Mangoo / Neolithic
Neolithic Spielzeit: 42:10
Medium: CD
Label: 7:45 Records, 2009
Stil: Stoner Rock

Review vom 01.09.2009


Joachim 'Joe' Brookes
Die Flut von Stoner Rock-Veröffentlichungen aus Skandinavien hält an.
Mit Ponamero Sundown war Schweden an der Reihe und durch Mangoo geht es noch weiter in Richtung Norden, denn das Quintett kommt aus Finnland.
Der Album-Titel "Neolithic" dieser frischen Band klingt ja schon wie tonnenschweres Gestein aus längst vergangenen Zeitaltern, sollte allerdings auch beim Wort genommen werden, wenn es um die Musik der Jungspunde geht, wobei der Bassist Igor seine Wurzeln in der Dominikanischen Republik hat.
Als Neuling am Start, hat die Band persönlich leider nichts über sich mitzuteilen. Folglich lassen wir es dann dabei.
Vorliegende Platte ist Mangoos Erstling und was sie dem Hörer an Stoner Rock anbietet, ist nicht von schlechten Eltern.
Krachend sind die Gitarren. Durch den Keyboarder Nikky geben sie ihrem Sound einerseits noch größeren Druck, anderseits auch eine melodiöse Variante. Insgesamt sind die Songs richtig kompakt und gesteigerten Wert legte die Gruppe auf die Vocals. Pickles hat die Lead-Stimme und bis auf Mattarn, sowie Drummer Teemu, singen alle anderen Backing Vocals.
Dessen nicht genug, ist Jenny Björklund als weitere Gesangs-Verstärkung im balladesken "Not Your Dog", eh einem der besten Tracks auf dem Album, hinzugekommen. Sobald der Gesang einsetzt, gerät die rockende Musik etwas in den Hintergrund.
Die Mangoo-Boys singen wirklich gut, ohne eine große Aggressivität auf den Stimmbändern zu haben und diese Tatsache macht sie trendig. Damit kann man punkten und das wissen sie ganz genau.
Als Ausgleich wirken die Klang-Kombinationen so bissig, so, wie die paffende Hyäne auf dem Cover-Foto. Über die Form des Dampfdings lasse ich mich jetzt nicht aus. Auf jeden Fall ist es keine Pfeife.
Für Überraschungen sorgt einer der Gast-Musiker: Eki Vileeni spielt Harp in zwei Stücken. Neben dem bereits weiter oben erwähnten "Not Your Dog" ist es das mit akustischer Gitarre vorgetragene "Planet" und in diesem Track muss man schon verdammt lange warten, bis die Harp zu einem lächerlich kurzen Einsatz kommt. Im letzten Song des Albums ist es dann fast eine Minute und die ist richig bluesig.
Vorsicht, das "Neolithic"-Gestein ist mit Ecken und Kanten versehen, auch wenn der erste Eindruck suggeriert, Mangoo liefern Mainstream-Stoner Rock ab. Sie belegen das Genre mit einer nicht von der Hand zu weisenden Eingängigkeit, was allerdings nicht negativ auszulegen ist. Der Gesang ist halt mehr melodisch, als dreckig oder aggressiv... ein Markenzeichen von Mangoo und einmal stellt man eine Verknüpfung zum Rock'n'Roll her.
Beim Arrangieren der zehn Eigenkompositionen hat man verdammt viel Wert auf Veränderung gelegt. Rhythmuswechsel, Breaks und Hooklines werden groß geschrieben und so kommt Freude auf. Let's fetz!
Man möchte fast schon sagen, dass Mangoo auch richtig gute Stadion-Rocker auf der Pfanne hat. Nikky spielt einen vorzüglichen Keyboard-Part und serviert ebenfalls das eine oder andere klasse Solo auf den schwarzen und weißen Tasten. Zusammen mit den Gitarren hat es die Gruppe schon einmal mit der Psychedelic und irgendwie vergehen die gut zweiundvierzig Minuten, im positiven Sinn, wie im Fluge.
Durchaus denkbar, dass auch Rock-Fans Mangoo mal beiden Ohren leihen können. Stoner Rock zum Erwärmen der erkalteten Ohren und die Fußwippe rostet hier garantiert nicht ein, denn grooven können die Männer ebenfalls.
Man darf gespannt sein, wie es mit dieser Gruppe aus dem hohen Norden weitergeht.
Line-up:
Pickles (vocals, guitar)
Mattarn (guitar)
Nikky (keyboards, percussion, vocals)
Igor (bass, vocals)
Teemu (drums)

Additional Musicians:
Sauli Koivula (drums)
Eki Vileeni (harmonica - #6,10)
Jenny Björklund (backing vocals - #10)
Tracklist
01:Blinders (3:18)
02:Only Silver (4:46)
03:Birds Of Prey (5:06)
04:The Bad Habit (2:41)
05:So Not (4:08)
06:Planet (4:44)
07:The Shit (4:31)
08:Queen Of Glam (3:55)
09:Trapped (In My Mind) (3:28)
10:Not Your Dog (5:33)
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