Hierosonic / Conciousness, Fame, God, Money, Power
Conciousness, Fame, God, Money, Power Spielzeit: 36:14
Medium: CD
Label: Soundmine Music Works (Sony), 2012
Stil: Rock

Review vom 08.08.2012


Markus Kerren
Die fünf Jungs von Hierosonic haben bereits vor einigen Wochen nun auch in Deutschland ihr Debütalbum an den Start gebracht. Insgesamt zehn Tracks mit einer Spielzeit von (etwas mageren) 36 Minuten wurden vorgelegt. Und was die Amerikaner aus Harrisburg, Pennsylvania hier anbieten, ist moderne Rockmusik, die zusätzlich mit Elektronik-Elementen aufgepeppelt wird.
Dabei spielen die Musiker aus dem Nordosten der US of A immer wieder ganz clever mit Tempowechseln und dem Verschieben von Stimmungen. Die vielversprechend "Conciousness, Fame, God, Money, Power" betitelte Scheibe hält dabei aber nur zeitweise, was ihr Name verspricht. Definitiv sehr gelungen ausgefallen sind die Texte, mit denen die Truppe wach- wie aufrütteln will. Ins Visier genommen wurden dabei der (speziell in ihrem Heimatland) immer weiter um sich greifende Phlegmatismus und auch die Medien, die dem satten Couch Potato immer verstärkter ein X für ein U vormachen wollen.
Die Gitarren sind deutlich vom Independent Rock beeinflusst und auch der Gesang bezieht sich deutlich stärker auf frühe Platten von U2, als auf Stile von Leuten wie etwa Robert Plant oder Mick Jagger (um mal ein paar sehr plakative Beispiele zu nennen). Das ist qualitativ weder als positiv noch als negativ zu bewerten, sondern einzig und alleine Geschmacksache. Qualität kann man der Band und diesem Album allerdings keinesfalls absprechen, denn was das Quintett hier tut, das macht es auch durchdacht und gut.
Die Produktion ist so vielschichtig wie transparent und auch bei den Arrangements wurde sich ganz offensichtlich viel Mühe gegeben. Worunter dieses Album etwas leidet, ist die unglücklicherweise fehlende Dynamik, was der Gleichförmigkeit der Tempi bezüglich der einzelnen Tracks geschuldet ist. Schade, denn den eigentlichen Nummern kann man im Prinzip kaum einen Vorwurf machen, wenn man den weiter oben beschriebenen Stilelementen zugeneigt ist.
Nehmen wir zum Beispiel ein Stück wie "Paradox", das auf fette, versetzte Akkorde der Rhythmus-Gitarre baut, bevor dann der Frontmann Ben Stewart das Heft gesanglich übernimmt. Mike Slang (am Bass) und Randy Elmy (Schlagzeug) machen von hinten ganz ordentlich Druck und Brandon Krotser setzt die (weiter in den Hintergrund gemixten) Keyboard-Teppiche sowie die durchgehend immer wieder clever eingebauten Elektronik-Einschübe. Jarred Cannon an der Gitarre kann es übrigens nicht nur fett riffend, sondern versteht es auch, immer wieder, ganz feinfühlige Spielereien in den Gesamtsound einzuweben.
Mit "Infinity" ist dann auch hitverdächtiges Material am Start und die Nummer dürfte mit Sicherheit als Single ausgekoppelt werden. War "Slave Machine" die richtige Wahl für den Opener? Bestimmt, denn selbst wenn der Track nicht der fetzigste dieses Debüts ist, so fasst er doch bereits den Gesamt-Sound von Hiersonic sehr gut zusammen. "The Media Taught That" ist eine offene Anklage an die Verblödungs-Politik gewisser öffentlicher Organe und beim Rausschmeißer "The World Upside Down" werden wie beim ersten Song nochmal alle bis dahin zu Gehör gebrachten Facetten der Band auf den Punkt gebracht.
"Conciousness, Fame, God, Money, Power" ist ein modernes Rock-Album einer modernen Rock-Band, die sich zum Ziel gesetzt hat, nach Amerika nun auch Deutschland zu erobern. Nachdem diese Scheibe hierzulande veröffentlicht wurde, will die Gruppe im Spätsommer auch die deutschen Bühnen unsicher machen bzw. in Schutt und Asche legen. Wer erst mal reinhören will, dem kann ich die Tracks "The Media Taught That", "Infinity" und "The World Upside Down" empfehlen.
Line-up:
Ben Stewart (lead vocals)
Jarred Cannon (guitars, vocals)
Mike Slang (bass, vocals)
Brandon Krotser (keyboards, vocals)
Randy Elmy (drums)
Tracklist
01:Slave Machine
02:Baphomet
03:The Media Taught That
04:Tongues
05:You're Mine
06:Dance To War
07:Paper Nation
08:Paradox
09:Infinity
10:The World Upside Down
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