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I Ging ... das Buch des Wandels oder der großen Wandlung. I Ging ... divergent Striche ergeben in ihrer verschiedenartigen Anordnung unterschiedliche Bedeutungen. Strichanordnungen hin, Hexagramme her. Was die chinesischen Symbole nicht können, ist Musik machen.
Sehr wohl sind die vier Künstler hinter dem Namen I Ging (oder i Ging) dazu in der Lage. Und wie, liebe RockTimes-Leser. Das Quartett besteht aus (Ladies first) Maggie Mackenthun und ihrem musikalischen Komplizen am Schlagzeug Gerd Sagemueller, beide von der Gruppe Kozmic Blue, dem Saitenhexer Joerg Dudys (unter anderem Simon Collins, Jule Neigel, Nena, Reamonn, Roachford, Edo Zanki) und für die bassige Grundlage sorgt Martin Engelien.
Sechs Songs, alle vom Vierer geschrieben, präsentiert I Ging auf seinem Debüt "The Unfinished". Zwischen Rock und Blues ist bei der Combo alles drin und wenn inmitten von Gitarre, Bass sowie Schlagzeug auch noch die Harp heult, dann ist definitiv Hörgenuss angesagt.
Authentisch, mit Herzblut und einer Menge klasse Kompositionen gibt I Ging eine hinlangende Visitenkarte der Vielfältigkeit ab. Wenn die Rede von Maggie Mackenthun ist, darf der Name einer der wohl prägendsten Stimmen des Musikbusiness nicht unerwähnt bleiben: Janis Joplin.
Schon der Opener "A Ban On Flyin'" lässt mit seinem psychedelischen Einstieg und dann folgenden höllischen Grooves von den drei Männern mehr als aufhorchen. Maggie Mackenthuns Stimme sorgt gleich von Beginn an für Gänsehaut. Diese Sängerin ist einfach großartig. Locker wird der Rhythmus gewechselt und trotz des bodenständigen Gesangs scheint ihre Stimme über allem zu schweben. Joerg Dudys serviert uns eine erste Feinkostprobe seiner solistischen Fertigkeit und Fähigkeiten. Quasi als Vorspeise bekommt man etwas über sieben Minuten sehr gute Musik geboten. Nach der groovenden Eröffnung geht es bei der Fragestellung "Who's That Girl?" feurig-funkig zu. Der Gitarrist setzt bemerkenswerte Akzente und der Bass von Martin Engelien treibt ordentlich nach vorne und dann alle dem Funk frönen. Mit Stakkato-artigen Einschüben hält man die Flamme dieser Spielart groß und auch diese Nummer langt sehr gut hin. Klasse!
Wow, jetzt hebt die Combo ab. Das balladeske "Hold Me Tight" ist zeitlos schön. Joerg Dudys befindet sich in der Rolle des Klangschöpfers sphärischer Sounds. Sein melodiöses Solo ist himmlisch und Gerd Sagemueller hat die Paukenschlägel aktiviert. Hammer-Song! Rockig geht man in "Rulers Fool" (oder wie auf der CD als »Ruler's Fool« verzeichnet) zu Werke. Hoch leben die Rhythmuswechsel, das herrliche Bubbern des Martin Engelien-Tieftöners und der effektvoll verzierte Klang der Gitarre. Toll!
"Bound" ist eine wunderschöne Ballade und die rot leuchtende Kirsche auf der weißen Sahnetorte. Nicht erst hier weiß der Musikkenner, wie hingebungsvoll Maggie Mackenthun singen kann. Da strömen, auch durch die Musik, kiloweise Emotionen unter die Haut des Hörers. Bei "Don't Forget!" wird abermals gegroovt, was das Zeug hält und mit der bereits erwähnten Harp hält der Blues Einzug in die fantastische I Ging-Mischung. Das Salz in der Suppe dieses Tracks ist meines Erachtens das wechselseitige Solieren der Mundharmonika und Gitarre. Phasenweise spielt Joerg Dudys sein Arbeitsgerät in Southern-Auslage.
Für Musik von der Stange ist man bei I Ging garantiert an der falschen Adresse. Die vorliegende Platte befindet sich in täglicher Dauerrotation im Player. An und für sich müsste man bei der großartigen Musik den Bandnamen so schreiben: I GING. Bei den überzeugenden sechs Songs lässt der Albumtitel "The Unfinished" darauf hoffen, dass es (hoffentlich) eine Fortsetzung geben wird.
Line-up:
Maggie Mackenthun (vocals)
Joerg Dudys (guitars)
Martin Engelien (bass)
Gerhard Sagemueller (drums)
| Tracklist |
01:A Ban On Flyin' (7:05)
02:Who's That Girl? (3:31)
03:Hold Me Tight (4:34)
04:Rulers Fool (4:25)
05:Bound (5:47)
06:Don't Forget (6:38)
(all songs written by Engelien/Sagemueller/Mackenthun/Dudys)
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