The Kyle Bennett Band / Same
The Kyle Bennett Band Spielzeit: 36:49
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2005
Stil: Rock

Review vom 25.12.2006


János Wolfart
»A blend of Texas Country and Southern Rock«, so steht es einleitend auf der Homepage der Kyle Bennett Band. Normalerweise sollte diese Scheibe aufgrund dieser Beschreibung ein Hochgenuss und ein reviewtechnischer Spaziergang für den Rezensenten werden. Aber wie so oft wird man von den kreativen Promotionstexten auf die falsche Fährte gelockt.
Den Southern Rock muss man mit der Lupe suchen, ich kann ihn nur in wenigen Gitarrenleads erkennen, die wiederum viel zu kurz sind. In "Come On Radio" wird das Solo zu dem Zeitpunkt ausgeblendet, als es gerade richtig losgeht. Ansonsten ist das eine der wenigen Nummern, die sich der Countrymusik im traditonellen Sinne bedient, ebenso wie die gefälligen "Into Her Arms" (mit einfühlsamen Dobro-Sounds garniert) und "What's It Like" mit Pedal Steel-Einlagen - leider drischt Beau Brauer genauso auf sein Schlagzeug ein wie bei den rockigeren Songs. Ansonsten findet man noch in den Songtexten Country-Einflüsse, aber eher im Sinne von Stories aus dem texanischen Mikrokosmos. Wie heißt es treffend im vielleicht besten Lied des Albums, "I'm Gone":
»I'll stay in Texas, to hell with Tennessee. Who needs Nashville (...)«.
Das meiste aus Nashville braucht kein Mensch, ich unterschreibe es sofort. Aber um ehrlich zu sein, reißen mich die restlichen sechs Songs des Albums nicht vom Hocker, denn allzu sehr werden sie von einem melodisch-konformistischen Mainstream-Gitarrenrock-Appeal beherrscht. Besonders das Riffing und die wenig feurige Stimme von Namensgeber Kyle Bennett, der wie eine entschärfte Version von Shy Blakeman klingt, verschaffen einem diesen Eindruck. Das soll aber nicht heißen, dass diese sauber produzierten Songs wirklich schlecht wären, nur sind sie im Kontext von Texas Country und Southern Rock ziemlich fehl am Platze. Immerhin wurde das akustische Intro von "Donnelly Drive" geschickt bei "Sweet Home Alabama" geklaut, ist auch schon was.
Wer auf melodischen Gitarrenrock mit einigen Country-Ausflügen steht, könnte mit dieser CD glücklich werden. Für ein Debüt nicht schlecht, aber vielleicht sollten die Jungs als Vorbereitung auf die nächste Platte weniger Reckless Kelly hören, dafür ganz oft Johnny Cash und die
Marshall Tucker Band auflegen.
Line-up:
Kyle Bennett (Vocals, Guitar)
John Seidler (Guitar)
Beau Brauer (Drums)
Rody Molder (Bass)
Tracklist
01:Later On
02:Adios
03:Donnelly Drive
04:What's It Like
05:Money Can't Buy Love
06:Granddaddy's Song
07:Come On Radio
08:North On 35
09:I'm Gone
10:Into Her Arms
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