Die Americana- und Roots Rock-Szene scheint in den letzten Jahren wieder so richtig aufzublühen, obwohl sie eigentlich ja nie gänzlich verschwunden war. Die Qualität eines bestimmten Albums, bzw. einer Band liegt zwar immer auch im Auge des Betrachters, aber seit meiner Zeit bei RockTimes ist mir bezüglich dieser Stilrichtung so gut wie kein Rohrkrepierer in die Finger gekommen.
Auch Majors Junction aus Chicago liefern mit ihrem zweiten Album "Confluence", das bereits 2006 erschien, guten Stoff ab. Gegründet im Jahr 2002, hatte der Vierer bereits ca. 12 Monate später sein Debütalbum am Start. Ganze drei Jahre zogen danach ins Land, bevor der Nachfolger das Licht der Welt erblickte. Aber: Das Warten hat sich gelohnt!
Mit "Dead & Gone" beginnt die Scheibe sehr rockig mit kraftvollen Gitarrenriffs und Gesangsmelodien, die auch durch die angeraute Stimme von Band-Mastermind und Komponist Mike Mulcahy profitieren. Bei "Singing The Blues" wird es erst mal um einiges ruhiger. Sehr schmückend und effektiv kommen hier die ergänzenden Instrumente (wie u. a. Fiddle und Pedal Steel) der vielen Gastmusiker angenehm ins Spiel. Ein Country-Rocker der harten Sorte ist "Gunslinger", der die elektrische Gitarre jedoch außen vorlässt und sich lieber mit der Akustischen, Banjo und Pedal Steel seinen Weg ins Ziel sucht.
"Saved" ist mehr oder weniger eine Ballade, die über so angenehme Vorzüge wie einen warmen Hammond B-3-Sound, eine herrliche Trombone und eine catchy Gesangsmelodie verfügt. Festes Bandmitglied und auch Ehefrau von Mulcahy ist Heather O'Brien, die bei "Growing Up" einen großen Teil der Lead Vocals übernimmt. Da wird erneut ein superb warmer Sound aufgefahren, der Gesang ist absolut okay, nur der Song an sich scheint nicht so richtig zu zünden.
"The Other Side" befindet sich in der ruhigen Fahrspur und wird von einem schönen Piano bestimmt. Und "Highway Dame" ist der einzige Song, bei dem Mike Mulcahy in Person von Marc 'Baby J' Jones ein Co-Komponist zur Seite stand. Einmal mehr klasse Melodien zu eher getragenen, wie gekonnten akustischen Einlagen. Richtig fetzig, im Rockabilly-Stil wird's dann nochmal bei "Drinking Hat", bevor "Katrina" und "Hard Times" das Album beschließen.
Bei Erstgenanntem geht es natürlich um die Flutkatastrophe in New Orleans und die 'harten Zeiten' erklären sich von selbst. Beide Tracks sind akustisch gehalten, nachdenklich. Aber gerade "Hard Times" wirkt dann doch fast ein bisschen zu Guter-Onkel-haft, ist mir etwas zu plakativ. Naja, die ersten zehn Songs von "Confluence" kommen (mit Ausnahmen) irgendwie überzeugender.
Insgesamt haben Majors Junction ein gutes Album mit feinen Melodien, gekonntem Songwriting und Picking abgeliefert. Verpackt in einem schönen Digi-Pack kommt die CD sogar als LP 'verkleidet'. "Confluence" ist zwar nicht unbedingt ein Überflieger dieser Musiksparte, dafür aber sehr cool und angenehm anzuhören. Und das bringt ihnen 7 von 10 RockTimes-Uhren ein.
Line-up
Mike Mulcahy (guitars, vocals)
Heather O'Brien (vocals, percussion)
Colin Williams (drums)
Jeff Bartlett (bass)
Mit den Gästen:
Brian Wilke (pedal steel)
Allie Kral (fiddle)
Marc 'Baby J' Jones (guitars)
'Wavy' Dave (banjo)
Ray Glower (B-3 organ)
Don Stiernberg (mandolin)
Rick Barnes (slide guitar #1)
Benjamin Nusbaum (piano)
Angelo Garcia (tenor saxophone)
Garrick Smith (baritone saxophone)
Mark Thompson (trombone)
Tracklist |
01:Dead & Gone
02:Singing The Blues
03:Gunslinger
04:Saved
05:Growing Up
06:The Other Side
07:Highway Dame
08:Drinking Hat
09:Katrina
10:Hard Times
|
|
Externe Links:
|