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Wer stilechten, dreckigen australischen Rock auf seiner Musik-Gourmet-Speisekarte stehen hat, der darf sich diese, noch relativ junge Band aus Sydney auf keinen Fall entgehen lassen. Die Hell City Glamours stehen für powervollen, unverfälschten und rauen Rock mit zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang. Irgendwelcher Schnickschnack ist diesem Quartett vollkommen fremd. Was zählt, ist, es sowohl kräftig wie auch melodisch krachen zu lassen. Und das bekommen die Jungs aus dem Land der Kängurus ganz hervorragend gebacken.
Herzerfrischende Riffs eröffnen das gleichnamige Debütalbum und den Song "One Night Only". Die Gitarren verzahnen sich und ziehen ein geiles Wechselspiel zwischen Rhythmus, Licks und Soli ab. Der Bass pumpt dahinter ganz mächtig und massiert einem dabei ordentlich die Magenmuskeln, während Robbie Potts am Schlagzeug das Ganze nicht nur zusammenhält, sondern auch noch mächtig Dampf von hinten macht. Und wenn Innovation auch ein Fremdwort für die Australier sein wird, so gleichen sie dies mit einem warmen, organischen Sound, Attitüde und ungezügelter Energie mehr als aus.
Ganz klar kann man in einem solchen Fall viele Inspirationen ausmachen. Truppen wie etwa Thin Lizzy, die Rolling Stones, AC/DC oder Rose Tattoo (z.B. bei "High Brow") dürften in der musikalischen Erziehung der Protagonisten keine unerhebliche Rolle gespielt haben. Der primäre Höreindruck der ersten Tracks vermittelt leider, dass der Gesang nicht zu einhundert Prozent mit der Musik mithalten kann. Oscar McBlack macht dabei vor dem Mikro keinesfalls eine schlechte Figur, aber ich persönlich hätte mir den Gesang noch ein bisschen kräftiger, bzw. dreckiger gewünscht. Eine Hoffnung, die zu meiner Freude im Verlauf des guten Dutzend Songs zumindest teilweise erfüllt wird.
Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass es sich dabei um 'Jammern auf hohem Niveau' handelt. Denn die Songs des australischen Vierers sind allesamt Granaten vor dem Herrn und geben keinen Millimeter Boden preis, wenn es zur Qualität des Songwritings, der Power und Spielfreude kommt. Die absoluten Überflieger der Scheibe hören auf Namen wie "Worst Kinda Man", "Flying Away", "Right My Wrongs" oder "One Night Only", aber die restlichen Titel stehen den genannten in nicht viel nach. "In The Cold" zum Beispiel, das neben einem Thin Lizzy-Gitarren-Lick über ein starkes Arrangement verfügt und bei dem auch mal mit dem Tempo 'gespielt' wird.
Als Rausschmeißer gibt es mit "Thank You" dann noch einen dankbaren Abschiedsgruß, bei dem die Handbremse jedoch keinesfalls angezogen wird. Nein, diese Kollegen rocken mit ihren drei bis dreieinhalb Minuten langen Tracks durch, bis sich die gut 47-minütige Spielzeit schließlich dem Ende entgegen neigt. Rockerherz, was willst du mehr? Wenn ich die Power und das Feuerwerk bedenke, das die Hell City Glamours bereits auf ihrem Debüt-Album vorweisen können, dann kann es eigentlich gar nicht anders sein, als dass dieser Haufen auf den Bühnenbrettern zu absoluten Killern mutiert. Mann, das würde ich mir gerne mal gönnen!
Die erste Scheibe der Hell City Glamours kann ich nicht nur jedem Rock-Fan aller wärmstens ans Herz legen, sondern auch wirklich jedermann/-frau empfehlen, der/die auch nur ansatzweise ein Faible für Rockmusik jeglicher Ausrichtung hat. Mein Herz hat die Combo jedenfalls im Sturm erobert. Jede Menge Power, starkes und eingängiges Songwriting, warmer Sound und genau die richtige Prise an Ungestümheit und Dreck lassen dieses Album zu einem absoluten Gewinner werden. Wird allerhöchste Zeit, dass sich die vier Hellraiser auch mal in Deutschland blicken lassen.
Die Hell City Glamours bieten Gitarren-Rock in reinster Form und diese CD ist ein dicker Tipp! Ein überzeugender Beweis, dass der gute Ozzy mit dem bereits 1981 verzapften, folgenden Textauszug zum Glück auch weiterhin Recht behält:
»…You Can't Kill Rock'n'Roll … It's Here To Stay!!!«
Line-up:
Oscar McBlack (vocals, guitars)
Mo Mayhem (guitars, vocals)
Robbie Potts (drums)
Jonny (bass, vocals)
| Tracklist |
01:One Night Only
02:Back To You
03:Josephine
04:Flying Away
05:High Brow
06:Ready To Fall
07:Right My Wrongs
08:The Money
09:I'm Not Here
10:Worst Kinda Man
11:In The Cold
12:No Love
13:Thank You
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