Gründer und unbestrittener Chef der Lucky Bones ist der aus Dublin stammende Singer/Songwriter Eamonn O'Connor, der das Debüt "Together We Are All Alone" mit seinen 'Glücksknochen' bereits im Jahr 2011 veröffentlichte. Aufgenommen wurde damals in dem kleinen Nest Bastrop in Texas und weil alle Beteiligten (die Musiker sowie auch der Produzent Stephen Ceresia) so angetan und zufrieden von der Zusammenarbeit sowie dem Ergebnis waren, wurde diese Location auch für das Nachfolgewerk "Someone's Son" angesteuert.
Als seine prägendsten Einflüsse gibt O'Connor Namen wie Townes Van Zandt, Bruce Springsteen, Bob Dylan und auch Tom Waits an, was man den neuen Songs allerdings nur bedingt anhört. Und das ist gut so, denn sonst würde die Scheibe lange nicht so originell klingen, wie sie es glücklicherweise tut. Logischerweise erfindet auch der Ire das Rad nicht neu, kann mit seinem Songwriting, der Umsetzung dessen und seinem Gesang allerdings richtig dick und fett punkten. Traditionelle irische Sounds sind hier nicht zu finden, die elf neuen Tracks hören sich vielmehr sehr amerikanisch an.
Worüber der Mann von der Grünen Insel aber massenhaft verfügt, ist diese irische Schwermütigkeit, die ihn somit (wenn man das 'irische' weglässt) natürlich auch mit dem oben erwähnten Van Zandt verbindet. Die hier versammelten Kleinode sind allerdings so wunderschön schwermütig, dass man sehr schnell von Ihnen gefangen genommen wird. Kleine Perlen wie etwa "Baby Please Don't Pull Me Down" oder "Broken Love Song" wickeln einen scheinbar mühelos um den Finger und weigern sich hartnäckig, sich wieder aus der Erinnerung zu verabschieden.
Der Titelsong ist - wie die meisten anderen Nummern auch - im gemäßigten Midtempo-Bereich gehalten und verzaubert mit seinen bittersüßen Gesangsmelodien. Im Hintergrund klagt dazu eine einsame Pedal Steel ihr Leid, während die Rhythmusfraktion gefühlvoll, dabei aber alles andere als lasch zu Werke geht. Die Texte handeln oft von Verzweiflung und verblüffen zeitweise mit einer fast schon brutalen Intimität. Genau dies war auch schon eine der großen Stärken von Townes Van Zandt und bei O'Connor und den Lucky Bones geht die Wirkung - wenn auch auf anderer Ebene - ebenfalls nicht verloren.
Nun sollte aber niemand auf die Idee kommen, dass wir es bei der vorliegenden Scheibe mit einem manisch depressiven Werk zu tun haben. Eine gewisse Melancholie zieht sich durch und emotionale Einfärbungen wie etwa rosarot sucht man ebenfalls vergeblich. Dennoch sind die Songs dermaßen stark und variantenreich, dass man beim Genuss dieser nie wirklich in trübe Gedanken verfällt oder schlecht draufkommt. Oh, und spätestens bei "Born To A Holy Land" kann der Frontmann seine Abstammung dann doch nicht mehr wirklich verbergen.
Die Lucky Bones überzeugen auf ihrem zweiten Album "Someone's Son" auf ganzer Linie. Nicht nur die Musik an sich ist der Hammer, auch die Texte beeindrucken und die Einspielung lässt ebenso überhaupt nichts anbrennen. Anspieltipps brauche ich hier erst gar nicht zu vergeben, da jede einzelne Nummer ein Gewinner ist. Abschließend kann man also nur gratulieren und der Band den Erfolg wünschen, den sie mit ihrem zweiten Album verdient hätte.
Eine der stärksten Neuveröffentlichungen, die mir dieses Jahr in den Player gekommen ist.
Line-up:
Eamonn O'Connor (guitars, vocals)
Leon Kennedy (bass)
Conor Miley (keyboards)
Peter O'Grady (guitars)
Tracklist |
01:She Don't Know
02:Baby Please Don't Pull Me Down
03:Forever With Wings
04:Broken Love Song
05:Someone's Son
06:Passion Played
07:Fault
08:Born To A Holy Land
09:Won't Be Coming Home
10:Who's Gonna Follow Me Down
11:The Usual Places
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