Lord Volture / Will To Power
Will To Power Spielzeit: 46:01
Medium: CD
Label: Mausoleum Records, 2014
Stil: Heavy Metal

Review vom 25.01.2015


Markus Kerren
Da soll noch mal einer sagen, die Niederländer können nicht rocken. Denn um es gleich mal vorweg zu nehmen, was das Quintett Lord Volture auf seinem dritten Album "Will To Power" abliefert, dürfte nicht nur jeden Metal-Fan, sondern jeden Rocker mehr oder weniger vom Hocker hauen. Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte im Jahr 2010 und mit Veröffentlichung des Debütwerkes "Beast Of Thunder", gefolgt von "Never Cry Wolf", das ca. zwölf Monate danach erschien. Dazwischen und auch in den Jahren danach lagen lange Tourneen, viele, viele Konzert mit oder im Vorprogramm von Bands des Schlages Primal Fear, Tim 'Ripper' Owens, Vicious Rumors oder Blaze Bayley.
Nun geht diese Geschichte also in die dritte Runde und der überraschte Rezensent durfte feststellen, dass ihm bereits der erste Durchlauf dieser Scheibe nicht nur granatenmäßig die Haare nach hinten blies, sondern auch umgehend Begeisterung und heftiges Mitrocken auslöste. Lord Volture spielen klassischen Heavy Metal, der von der Machart am ehesten mit Größen wie Judas Priest,
Iced Earth oder Iron Maiden zu vergleichen ist. Sehr starkes Songwriting (das ganz alleine auf die Kappe von Frontmann David Marcelis geht), herrlich eingängige Hooklines in den Refrains, klasse Musiker und dazu ein Sänger, der sowohl power- als auch gefühlvoll agiert und dabei nicht selten in sehr hohe Gesangslagen vordringt.
Wie bereits der Opener "Where The Enemy Sleep" klarmacht, geht es textlich meistens um so klassische Heavy-Themen wie Schlachten, Kriege, den Feind, den Sieg usw. (Manowar anybody?), was zumindest mich aber überhaupt nicht stört und zu diesem Stil natürlich auch passt wie Arsch auf Eimer. Das Schlagzeug und der Bass machen unheimlichen Druck, die beiden Gitarren rocken und solieren, dass es eine wahre Pracht ist und über die Qualitäten von David Marcelis habe ich mich ja bereits weiter oben ausgelassen.
Nach den ersten drei Killersongs fällt ausgerechnet die Titelnummer ein kleines bisschen ab. Aber wenn ich das so schreibe, dann muss auch dazu gesagt werden, dass es sich hierbei um Jammern auf sehr hohem Niveau handelt. Die Gitarren sprühen nach wie vor Funken, die Drums powern durch und auch die Vocals machen mit eingestreuten Screams immer noch jede Menge Dampf. Und bereits beim anschließenden "Omerta" geht die Post wieder so richtig ab.
Neben dem geilen Wechselspiel der Gitarren gibt es auch immer wieder mal ("The Great Blinding") richtig coole Twin Leads auf die Ohren. Und auch nicht vergessen werden darf natürlich der Gastbeitrag des Ex-Megadeth-Gitarristen Chris Poland auf der gerade erwähnten Nummer. Womit wir bei der nächsten 'Three Guitar Army' gelandet wären, selbst wenn es nur für diesen einen Song ist. Bei "Badajoz (1812)" stellen die fünf Musiker dann auch gleich noch ihre Black Sabbath-Einflüsse vor, was aber kaum abgekupfert, sondern vielmehr als ehrenvolle Hommage gemeint und anzusehen ist. Das große Finale bildet dann "Line 'em Up", bei dem die Band noch ein letztes Mal all ihre Qualitäten in die Waagschale wirft und somit für ein grandioses Ende dieses dritten Werks sorgt.
Es wäre zwar vermessen zu sagen, dass Lord Volture irgendwas Neues bzw. Innovatives am Start haben, aber was die Band mit den neun Songs und der dreiviertel Stunde von "Will To Power" abliefert, das hat höchste Qualität und versetzt sowohl die Gliedmaßen als auch die Headbang-Maschinerie des Hörers in unkontrollierte, von Freude sowie Enthusiasmus gesteuerte Zuckungen. Falls diese Jungs ihr Material auf der Bühne genauso geil rüberbringen wie auf dieser Scheibe, dann dürfte der verdiente Erfolg nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Somit gibt es auch nur ein einziges unumstößliches Fazit: Hammergeile Metal-Scheibe!
Line-up:
David Marcelis (lead & background vocals)
Paul Marcelis (guitars, background vocals)
Leon Hermans (guitars, background vocals)
Simon Geurts (bass, background vocals)
Frank Wintermans (drums, background vocals)

With:
Chris Poland (lead guitar - #6)
Sinem Cangir (background vocals)
Yuma van Eekelen (background vocals)
Bart Hennephof (background vocals)
Tracklist
01:Where The Enemy Sleep
02:Taklamakan
03:The Pugilist
04:Will To Power
05:My Sworn Enemy
06:The Great Blinding
07:Omerta
08:Badajoz (1812)
09:Line 'em Up
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