Mad Buffalo / Wilderness
Wilderness Spielzeit: 52:11
Medium: CD
Label: Mad Buffalo Records, 2008
Stil:Americana, New Country, Roots Music, West Coast Music, Folk

Review vom 23.01.2009


Norbert Neugebauer
Mad Buffalo ist das Pseudonym des U.S.-amerikanischen Biologen und Umweltaktivisten Randy Riviere. Wer dabei an einen Indianernamen denkt, liegt sicher nicht falsch. Riviere engagiert sich für die Naturlandschaften Nordamerikas und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Auch seine Musik spiegelt diese Verbundenheit und seine Arbeit wieder. Naheliegend, dass er sich deshalb für sein ansprechendes künstlerisches Werk einen Namen gibt, der dies erkennen lässt.
Dem Singer/Songwriter werden PR-mäßig Kollegen wie Neil Young, Steve Earle oder
Gram Parsons an die Seite gestellt, samt deren musikalischem Umfeld. Und das trifft für das mittlerweile dritte Album von Mad Buffalo unzweifelhaft zu. Dass er auch auf diesem Niveau mithalten kann, dafür sorgen mit einige illustre Gäste wie James Burton, Willie Nelsons starker Mundharmonikaspieler Mickey Raphael, Michael Ward oder Marty Grebb (Country-Freunden wohl geläufig). "Wilderness" ist eine Mischung aus Americana, New Country, Folk und West Coast, die recht flott und organisch daherkommt.
Recht ansprechend gemacht und inhaltlich zwischen Umweltengagement und heimatverbundenem Pathos pendelnd, liefert Riviere ein Werk ab, das bei Fans der o.g. Genre-Vorbilder sicher gut ankommt. Dass es beim Rezensenten jedoch geraume Zeit brauchte, bis es richtig 'zündete', liegt vor allem an der wenig variablen und leicht quengelnden Stimme des 'Büffels'; aber dass das kein entscheidendes Manko sein muss, beweist Ol' Neil ja schon seit 40 Jahren. Und wenn wir den Altmeister als Maßstab hernehmen, dann liegt der Mann aus den Bergen von Montana wirklich nicht weit dahinter (mitunter sogar mit Zwillingsbruderstatus, ohne die Eigenständigkeit in Frage zu stellen).
Im Gegenteil, innerhalb des Genres geht es recht frisch und variabel zur Sache. Der Opener überzeugt gleich mit einem ordentlichen 'southern touch' einschließlich einer schönen double lead guitar (hallo János…), um dann in "This World" eine keltische Fiddle zur Lap Steel aufspielen zu lassen. "Little Walk" folgt als Rockabilly und wird von "Old Kentucky" als Country-Schleicher abgelöst. Abwechslung von Song zu Song, unter denen kein einziger schwacher ist. Persönliche Earcatcher des Besprechers sind "Alkali/Cold Harbour", das vom "Harvest Moon"-Album stammen könnte und das mystisch angehauchte "Pretty Boy".
"Wilderness" hat das Zeug zum Dauerbrenner. Das Album überzeugt sowohl auf der semiakustischen Folk-Seite (mit einschlägigem Instrumentarium wie Fiddle, Banjo, Mandoline, Lap Steel und Dobro), aber auch, wenn es härter zur Sache geht. Riviere schreibt hochkarätige Songs, darunter auch richtige Ohrwürmer und die kommen hier in sehr ansprechenden Arrangements aus den Boxen. Ein atmosphärisches Album, das allen Americana-Fans, die schon welche waren, bevor dieser Begriff 'erfunden' wurde, bedenkenlos ans Herz gelegt werden kann. Allerdings sollte beim Antesten schon eine gewisse Lautstärke mit im Spiel sein, "Wilderness" ist nichts für die Schlummerstunde!
Tracklist
01:Ohio
02:This World
03:Little Walk
04:Old Kentucky
05:Destination Unknown
06:Alkali/Cold Harbor
07:Let's Get On With It
08:All I Really Want
09:Rainy Day
10:Angry Town
11:Three Rivers
12:Pretty Boy
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