Joe Moe / Mainland
Mainland Spielzeit: 45:21
Medium: CD
Label: Puluphonic Records, 2009
Stil: Hawaiian-laced Pop Rock

Review vom 04.05.2009


Daniel Kurfess
Joe Moe ist FX-Artist, designt Geisterbahnen, schreibt Drehbücher - und er singt. Der polynesische Künstler beweist ein breit gefächertes Repertoire an Talenten. Und wer sein erstes Solo-Album "Mainland" zu hören bekommt, der wird ihm zumindest für den Gesang eine beachtliche Leistung attestieren. In seiner Stimme liegt Ray Charles-Blues und die Kraft und Sanftheit eines Ian Gillan (Deep Purple). Das sind keineswegs typische Grundvoraussetzungen für eine hawaianisch angehauchte Pop-Platte - und genau darum handelt es sich bei "Mainland". Doch gerade hieraus bezieht das Album seinen Reiz. Die zwölf zusammengesuchten Kompositionen stammen aus einem Zeitraum zwischen 1973 und 2008 und aus der Feder von zwölf verschiedenen Songwritern, darunter Joe Moe selbst.
Dieser Umstand bringt viel Abwechslung ins Spiel und treibt wunderliche Blüten, wie den lässigen Hawaiian-Country-Song "Cowboy" oder das schön-schräge Duett "Dark And Wrinkled" mit Countertenor Dylan Hostetter des Vokalensemble Chanticleer aus San Fransisco. Neben diesem und den sieben festen Bandmitgliedern lud Joe Moe für "Mainland" außerdem noch acht weitere Gastmusiker ein.
Außer den experimentelleren Titeln finden sich mit "Ku'u Home O Kahalu'u", "Married Man" und "Aria" natürlich auch geradlinige, Ukulele-bewehrte Hawai-Nummern. Modern wird's dagegen bei "The Green Shade", dessen eingängige Grundmelodie mit einem geheimnisvollen und unheilschwangeren Keyboardteppich unterlegt ist. Der lässt die Atmosphäre im Verlaufe des Songs dichter und dichter werden - ein weiteres Highlight, das sogar ein wenig an Arjen Lucassens Ayreon erinnert. Ganz abrupt geht es im Anschluss weiter mit "Lotus Festival" - einer starken Nummer à la Jethro Tull. Die zunächst heitere Stimmung weicht hier ab der Mitte nach und nach einer feinen Melancholie, ohne einen erkennbaren Bruch entstehen zu lassen.
Joe Moes "Mainland" ist ein schräges und aufwendig arrangiertes Potpourri verschiedener Stilrichtungen. Sicher ist es keine chartkompatible Produktion für Jedermann, sondern viel mehr ein exotisches Kleinod mit viel Charakter. Musikliebhaber sollten auch dann ein Ohr riskieren, wenn das Genre nicht ganz den eigenen Präferenzen entspricht - besonders aber diejenigen, die noch Ausschau nach dem richtigen Soundtrack für diesen Sommer halten!
Bezogen werden kann der Output beispielsweise digital über den iTunes-Store. Für alle, die die Möglichkeit haben, an das Digipack zu kommen, das genauso abgefahren gestaltet ist, wie sich die Musik anhört, gilt: Ein paar Euro Aufpreis ist es locker wert!

8 von 10 RockTimes-Uhren
Line-up:
Joe Moe (vocals)
Paul Lacques (lap steel, guitar)
Marcus Watkins (guitar)
Joshua Balbien (guitar)
Denny Moynahan (ukulele)
Michael Webster (keyboard)
Marc Doten (bass, keyboard, backing vocals)
Joe Berardi (drums, percussions)
Tracklist
01:Aria (The Birds Don't Owe)
02:Car On A Hill
03:The Green Shade
04:Lotus Festival
05:Cowboy
06:Dark And Wrinkled
07:The Married Men
08:Ravine
09:Talkin' In Your Sleep
10:Mosque Of Bones
11:Ku'u Home O Kahalu'u
12:An Earth Song
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