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National guitar, leise, als Slide gespielt, eine sanfte Stimme fügt sich ein, dezent beginnt das Schlagzeug mit der groovigen Begleitung, der Bass setzt wenige, treffende Akzente.
Mittendrin wird die Gitarre heftiger mit dem Bottleneck bearbeitet und wieder zurück zum einleitenden Groove. Leichte Rückkopplungen, heftige Riffs, ein klein wenig atonal, nichts mehr mit groovigen Drums. Noch eine Zeile Text und vorbei ist "Cedar Grove".
"Rain On Troy": Akustische Gitarre, angenehme Stimme, einlullend, Lyrics so richtig zum Zuhören, Schlagzeug mit den Jazzbesen gespielt, die Bassdrum und der Tieftöner takten perfekt, und dann ist Azo Bell mit dem Geigenbogen bereit, um der Nummer, durch das Spielen einer singenden Säge, ungeahnte Wendungen ins Mystische zu geben.
Jeff Lang, ein australischer Virtuose auf allem was Saiten hat, mal Solo, mal in kleiner Besetzung oder mit einigen Begleitmusikern.
Schaut man sich das Line-up von "Prepare Me Well" an, könnte man schnell zu der Meinung kommen: Wieder ein großes Aufgebot an Musikern, die alle unter einen Hut passen müssen.
Dem ist nicht so, denn die CD trägt den Untertitel "An Introduction To…", einer Compilation aus fünf Studioalben, die in den letzten 10 Jahren erschienen sind, stellt sich Jeff Lang offiziell in Europa vor. Ein Dank geht an inakustik, die den Telarc-Silberling vertreiben.
Als Album-Vorlagen für "Prepare Me Well" dienen "Ravenswood" (1994), "Cedar Grove" (1998), "Everything Is Still" (2001), "Whatever Makes You Happy" (2004) und "You Have To Dig Deep To Burry Daddy" (2005). Hammer!
Das ist erst die Hälfte der CDs, die Lang veröffentlicht hat. Obendrauf kommt noch eine DVD mit dem Titel "Live At The Basement".
Alles geht mit einem über die Gesamtlänge von etwas über 4 Minuten kompakten "The Save" los. Einen großen Anteil am Sound hat hier Angus Diggs, der so einige Percussions bedient. Irgendwie hat "The Save" was Hypnotisches, von vorne bis hinten straight durchgespielt und schon mit Track 1 die erste Überraschung. Die Tonspur der elektrischen Gitarre wurde in einem Teil der Nummer rückwärts abgespielt. Ein Gimmick, das herrlich ins Konzept dieses Songs passt!
Immer wieder fließen in den Lang-Sound folkige Elemente ein: In "The Road Is Not Your Only Friend" glänzt er durch klassisches Fingerpicking und die Fiddle von Greg O'Leary sowie die Mandoline verschärfen die folkige Vorstellung.
'Nur' zehn CDs sind unter eigenem Namen erschienen.
2002 gab es eine Kollaboration mit Bob Brozman, die mit dem Titel "Rolling Through This World" erhältlich ist. Damit wären wir bei einem Gleichgesinnten, der als Vergleich für den Blues eines Jeff Lang genannt werden sollte.
Mit akustischer Slide-Gitarre satt bedient uns der Saiten-Zauberer in "Too Easy To Kill" von "Cedar Grove", ergänzt durch heftige Schlagzeugbegleitung von Ashley Davies.
Sind wir dann bei "Prepare Me Well", in Trio-Besetzung mit Angus Diggs an den Drums und Grant Cummerford am Bass, angekommen, sollte ein weiterer Musiker genannt werden, bei dessen Material sich Lang schon für die CD "Really Disturbed Folk 2" mit einem Song bedient hat:
Richard Thompson.
Zweimal erleben wir Jeff Lang solo mit "And All The Snow Melted", einem verträumten Instrumental, und im Folgenden "Bateman's Bay", das durch eine 12-saitige Bottleneck glänzt.
"Mr God" spielt er zusammen mit Joe Accaria an der Snare. Studio-Atmosphäre pur, die elektrische Gitarre erzeugt spacige Klänge und was uns Lang auf der Akustischen, mal ohne Metallröhrchen, zu Ohren bringt, ist einfach klasse.
In "Ravenswood" braucht es nur drei Musiker, um für Intensität zu sorgen: Joe Accaria (percussion), Les Karski (bass drum) und Lang am Banjo.
Das Album ist dem Sänger und Slide-Gitarristen Chris Whitley (1960-2005) gewidmet, mit dem Jeff Lang im April 2005 "Dislocation Blues" aufnahm und das 2006 veröffentlicht wurde.
"Prepare Me Well" lebt nicht ausschließlich vom 12-Takter, hat Substanz, weiß in allen 15 Songs zu überzeugen und unter dem Aspekt, dass hier Nummern aus zehn Jahren zusammengefasst wurden, die alle für dieses Album remastered wurden, klingt es so, als hätte man gerade ein Vakuumsiegel geöffnet. Frisch eben!
Mehr Jeff Lang, bitte!
Line-up:
Jeff Lang (Vocals/acoustic & electric guitars/trowel/acoustic lap steel/weissenborn/percussion/ 12 string bottleneck guitar/steel guitar/banjo/mandolin/brick)
Angus Diggs (drums/percussion)
Grant Cummerford (bass/upright bass)
Greg O'Leary (fiddle - #2)
Tim Hall (acoustic guitar - #4/backing vocals - #15)
Ashley Davies (drums - #6, 14)
Martin Lynds (drums - #10)
J. Carson Gray (electric bass - #10)
Joe Accaria (percussion - #11/snare drum - #7)
Les Karski (bass drum - #11)
Bruce Haymes (Rhodes piano - #15)
Azo Bell (singing saw - #15)
Trish Anderson (backing vocals - #1)
Chris Wilson (backing vocals - #1)
Eric Brace (backing vocals - #10)
| Tracklist |
01:The Save (4:07)
02:The Road Is Not Your Only Friend (2:37)
03:London (4:14)
04:Molasses And Stones (2:58)
05:Whatever Makes You Happy (1:40)
06:Too Easy To Kill (3:42)
07:Mr God (3:51)
08:And All The Snow Melted (4:25)
09:Bateman's Bay (2:36)
10:Gina (3:12)
11:Ravenswood (4:18)
12:Cedar Grove (6:30)
13:Everything Is Still (3:48)
14:Prepare Me Well (4:37)
15:Rain On Troy (5:43)
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Externe Links:
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