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Was schaut mir da für ein 'nettes' Bild entgegen? Ein menschlicher Totenschädel, zwei Ziegenköpfe, Hände und grüner Schleim… nein, das Grüne soll wohl Dampf darstellen, heißt doch die CD, auf der sich dieses Cover befindet "Green Vapour".
Und die Band dazu Lord Of The Grave. Die machen dann bestimmt ganze nette Musik, oder?
Die 2006 in Basel gegründeten Schweizer spielen fiesen Stoner Sludge Doom.
»We are all doomed to die and sooner or later we will all end up as dust in the ground. So, we all have to face the 'Lord Of The Grave' some time.« Okay, mit dieser Einstellung kann man keine freundlichen Melodien spielen.
Man hat sich also eher zusammengetan, um ein schleichendes finsteres Gebräu zu fabrizieren.
Dies galt bereits für die CD "Raunacht" von 2009. Im gleichen Jahr waren die 'Grabesherren' auf einer kleinen Tour mit Revelation, Lord Vicar und Mirror Of Deception, deren Höhepunkt schließlich der Auftritt auf dem Doom Shall Rise war. Den habe ich zugegebenermaßen nur mit 'halbem Ohr' gehört, weil wir uns gerade etwas zu Essen holen waren. Im Nachhinein denke ich, die Musik war besser als der Mampf… schade, dass wir sie nicht intensiver mitbekommen haben. Deswegen haben wir uns später ja auch das Debüt gekauft.
Der Nachfolger "Green Vapour" übertrifft dieses eindeutig. Wiederum gibt es lediglich fünf Songs in über vierzig Minuten (im Doom hat man es schließlich nicht eilig). Gleich der Opener "Raping Zombies" lässt sich vieeeel Zeit. Die Zombies vergewaltigen (oder werden vergewaltigt?) in vollen fünfzehn Minuten. Da verwundert es nicht, dass erst einmal vor sich hingedröhnt wird, bevor der Gesang nach über drei Minuten einsetzt. Schleichend böser, unheilvoll wabernder, nihilistischer Horror kommt da angekrochen. Oder wie im Info steht »it comes from the caves of the graves.«
Oh ja, hier kann ich mir vermoderte Gruften vorstellen, aus denen sich langsam die Untoten herauswühlen. Einmal mehr ist hier Doom als Pendant zu alten Gruselfilmen zu sehen, wobei die zu "Green Vapour" passenden wohl den 'ab 18-Aufkleber' tragen dürften. Das ist ein wenig wie ' Black Sabbath in böse' und dürfte auch für Fans von Saint Vitus oder Electric Wizard interessant sein.
Die folgenden vier, nicht mehr ganz so langen, Songs schlagen in die gleiche Kerbe. Dadurch erscheint "Green Vapour" als geschlossene Einheit, als Reise in die Finsternis des Sludge Doom, ein Trip mit herrlich fuzzenden Gitarren. Dabei nie zu düster, sondern eher groovend und heavy rockend.
Kritisieren könnte man allerdings, dass sich die Stücke untereinander wenig unterscheiden, auch wenn es z. B. in "Horsepuncher" mal einen kleinen (allerdings wirklich nur einen kleinen) Geschwindigkeitsausbruch gibt.
Aber vermutlich soll "Green Vapour" eher als Gesamtwerk wirken. Und das tut es durchaus. Fans der oben genannten Bands können sich hier gelungen eine dreiviertel Stunde volldröhnen lassen.
Line-up:
Rob Grave (Gitarre, Gesang)
Michael G. Low (Bass)
Sam Wart (Schlagzeug)
| Tracklist |
01:Raping Zombies (15:17)
02:Green Vapour (7:52)
03:Horsepuncher (6:40)
04:Mountain Rites (7:54)
05:00/15 (6:15) |
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