McKnight & Bogdal / Zombie Nation
Zombie Nation Spielzeit: 42:09
Medium: CD
Label: Desert Highway Records, 2011
Stil: Blues

Review vom 25.08.2011


Joachim 'Joe' Brookes
Ui, eine solches Cover lässt nun nicht unbedingt auf den Blues schließen. Das Bild wäre vielleicht auch für eine Thrash Metal-Platte geeignet. Allerdings ist "Zombie Nation" voll von Blues, von sehr gutem Blues. Beim Hören der Musik meint man, die beiden Protagonisten Elam McKnight sowie Bob Bogdal säßen auf der Veranda eines Juke Joints im Mississippi-Delta, aber die Songs wurden zum größten Teil in den Switchyard Studios, Nashville aufgenommen.
Jeder der beiden Künstler hat sich schon unter eigenem Namen Reputation erspielt und vorliegendes Album ist die erste gemeinsame Tat. Elam McKnight debütierte 2003 mit "Braid My Hair". Es folgten "The Last Country Store" (2005) und "Supa Good" (2007). Das darauf enthaltene "Devil Minded Woman" wurde von Fans zum besten Song bei den Indepentant Music Awards gewählt. Bob Bogdal kann auf zwei Veröffentlichungen zurückblicken: "Underneath The Kuduz" (2005) und "Shadow Of A Darkened Moon".
Für einen derartigen Blues, wie ihn das Duo zusammen mit Schlagzeuger Tom Hambridge zelebriert, war die Zeit immer schon reif. Die Früchte sind goldgelb oder feuerrot und passen perfekt ins besagte Delta. Der Blues der beiden Musiker ist nicht der, den man in feiner Kleidung spielt, sondern viel mehr in Arbeitsklamotten und dem dazugehörigen Dreck unter den Fingernägeln.
Tom Hambridge, viel gebuchter Session-Drummer und unter anderem Komponist für
Lynyrd Skynyrd, George Thorogood, Guitar Shorty, Marcia Ball oder Billy Ray Cyrus gibt den Songs des Duos McKnight & Bogdal einen ordentlichen Drive. Sein Trommeln passt perfekt zu diesem Blues vom Lande.
Die Harp sowie mit Fingerpicking, Riffing oder Bottleneck ganz versiert gespielten Akustischen und E-Gitarren sind allseits präsent. Obendrauf passt der Gesang auch noch bestens ins Umfeld. Mit der Chorsängerin Kim Morrison hat man eine ebenfalls vielbeschäftigte Frau im Line-up. Mit ihrer soulig-gospeligen Stimme war sie schon auf vorherigen McKnight-Produktionen vertreten. Der Besitzer der Switchyard Studios, Michael Saint-Leon kann auch einen vorzüglichen Sechssaiter spielen. Gleich im swampig-rockenden Opener "Pojo's Place" kann man sich einen Eindruck von den hervorragenden Qualitäten aller Akteure und des Songwritings machen. Ein toller Einstieg, der sich gewaschen hat.
Für "Blues Makes Me Happy" wird ein oder zwei Gänge höher geschaltet und der Turbo-12-Takter bekommt ein wenig Country injiziert. Wer sich von der Slide-Gitarre entführen lassen will, steuert zum Beispiel "ZombieFication" an. Bester Bottleneck-Sound trifft auf sehnsüchtige Harp und dann ist da wieder Morrison, deren Gesang auf gleiche Höhe mit den Lead Vocals gesetzt wurde. Wow, diese Frau hat es! "19 Days" ist immer noch Blues, hat aber noch eine Schüppe mehr Country in den Noten.
Nach diesem furiosen Treiben wird es ruhiger. McKnight & Bogdal pur. Der akustische Blues in "Red Wheel Barrow" lässt die Sonne scheinen. Bei all den tollen Tracks habe ich "No Hard Feelings" zu meinem Liebling auf "Zombie Nation" erkoren. Hier ist alles sehr hypnotisch ausgelegt und es stimmt, wenn im Informationsblatt geschrieben steht, dass die Nummer etwas von einem John Lee Hooker hat. "I Hate You" ist aggressiv im Text und rau in der musikalischen Auslegung. Elam McKnight und Bob Bogdal sind echte Klasse-Künstler, die den Blues fühlen.
Und genauso fühlt man in seiner Begeisterung auch als Hörer mit. Ob es das groovende "Brother To A Stone" ist oder zum Abschluss ein "Hocus Pocus", beide wieder mit Bottleneck-Einsatz gespielt: Das Duo kann mit einer sehr überzeugenden Leistung aufwarten. Insofern sollten sich die Blues-Fans McKnight & Bogdal mit "Zombie Nation" unbedingt notieren.
Line-up:
Elam McKnight (vocals, electric guitar, acoustic guitars, Resonator guitars)
Bob Bogdal (harmonica, Resonator guitar)
Tom Hambridge (drums)
Kim Morrison (backing vocals)
Michael Saint-Leon (guitar - #1)
Tracklist
01:Pojo's Place (4:40)
02:Blues Makes Me Happy (5:03)
03:Tom Cat Kitten (4:38)
04:ZombieFication (4:44)
05:Red Wheel Barrow (2:42)
06:19 Days (2:38)
07:No Hard Feelings (5:58)
08:I Hate You (3:33)
09:Brother To A Stone (4:10)
10:Hocus Pocus (4:40)
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