David Lenci And The Starmakers / Same
Same Spielzeit: 41:30
Medium: LP
Label: Go Down Records/Riff Records, 2013
Stil: Alternative Rock

Review vom 18.11.2013


Joachim 'Joe' Brookes
David Lenci ist ein italienischer Produzent, der seit rund zwanzig Jahren im Musikgeschäft aktiv ist. Im Zusammenhang mit ihm fallen Namen wie Alice Tambourine Lover, Steve Albin, Rob Ellis, Johnny Freak, Charlotte Hatherley, Polar For The Masses oder Uzeda. David Lenci und Sean Meadow gründeten die Combo Red House Blues Revue und über den Blues darf auch eine Brücke zu David Lenci And Starmakers geschlagen werden, auch wenn der Zwölftakter auf "David Lenic And The Starmakers" eine gewisse Nebenrolle spielt.
Dickere Anknüpfungspunkte gibt es zu Master Of Reality beziehungsweise den Sreaming Trees. Gitarren (inklusive Lap Steel), wohin das Ohr hört. Der Protagonist singt mit relativ tiefer Stimme und verbreitet damit dunkle Momente. Die Sechssaiter gehen in ihrem zum Teil furiosen Spiel bis zu einem Neil Young und weisen in Blitzlichtern auf Pink Floyd hin. Die Rhythmusabteilung hat hier alle Hände voll zu tun, denn es werden fast ausschließlich Songs geboten, die mit breiten Ellenbogen die Überholspur des Alternative Rock belagern.
Die Nummern verfügen phasenweise über verdammt vertrackte Strukturen, aber David Lenic And The Starmakers verstehen es immer wieder die musikalischen Knoten zu entflechten. Zum Teil fühlt man sich von relativ freien Formen der Darbietung angezogen. Die Band scheut sich auch nicht, die Sounds in orgiastische Klänge zu verpacken. Dabei begeben sich die Gitarren sowohl auf eine gemeinsame Spur, agieren allerdings auch individuell.
Hierin liegt ein nicht von der Hand zuweisender Charme der insgesamt zehn Nummern. Das Pendeln zwischen großformatigen Riffs und hingebungsvollen Soli, auch mit dem Wah Wah-Pedal in Szene gesetzt, ist sehr gelungen und wenn man die Geschwindigkeit schon etwas drosselt, dann nähern sich die Sechssaiter dem düster-emotionalen Gesang von Frontmann David Lenci.
Wenn auch noch Mauro Poll von der Formation Soyuz mit von der Partie ist, dann schleichen sich auf fast unbemerkten Wegen psychedelische Anteile in die rotierende Musik. Der Alternative Rock hat darüber hinaus seine melodischen Phasen. Auch dafür sorgen im Schwerpunkt die Gitarristen. Klangliche Verstärkungen werden mit Twinsounds aufgebaut. Das Wechselbad von Stimmungen ist sehr gut gelungen. Licht, Düsterheit, Freude sowie Melancholie werden hier im Dienste toller Musik zu beeindruckenden Partnern.
Der Blues wurde ja bereits weiter oben erwähnt. Dabei setzt man hier und da ganz geschickt das Bottleneck ein. Verträumte Teile verteilen sich in den einzelnen Tracks. Man muss bei ruhigerem Ambiente immer damit rechnen, dass der nächste Vulkanausbruch nicht so weit entfernt ist. Den bekommt man in unterschiedlicher Heftigkeit auch geboten. Bemerkenswert sind ebenfalls die zum Teil hymnenhaften Ausflüge.
Von Beginn an nimmt einen die hochoktanige Action gefangen. David Lenci And The Starmakers' Lieder verfügen immer wieder über Wendungen, mit denen man gar nicht rechnet. Vorhersehbar ist hier folglich kaum etwas, die Musik vermag unter die Haut zu gehen. Das Album ist zweifelsfrei Gitarren-lastig, aber in keiner Weise überfrachtet und weder David Lenci, Riccardo Saki noch Mauro Poll sind hier auf einem Egotrip unterwegs. Die vorliegende Platte ist in vielen Belangen schon etwas Besonderes.
Bei der jahrelangen Erfahrung des Mannes an den Reglern dürfte klar sein, dass David Lenci das Album »engineered, recorded, mixed, mastered and produced« hat. Erwähnt werden sollte noch, dass die Tracks bei Red House Recordings auf analogen Bändern aufgenommen wurden.
Selbst nach mehrmaligem Hören bleibt man bei der Meinung, dass dieser Longplayer mit insgesamt fast zweiundvierzig Minuten Spielzeit beste Werbung für den nicht angepassten Rock ist. Alternativ sind viele Aspekte der Musik von David Lenci And The Starmakers. Allerdings weist das Coverbild nicht unbedingt in die Richtung dessen, was dann auf einen zukommt. Der Künstler hat ein Fass aufgemacht, in dem man weiter nach solchen Ergebnissen suchen möchte.
Line-up:
David Lenci (guitars, vocals)
Riccardo Saki (guitars)
Gabriele Pek (bass)
Fabio Temple (drums)

Guests:
Sergio Carlini (lap steel guitar)
Mauro Poli (guitars)
Tracklist
01:Refugee (3:55)
02:Heartattack (3:56)
03:Old Guys Never Die (4:54)
04:Carlo (4:45)
05:Beating Hearts (2:30)
06:A Matter Of Choice (4:31)
07:Sailing To A Dream (4:15)
08:The Faraway Son (6:12)
09:The Circle Game (5:03)
10:The Train Has Gone (2:08)
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