
Der Amerikaner
Michael Katon und der Niederländer
Rob Orlemans schmissen ihre Songs zusammen in einen Topf und heraus kam eine krachend-knallende Konzertreise, der sie den Titel 'Knock-Out Boogie Tour' gaben.
Wenn diese beiden Blues Rocker aufeinander treffen, dann wird der Saal oder die Halle aus den Angeln gehoben. Man könnte annehmen,
Michael Katon,
Rob Orlemans, Bassist
Piet Tromp und
Ernst van Ee hätten unter entsprechende Bodenplatte Raketen installiert.
Einmal Boogie im Tour-Titel reicht bei weitem nicht aus. Boogie, Boogie, Boogie ... ach so, und nicht zu vergessen ... Boogie on! Boogie in allen Belangen ... als Vorspeise "Get Yer Boogie On", als Hauptgericht "Get The Boogie Train" und "Down On The Boogie Farm", als Nachschlag "Barbeque On My Boogie" und "Jump Back (My Baby Wants To Boogie)". Da war von der ersten Sekunde an Feuer unter dem Kessel. Die Saiten glitzerten quasi nicht nur wegen der Scheinwerfer so hell. Für fast einhundert Minuten zündete eine Feuerwerksrakete nach der anderen.
Rob Orlemans und
Michael Katon wechselten sich mit Gesang und Soli ab, spielten hier und da im genüsslichen Twin-Sound und schließlich konnten der Bassist
Piet Tromp sowie
Ernst van Ee in Alleingängen begeistern.
Man hatte den Eindruck, es gab kein Morgen, alle Boogie-Energie muss bis zum Schlusspunkt verschossen sein, kein Boogie-Krümel durfte mehr auf dem Tisch liegen, erst nachdem der letzte Boogie-Ton verhallte, legte sich auch die Kraft des Boogie-Tornados, den das Quartett initiierte. Die Sechssaiter hatten fast im einen ordentlichen Fuzz im Gepäck und wenn
Michael Katon das Bottleneck aktivierte, erzeugten die sprühenden Funken imaginäre Brandflecken auf dem Holzfußboden des Café De Komm in Groesbeek.
Im flachsten Land Europas türmte sich bei diesem Auftritt ein massiver Boogie-Berg, der durch "The Detroit River Dirty Blues" noch um einige Meter erhöht wurde. Mit dem Amerikaner auf der Bassdrum sitzend, bekam die Nummer ganz besondere Schwingungen.

Da kam vorher der "Monkey Tale" als straighter Rock richtig gut und der durchaus mit schlüpfrigen Hintergedanken von
Michael Katon gesungene und gestikulierte "Barbeque On My Boogie" wurde von einem kurzen
Rob Orlemans Jimi Hendrix-Nugget über der Grillflamme gewürzt.
Auf dem Boogie-Highway unterwegs, fand der Niederländer, so weit es der Platz in der Location zuließ, auch den Weg durch das Publikum und überhaupt waren beide Protagonisten Vertreter des furios-extrovertierten Zwölftakters. Zeitweise nahm der Hochgeschwindigkeits-Boogie Kurs auf so etwas wie Heavy Metal-Blues. Allerdings gab es auch eine Prise
Freddie King zu genießen und wer neben dem bereits erwähnten "Barbeque ..." als Zugabe noch ein "Hear Me Calling" aus dem Rock-Ärmel zaubert, hatte einen donnernden Applaus sicher in der Tasche.

Die Rhythmus-Fraktion sorgte für Drive und Vortrieb. Erstaunlich, wie
Ernst van Ee ganz locker den Groove erzeugte und
Piet Tromp seine Finger wieselflink über die dicken Saiten sausen ließ. Die Frage nach einer Ballade erübrigte sich fast.
Beruhigung gab es innerhalb der Nummern. Solche Intermezzi sorgten für Durchatmen. Kein Leser sollte nun aber den Eindruck bekommen, als wären die beiden Frontmänner nur Leute des Boogie-Presslufthammer-Blues.
Rob Orlemans und
Michael Katon waren auch Vertreter des leisen Tons, der ungetrübt Emotionen reflektierte. Eben auch Feingeister des Genres. Pünktlich zum zweiten Teil ihrer 'Knock-Out Boogie Tour' konnten die Herrschaften ihr gemeinsames Album "Live K.O.", am Tag des Gigs brandaktuell aus dem Presswerk geliefert, vorzeigen.
Mit dem vom Quartett erzeugten elektrischen Feld pendelte man zwischen
ZZ Top und
Canned Heat.
Rob Orlemans und
Michael Katon sind die Boogie-Brothers des Genres und zwischen den Songs gab es bei deren Konversation auch einiges zu lachen. Sozusagen der Boogie-Spaß für zwischendurch. Die Geschichte des 12-Takters wird in besonderer Form weitererzählt ... Boogie, Boogie, Boogie!