Krishna Black Eagle / Phoenix Rising
Phoenix Rising Spielzeit: 65:59
Medium: CD
Label: RHR Records, 2010
Stil: Rock

Review vom 10.12.2010


Joachim 'Joe' Brookes
Krishna Yarbrough aka Krishna Black Eagle verdeutlicht mit seinen weit ausgestreckten Armen schon auf dem Coverbild, dass er offen für vielerlei Dinge ist. Der internationale Künstler möchte einen mit offenen Armen willkommen heißen. Er ist Cherokee-Indianer und hat seine Wurzeln auch in Dänemark. Der Musiker lebte in New York sowie Kopenhagen und aufgenommen wurde "Phoenix Rising" in der Nähe von Zürich. Dort hat der Produzent Alex Bolle seine Balik Music Farm.
Die Suche nach den Ursprüngen seiner Herkunft veränderte auch seine musikalische Sichtweise »und so flossen jetzt auch Indianische Elemente in Seine Musik ein ...« (Zitat aus dem Informationsblatt)
Folglich darf man bei "Phoenix Rising" nicht von einem reinen Native Rock-Album ausgehen. Krishna Black Eagle steht auch für AOR-Rock oder sogar Latin-beeinflusste Musik.
Krishna Black Eagle wirft also so einige Zutaten in seinen Kompositionstopf und bei allen vierzehn Titeln des Albums wird er, mit diversen anderen Leuten, als Schreiber genannt. Unter anderem taucht auch Véronique Hemberger auf. Sie singt auf einigen Stücken die zweite Stimme, mit der sie sehr beeindrucken kann.
Gleich zu Beginn punktet der Titelsong "Phoenix Rising" mit 'native chants' und kraftvollem Rock und entsprechenden Riffs. Dynamik regiert den Track und gesanglich macht Krishna Black Eagle eine ausgesprochen gute Figur. Der Mann hat eine tolle Stimme. Schon mit "Don't Wanna Cry" ist der Protagonist musikalisch etwas anders unterwegs. Eine Ballade steht auf dem Programm und auch hier kann der Künstler mit seinen indianischen Wurzeln punkten. AOR-getränkt ist die Nummer ein emotionaler Hinhörer, in dem ebenfalls die Riffs nicht fehlen und das E-Gitarren-Solo spricht Bände.
Es rockt wieder. "Goin' Crazy" besticht durch Blues-Riffs und melodischen Refrain. In einem Intermezzo sind die Instrumente zwischen den beiden Kanälen unterwegs und danach hat die akustische Gitarre ein Wörtchen mitzureden. Der Track endet in einem besonders langen Fade Out und "How Can I" ist dann Ballade pur. Das langsame Stück ist ziemlich intim instrumentiert. Die Akustische führt die Komposition zunächst an und ganz vorsichtig gesellt sich ein Piano dazu. Sanft hält eine Slide-Gitarre Einzug und dann gibt es auch noch kleine Hammond-Tupfer. Klasse!
Nachdem man für "I'd Like To Believe" einen besinnlichen Einstieg gefunden hat, drückt die Gruppe wieder auf die Tube. Diese Hemberger hat wirklich eine umwerfende Stimme. Für Aufhorchen sorgen ein überraschendes Break und Tempowechsel. Nach einer schönen Akustik-Ballade ("Without U") geht es mit herrlichen Pianoklängen weiter. "As Time Went By" ist mit einer nun schon typischen Krishna Black Eagle-Dynamik ausgestattet. Die treibenden Phasen werden vom Bass angeschoben und bei dieser Nummer darf man bei einem Konzert ruhig das Feuerzeug in Gang setzen.
"Runnin' Wild" verspricht, was der Titel schon andeutet. Es groovt und rockt super. Auf der Zielgeraden hat der Protagonist noch eine weitere Überraschung im Köcher. "No Quiero Ballar" ist ein perkussiver Latin-Track und auch so etwas trägt die typische Songwriter-Handschrift von Krishna Black Eagle. Diese Komposition ist zwar die stimmungsvolle Ausnahme der Tracklist aber keineswegs ein Fremdkörper in der Sammlung von vierzehn Songs.
Ein großes Ausrufezeichen setzt dann die Schluss-Nummer "Middle Ground (American Indian Chant)" und sie kann man als entsprechende Buchstütze zum Opener ansehen. Mit fast sieben Minuten ist dieses Stück nicht nur das längste des Albums, sondern auch besonders beeindruckend. Zum tollen Rock gibt es ein klasse Gitarrensolo und, wie bereits im ersten Song, passende 'native chants'. Super, diese Nummer!
Krishna Black Eagle legt mit "Phoenix Rising" ein ausgesprochen abwechslungsreiches Album und die indianische Ausrichtung in seiner Musik kann der Künstler ruhig weiter ausbauen.
Line-up:
Krishna (guitars, lead vocals, backing vocals)
John Woolloff (electric guitar, slide guitar, acoustic guitar)
Peter Wagner (piano, Hammond B3)
Ivan Rougny (bass)
Walter Kaiser (drums, percussion)
Véronique Hemberger (backing vocals)
Tracklist
01:Phoenix Rising (4:59)
02:Don't Wanna Cry (5:17)
03:Goin' Crazy (4:04)
04:How Can I (4:12)
05:I'd Like To Believe (4:54)
06:Now That I Found U (5:06)
07:Living Hell (4:23)
08:Without U (3:21)
09:As Time Went By (6:10)
10:Runnin' Wild (3:32)
11:Call On Me (4:27)
12:Turn Back The Clock (4:03)
13:No Quiero Bailar (4:41)
14:Middle Ground (American Indian Chant) (6:42)
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