alcatraz".
Die Gitarristen reiten nicht nur auf den Wellenkämmen der Riffs, sondern finden immer wieder eine Lücke für feine Solo-Einlagen. Hölle, wie kommt denn dieses "Control" plötzlich auf einen zu. Da könnte man fast meinen, der Vierer gerät außer Kontrolle. Die Jungs rocken ganz stark. Dazu treiben Adrian Frisina (Bass) sowie Jason Gore die anderen beiden Kumpel so richtig nach vorne und haben den Tastenmann Lee Jones gleich mit im Schlepptau. Ein Highlight!
Nicht erst "Wrecking Ball" hat einen guten Groove und ist wohl die Nummer mit einem gehörigen Schuss Pop im Getriebe, was den Refrain angeht. Klasse ist in dem Track das kurze Innehalten durch Entschleunigung. Bei "Pull The Trigger", einer Single-Auskopplung lässt man die Zügel aber ganz locker und den riffenden Gitarren freien Lauf. Hey, The Happy Endings schleichen sich so ganz langsam, quasi stickum und heimlich unter die Hautschichten. Was anfangs vielleicht als oberflächlicher Rock anmuten mag, entwickelt sich mit jedem weiteren Hördurchgang als echte Qualität in diesem Genre. Da kann man schon jetzt davon reden, dass sich eine weitere Platte durchaus lohnt.
Man ist darüber hinaus auch in der Lage, mit griffigen Arrangements und dem einen oder anderen gut platzierten Soundeffekten aufzuwarten. "Rehab" war die erste Single aus dem Album. Bei diesem Titel darf man sich von allen bereits angesprochenen Qualitäten von The Happy Endings überzeugen und "6/8" ist ein weiterer Track, bei dem die Feuerzeuge entzündet werden dürfen.
The Happy Endings haben es geschafft, mit "Greatest View From Alcatraz" sprichwörtlich für wachsende Begeisterung zu sorgen. Etwas über eine dreiviertel Stunde gut inszenierte Rock-Musik kommt da auf den Hörer zu.
Line-up:
Josh Johnstone (vocals, guitar)
Jesse Kot (guitar)
Adrian Frisina (bass)
Jason Gore (drums)

Additional Musicians:
Willow Stahlut (violin - #4,14)
Rachel Meredith (cello - #4,14)
Lee Jones (keyboards, synthesizer - #5,8,11)
Joelene Jones (backing vocals - #11)
Tracklist
01:Dissident (3:32)
02:Rehab (3:06)
03:Catorina (3:19)
04:Rocketship (3:12)
05:Candy Cane (3:47)
06:Horizions (3:42)
07:Pull The Trigger (2:45)
08:Control (3:41)
09:Backdown (3:24)
10:6/8 (2:44)
11:Wrecking Ball (3:44)
12:Serenading Song (3:14)
13:Building Is Burning (3:13)
14:Homewrecker Man (2:57)
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