So mancher Beipackzettel ruft gelegentlich großes Gelächter hervor. Dieses Mal wird Altmeister und Gitarrist Ted Nugent zitiert: »Marco is the worlds greatest bass player and he's got the soul«. Was für ein werbeträchtiger Slogan!!!! Na ja, es fallen mir eine Menge an Bassisten ein, die bei mir mit ihrem Spiel auf den fetten Saiten einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Fakt ist aber auch, dass Marco Mendoza so langsam zu einem Rock-Dinosaurier mutiert, der schon mit o.g. Ted Nugent, aber auch mit Ozzy Osbourne, Whitesnake, Blue Murder und, nicht zu vergessen, mit Thin Lizzy, unterwegs war, bzw. ist. Sowohl David Coverdale als auch John Sykes wissen den Bassisten Marco Mendoza gerne neben sich.
Jetzt macht Marco Mendoza also auch auf solo. Er vereint dabei eine illustre Schar an Musikern um sich, die im Bereich des melodischen Hard Rocks ganz sicher eine Bank sind. Da haben wir zum einen Richie Kotzen (Ex- Mr Big), der zugleich als Co-Produzent fungiert. Desweiteren hören wir Steve Lukather von Toto und zwei weitere groovy Boys sind auf "Live For Tomorrow" zu hören. Aus der aktuellen Whitesnake-Formation stammen Gitarrist Doug Aldrich und Schlagzeuger Tommy Aldridge. Na, wenn das keine ausgezeichnete Ausgangsposition ist.
Was gibt es zu hören? Mendoza und seine Begleiter rocken an sich recht straight geradeaus. Sie vereinen dabei moderne Rockmusik mit stellenweise nostalgischem und bluesigem Hard Rock aus den Siebzigern. Überwiegend im Midtempo angesiedelt, findet sich der geneigte Fan sofort inmitten gewohnter Sounds. Gespannt konnte man sein, wie sich Mendoza als Sänger schlagen würde. Okay, das ist eine solide Vorstellung. Wobei ich Vergleiche mit Glenn Hughes nicht anstellen möchte. Also den Zusatz "The Voice" wird er sicherlich nicht ernten, aber er kann es ohne Zweifel auch recht gut.
Die Gitarren sind mit halben Crunch angereichert, wie der Opener "Not For Me" verdeutlicht. Mit dem Folge- und zugleich Titeltrack "Live For Tomorrow" kratzen die Jungs an den AOR-Fassaden und mit "Lettin' Go" werden typische Blues-Skalen abgespult. Das alles wird mit netten Fill Ins der Solo-Gitarren garniert.
Es fällt schwer, ein besonderes Highlight zu finden. Kein Song ist überragend, aber auch kein Einziger fällt durch. Alles in ein- und demselben Stil. Leider bewegen sich die Jungs auch bei "Let The Sun Shine" ein wenig vom bluesigen Hard Rock weg und finden im AOR eine musikalische Identifikation. Das bedingt natürlich eine ausgesprochene Radiotauglichkeit. Aus gewinnorientierten Gründen ist das deswegen akzeptabel, ärgert aber den ehrlichen Rocker ungemein.
Etwas aus der Rolle fällt noch das schnellere "Broken", und wenn man überhaupt von einer spürbaren Seele auf diesem Album sprechen kann, dann ist es ganz sicher "Still In Me". Ein zeitloses Rockepos, bereits tausendfach gehört, aber immer wieder gut.
So bleibt unterm Strich eine ganz nette Rockscheibe, von einem Mann, dem sein Solo-Album ganz sicher vergönnt ist. Erfahrene Musiker haben Marco Mendoza unter die Arme gegriffen. Vergessen wir dabei aber nicht, dass die Produktion beim Künstler selbst liegt und dass hier, wie es einem erfahrenen Rockbassisten geziemt, alles sehr ordentlich abgewickelt wurde. Fans der mitwirkenden Künstler stellen sich dieses Album als gut gemeinte Ergänzung in den Schrank!
Line-up:
Steve Lukather (lead guitar # 2)
Ted Nugent (guitar solo # 8)
Doug Aldrich (lead guitar # 6)
Tommy Aldridge (drums # 9, 10)
Brian Tichy (drums # 3, 5, 11)
Steve Wiengart (keyboards # 11, 12)
Tracklist |
01:Not For Me (3:32)
02:Live For Tomorrow (4:10)
03:Lettin' Go (4:28)
04:Look Out For The Boys (3:01)
05:I Want You (4:18)
06:Your Touch (4:23)
07:Let The Sun Shine (3:58)
08:You Got Me (3:17)
09:In My Face (3:44)
10:Broken (4:17)
11:Still In Me (5:23)
12:Dance With Me (5:00)
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