|
Obwohl Mass bereits seit 1980 existieren, hat die Band aus Boston es bis ins Jahr 2007 geschickt verstanden, sich meinem musikalischen Horizont zu entziehen. Vier Alben, darunter noch ein Best Of-Werk, sind zwar nicht gerade ein Zeichen von Arbeitswütigkeit, aber immerhin wurden bis zum heutigen Tage mehr als 100.000 Stück ihrer Silberlinge verkauft.
Mit "Crack Of Dawn" startet das Quartett, bestehend aus Louis D'Augusta (lead vocals, backup vocals), Gene D'Itria (guitars, backup vocals), Lou Spagnola (bass, backup vocals) und Joey 'Vee' Vadala (drums) nun einen neuen Anlauf, sich in die Herzen ihrer Fangemeinde zu rocken. Produziert hat das ausschließlich bandintern komponierte Material Dog Face-Gitarrist Martin Kronlund, der auch schon die von mir neulich beleuchtete Union Mac-CD betreut hat.
Mass heben sich mit ihrem zum Teil melodisch gefärbten, recht fetten, Riff-dominierten Gitarren-Hard Rock jetzt nicht unbedingt spektakulär aus der Angebotspalette heraus, treten aber auch keineswegs unangenehm in Erscheinung. Das ist technisch gut dargebotenes Handwerk, der Wechsel zwischen melodischeren Tracks wie "It's You", "Someday", "Hello", oder "Leaving You" und kantigen Rockern wie "Crack Of Dawn", "Monkey Brain" oder "Who I Am" (gehen zum Teil dezent in Richtung Frank Marino And Mahogany Rush) passt, die Einbindung von Mundharmonika-Tönen bei zwei Nummern ("Magic Train", "Seven Days"), sorgt für zwischenzeitliche Überraschungsmomente.
Aus meiner persönlichen Sicht gibt es zwei Kritikpunkte: Sänger Louis D'Augustas kreischendes Stimmorgan ist sicher Geschmacksache, ich finde es auf die Dauer etwas nervig. Zwei oder drei Stücke wurden am Ende katastrophal abgehackt ausgeblendet (wie damals beim Kassetten-Recorder zu früh auf die Stoptaste gedrückt...), da frage ich mich, wie einem Profi der Marke Kronlund so was passieren konnte. Ich gehe nicht davon aus, dass dies als künstlerisches Stilmittel gewollt eingebracht wurde.
Fazit: Mass liefern mit "Crack Of Dawn" solide, melodische Hard Rock-Kost ab, aber angesichts der Flut von guten Veröffentlichungen in diesem Bereich besteht unter ungünstigen Umständen die Gefahr, in der breiten Masse unter zu gehen.
| Tracklist |
01:It's You
02:Crack Of Dawn
03:Someday
04:Empty Soul
05:Hello
06:Magic Train
07:Monkey Brain
08:Sweet Lady Jane
09:Seven Days
10:Castle
11:Leaving You
12:Who I Am
|
|
Externe Links:
|