Mick Kolassa / Mississippi Mick
Mississippi Mick Spielzeit: 48:39
Medium: Download
Label: Swingsuit Records, 2014
Stil: Blues

Review vom 10.04.2014


Joachim 'Joe' Brookes
Der amerikanische Musiker Mick Kolassa hat die Spendierhosen an.
Der gesamte Verkaufserlös des Download-Albums "Mississippi Mick" geht an die Blues Foundation. Genauer sind es der HART Fund (hilft Musikern bei gesundheitlichen Problemen) sowie Generation Blues (vergibt Stipendien an Künstler unter einundzwanzig Jahren).
Der Protagonist serviert uns insgesamt zwölf Songs. Davon sind nur der Opener "Beale Street Blues" (W.C. Handy), "The Letter" (The Box Tops), Cab Calloways "Reefer Man" und "Blues In The Night" von Harold Arlen/Johnny Mercer geschrieben, Fremdkompositionen.
Mick Kolassa und der Lead Gitarrist des Albums, Jeff Jensen haben die Produktion übernommen. Einige Begleitmusiker wie zum Beispiel der Organist Chris Stephenson oder Bassist Bill Ruffino kommen aus dem Dunstkreis von Jeff Jensen. Bei den Gästen sticht der Name des Pianisten Victor Wainwright sofort ins Auge und die beiden Mundharmonikaspieler Brandon Santini als auch Eric Hughes sorgen für zusätzliche Blues-Atmosphäre.
Dem 12-Takter ist Mike Kolassa schon eine gefühlte Ewigkeit verbunden und so etwas spürt man an jeder Ecke der Nummern. "Mississippi Mick" macht richtig Spaß. Dem Coversong-Quartett verpasst der erfahrene Künstler seinen eigenen Stempel.
In den Händen des in Michigan geborenen Amerikaners kommt "The Letter" mit langsamerem Tempo voran, erhält hier eine ordentliche Portion mehr Blues injiziert und die Backing Vocals sind auch noch gut. Klasse! "Blues In The Night" ist ein richtig toller Schleicher und Dedrick Davis mit seiner zum Teil mit Dämpfer gespielte Trompete ist das Sahnehäubchen auf dieser Interpretation. So kann diese Version ebenfalls empfohlen werden. Bei dem eher im Mississippidelta und Country Blues angesiedelten "New Beale Street Blues" wird auch gepunktet. Dabei darf eine Harp natürlich nicht fehlen.
Mick Kolassa deckt mit vielen Emotionen so einige Spielarten des Genres ab. Da darf der Hörer Haken auch hinter den Boogie, den Abzweig in die Sümpfe, beziehungsweise aus dem Verständnis des Künstlers heraus ebenfalls die Rock-Auslage oder langsamere Variante des Blues machen. "Reefer Man" mit seinem Jug Band-Ambiente und Victor Wainwright am Piano ist alles andere als eine Spaßbremse.
Neben seinen musikalischen Aktivitäten ist Mick Kolassa auch Mitglied beim »Board Of Directors of the Blues Foundation.« Der Gitarrist verfügt über eine sehr sympathische und gleichzeitig ausdrucksstarke Stimme. Beim abschließenden "Mississippi River Blues" hat Mick Kolassa wohl ein klein wenig den Schalck im Nacken, denn hier singt er mit einer leicht angetrunkenen Stimme und obendrein jodelt er uns noch etwas. Trotzdem ist auch dieser Country Blues gut.
Obwohl man mehr Finger braucht als an einer Hand sind, um in die diversen musikalischen Richtungen der Nummern zeigen zu können, passt doch alles sehr gut zusammen. Da ist Mick Kolassa doch erfahren genug, um seine Spuren zu hinterlassen.
Kaum zu glauben, aber "Mississippi Mick" bringt viel unter einen Hut und die Idee, mit dem gesamten Erlös der Verkäufe karitative Zwecke zu unterstützen ist nicht nur uneigennützig sondern auch lobenswert. Wohltätigkeit und die Blues-Musik geben sich freundschaftlich die Hand und man darf Mick Kolassa für beide Dinge gratulieren.
Line-up:
Mick Kolassa (vocals, guitar)
Jeff Jensen (lead guitar)
Chris Stephenson (organ)
Bill Ruffino (bass)
Doug McMinn (drums)

Special Guests:
Brandon Santini (harmonica)
Eric Hughes (harmonica)
Victor Wainwright (piano)
Dedrick Davis (trumpet)
Reba Russell (vocals)
Redd Velvet (vocals)
Tracklist
01:New Beale Street Blues (3:23)
02:Blues Are All Around You (4:04)
03:The Letter (4:40)
04:Reefer Man (3:17)
05:Blues In The Night (4:56)
06:Burned That Bridge (3:10)
07:Land Of The Crossroads (3:54)
08:Baby's Got Another Lover (7:25)
09:Blowtorch Love (4:11)
10:WPD (3:22)
11:Time Ain't On My Side (3:44)
12:Mississippi River Blues (2:33)
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