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Jack Jinx ist zunächst als Dresdner Studio-Projekt von Mastermind Konrad Hartsch gegründet worden, das ohne irgendwelchen Druck das nun vorliegende Debüt "Long Way Home" einspielte. Zwei Jahre 'harter Arbeit' stecken dahinter, wie die sich selbst promotende Band verlauten lässt, die komplett aus der 'Dresdner Szene' stammt. Aufgenommen wurde im ebenfalls sächsischen Freital, gleich um die Ecke. Die aktuelle Besetzung wurde schon mal als 'MK I" gekennzeichnet, was darauf schließen lässt, dass sie nicht für die Ewigkeit geplant ist. Im Neuen Jahr soll eine erste Club-Tour stattfinden. Mal sehen, wer dann im Line-up steht.
Als 'Rockin' Nashvillian Bluesology' benennt Jack Jinx das Gebräu, das da auf dem Debüt und später auf der Bühne kredenzt wird. Also mal rein mit der Scheibe in den Player und aufgedreht! Und es geht ausgesprochen gut los: ein sägendes Hard Rock-Riff, dann schleicht sich Rany Dabbaghs Organ in den Song, unterstützt von einem dunklen Einflüsterer, schwingt sich zur ersten Hookline auf und macht Platz für ein ordentliches Gitarren-Solo. Die Orgel sorgt für einen schönen Vintage-Touch und aus dem Maschinenraum groovt es - "Make It Happen For Yourself", genau Jungs, so geht das!
Dass die Fünf nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern da auch eine Menge kreativer Power dahintersteckt, wird mit jedem Titel mehr klar. Angefangen vom Songwriting (komplett Konrad Hartsch), das Format hat und jeder verwendeten Stilrichtung gerecht wird. Aber auch die Arrangements (gemeinsam erarbeitet) sind stimmig und haben Pep. Es gibt viele Überraschungen mit musikalischen Finessen. Wenn es mal lockerer und witzig wird ("Hell's Kitchen", "Carved In Stone", "Mean Walking Woman"), haben die Nummern immer noch genug R'n'R-Saft. Rany Dabbagh ist zwar keine ausgesprochene 'Röhre', aber er singt variabel und kraftvoll, ein richtig Guter am Mikro. Interessant wär zu wissen, wer bei dem akustischen "Didn't Work The Good Way" als Duett-Partner fungiert. Der Sound ist klar von Mr. Hartschs Gitarren geprägt, der ein Spitzen-Axeman ist! Es fehlt ja wirklich nicht an starken Gitarreros in Deutschland, aber der Junge spielt in Kürze in der ersten Liga - wenn er es live genauso bringt.
Nachdem bis dato schon reichlich 'Nashvillian' und 'Rockabillian' aus den Boxen kam, zeigt die Band mit "Tough Times", dass sie dem Blues ebenfalls durchaus gerecht wird. Allerdings qualmt es auch hierbei kräftig. Noch mehr beim nachfolgenden Instrumental "Where The Buck Stops", das mit Gitarrenduellen nur so gespickt ist. Über "Whizkey Blooze" darf sich die Southern Rock-Fraktion freuen. Dass sie auch die ruhigen Sachen drauf haben, zeigen die Saxonians zum Schluss: "Yesterdays" bluesy akustisch, "Long Way Home" als atmosphärischer Americana-Rocker und "Nothing Left To Say" instrumental mit keltischem Einschlag. Wer dann von sich aus die Scheibe nicht abstellt, bekommt nach rund vier Minuten eine Solo-Zugabe von Herrn Hartsch als klampfender Singer/Songwriter.
Zu dem Debüt kann man den Dresdnern nur gratulieren, rundum gelungen! Sollte das hoffnungsvolle Projekt Bestand haben, wird es stilistisch wohl mehr in eine bestimmte Richtung gehen, der 'Talentprobe' ist hiermit Genüge getan. Wenn es an "Long Way Home" etwas zu kritisieren gibt, dann ist es der etwas scheppernde Sound der Produktion; wer hat, sollte an seiner Anlage mal die 'Loudness'-Funktion reindrehen.
Der offizielle CD-Release-Gig ist für 25.01.2012 in der GrooveStation Dresden-Neustadt angekündigt. Schau mer mal, ob Jack Jinx dann in einem Club in RockTimes-Nähe aufkreuzt, dann wollen wir gern auch die Live-Qualitäten der Band antesten. Bis dahin - tough times, Jungs!
Line-up:
Rany Dabbagh (Gesang)
Konrad 'Jack Jinx' Hartsch (Gitarren)
Tobias Ridder (Schlagzeug, Perkussion)
Silvio Gohl (Bass)
Andreas Krug (Keyboards)
| Tracklist |
01:Make It Happen For Yourself
02:No Bad Loser
03:Hell's Kitchen
04:Carved In Stone
05:Mean Walking Woman
06:Didn't Work The Good Way
07:Where I Started From
08:Your Mother Does Not Like Me
09:Tough Times
10:Where The Buck Stops
11:Whizkey Blooze
12:Yesterdays
13:Long Way Home
14:Nothing Left To Say
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