The Lorean / Morning Freedom
Morning Freedom Spielzeit: 43:51
Medium: CD
Label: Valery Records, 2008
Stil: Alternative Rock

Review vom 26.06.2009


Markus Kerren
The Lorean heißt eine vor zirka 10 Jahren in Italien, genauer gesagt in Mailand, gegründete Band, die bereits im November des letzten Jahres ihr zweites Album "Morning Freedom" vorgelegt hat. Seine Debüt-Scheibe veröffentlichte das Quintett Anfang 2003 und versuchte seither, soviele Auftritte wie möglich an Land zu ziehen. Auch mit 'größeren' Namen wie etwa TM Stevens und Tony Levin zog man bereits konzertmäßig durchs Heimatland. Und schliesslich wurde auch bereits ein Live-Album veröffentlicht.
Mit treibendem Schlagzeug und einem groovenden Bass startet der Titelsong den zweiten Studio-Streich der Südländer. Es wird schnell klar, dass wir es hier mit Pop Rock der alternativen Art zu tun haben. Querverweise zu etwa U2 sind hier durchaus angebracht. Auch "Misunderstanding" geht ziemlich gerade nach vorne und lässt so gar keine Schlüsse auf das Heimatland von The Lorean zu. Diese Mucke und der (fast) akzentfreie Gesang könnte durchaus auch aus der Mitte der Metropole London stammen.
Mit Gitarrensoli haben es die Italiener weniger. Die tauchen zwar auf, sind aber eher als sich immer wiederholende Licks in die Tracks eingebaut, was durchaus Wirkung zeigt. Mit heftigen Powerchords startet "Invisible Sun", während es in den Strophen ruhiger, fast träumerisch wird, nur um im Refrain wieder kräftig aufzudrehen. Wenn auch nicht unbedingt innovativ, so kommt das doch effektiv und ebenso mitreißend. Als reines Powerhouse stellt sich bereits hier die Hintermannschaft mit Alessandro Aliprandi am Bass und Riccardo Preda am Schlagzeug heraus, die auch über den gesamten Album-Verlauf die Zügel fest in der Hand halten.
Gerne flechten die Italiener auch immer wieder mal Zwischenspiele in die Songs ein, die von der Akustik-Gitarre oder dem Piano bestimmt werden. Das sind coole, wie auch songdienlich unterstützende Intermezzos, die "Morning Freedom" noch mal ein Stück höher auf der Qualitäts-Skala platzieren. Schade ist allerdings, dass während der insgesamt elf Songs kaum einmal aus dem angestrebten Sound ausgebrochen wird. Ein Positivum/Negativum, das natürlich im Auge (bzw. Ohr) des Interessierten liegt. Gegeben, dass einem dieser Umstand wenig ausmacht, wird man sicherlich Gefallen an diesem Album finden können.
"Secret Days, Part II" kann einmal mehr auf die immer wieder auftauchende und durchaus wirkungsvolle Unterstützung des Pianos zählen, das dem, ohnehin schon rhythmisch verschobenen und dadurch sehr interessanten Titel, noch mehr Tiefe verleiht. Auch "MKJ" macht deutlich, dass die Band sehr viel Liebe in die Arrangements ihrer Tracks gelegt hat. Irgendwie klingt auch dieses Stück (zumindest am Anfang) wieder etwas nach den bereits erwähnten Giganten aus Irland, aber auch die Nummer acht in der Tracklist geht als Qualitäts-Arbeit durch.
Überraschend heftig und erfreulich rockig wird es bei "Close Up", der sich als mein Lieblings-Titel dieser Scheibe herausgestellt hat. Und zwar gerade weil er als Ausnahme direkt durch die Mitte ins Ziel marschiert. Den persönlichen Geschmack des Rezensenten mal außen vorgelassen, haben The Lorean mit "Morning Freedom" ein gutes Album abgeliefert, das sicherlich seine Freunde finden wird.
Auch die letzten beiden Titel "Glory" und "Wave" unterstreichen noch einmal die sorgfältige Produktion, das anspruchsvolle Songwriting und die technisch hochwertige Umsetzung des komplett eigen verfassten Materials. Ich bin sehr gespannt, ob sich The Lorean damit im Haifischbecken Rockmusik durchsetzen können. Die Qualität dazu haben sie zweifellos. An der Eigenständigkeit kann noch ein bisschen gefeilt werden, aber die Grundvoraussetzungen sind definitiv vorhanden.
Line-up:
Massimiliano Forleo (lead vocals, guitars)
Enrico Meloni (guitars, background vocals)
Alessandro Aliprandi (bass, background vocals)
Fabio Nobile (keyboards)
Riccardo Preda (drums)
Tracklist
01:Morning Freedom
02:Misunderstandings
03:Invisible Sun
04:Book Of My Days
05:Changes
06:Myself
07:Secret Days, Part II
08:MKJ
09:Close Up
10:Glory
11:Wave
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