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Als beste weibliche Sängerin wurde Chantel McGregor gleich zweimal bei den British Blues Awards ausgezeichnet. Hinzu kamen in den letzten Jahren auch die Kategorien »Young Artist of the Year« und »Guitarist of the Year«.
Wenn man sich den Nachfolger ihres Debütalbums "Like No Other" (2011), "Lose Control", anhört, weiß man spätestens dann, warum diese Künstlerin so erfolgreich ist und eine enorm große Fan-Base hinter sich hat.
Chantel McGregor hat das Zeug, um eine ganz große Künstlerin zu werden.
"Lose Control" bietet Blues der allerfeinsten Sortierung. Die Frau kann einerseits rocken und andererseits bietet sie geradezu filigran-zerbrechliche Nummern wie das gigantisch-schöne "Anaesthetize". Zur akustischen Gitarrenbegleitung mit Violine sowie Cello ist ihre zartfühlende Stimme ein Genuss der besonderen Art. Wenn es auf den Highway des Blues Rock geht zeigt sich Chantel McGregors Gesang als wandlungsfähig wie ein Chamäleon, passend zu jeder musikalischen Situation.
Mit "Anaesthetize" sind wir schon bei einem der vielen Highlights von "Lose Control". Als Bestätigung der Leistungen auf der akustischen Gitarre greift sie für "Home" abermals zu diesem Instrument und Chris Worsey (Cello) als auch Charlie Brown (Violine) sind abermals mit von der Partie. "Home" kommt aus der Singer/Songwriter-Richtung, ist unter dem Strich aber genauso anziehend und gut wie "Anaesthetize".
Ihren unendlichen Traum realisiert Chantel McGregor in "Eternal Dream". Mit ebenfalls sehr sparsam eingesetzten Instrumenten, die Protagonistin dieses Mal an der zartbese(a)iteten E-Gitarre aktiv, kommt diese Nummer aus der balladesken Ecke und kann schon wieder überzeugen.
Auch das mit siebeneinhalb Minuten längste Stück der Scheibe beginnt mit einer geradezu andächtig-kathedralen Atmosphäre. Verträumte Keyboards und ein akzentuiert trommelnder Keith Partling bringen insgesamt eine minimal-dunkle Seite der Britin zum Vorschein, was meiner Meinung nach auch durch die Coverbild-Gestaltung Ausdruck findet. Phasenweise klingt die E-Gitarre wie aus einer vom aufsteigenden Nebel verhangenen Abenddämmerung. Das Chantel McGregor-Solo ist scharf gewürzt und durch die choralen Backing Vocals kommt eine unendliche Weite ins Spiel. "Walk On Land" fokussiert alle Fertigkeiten und Fähigkeiten der Musikerin. Ein die Platte abschließendes riesiges Ausrufezeichen mit einem Progressive Rock Impetus! Wem es diese Nummer angetan hat, der wird der nächst Fan von Chantel McGregor.
Bei allen zehn Songs taucht ihr Name auf. "Lose Control", "Anaesthetize" und "Home" wurden zusammen mit Jon Foulger geschrieben. Für die Eigenständigkeit des Songwritings gibt es weitere Pluspunkte.
Keith Partling und Livingstone Brown sind die perfekte Ergänzung zu Chantel McGregors ausgeprägter Gefühlswelt.
Mit unterschiedlicher Auslage widmet sich die Künstlerin dem Blues Rock. Sie äußert sich über ihre Gitarren-Emotionen hat sie, neben ihrem prächtigen Gesang, definitiv ein massives zweites Standbein. Ob riffend oder solierend, man wird über die Vielfalt der Sechssaiter-Klänge hoch erfreut sein und fast immer ist der Blues mit einem Blick auf melodisch-eingängige Refrains gerichtet. Die Paarung mit einer zum Teil heftigeren Gangart ist vorzüglich.
Meiner Meinung nach ist Chantel McGregors "Lose Control" eine uneingeschränkte Empfehlung.
Line-up:
Chantel McGregor (vocals, guitar, bass)
Keith Partling (drums)
Livingstone Brown (bass, piano)
Chris Worsey (cello)
Charlie Brown (violin)
| Tracklist |
01:Take The Power (3:42)
02:Your Fever (4:17)
03:Burn Your Anger (3:20)
04:Anaesthetize (4:54)
05:Southern Belle (3:25)
06:Lose Control (3:02)
07:Home (4:21)
08:Killing Time (3:53)
09:Eternal Dream (4:24)
10:Walk On Land (7:32)
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Externe Links:
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