Mercury Fang / Ignition
Ignition Spielzeit: 55:38
Medium: CD
Label: Rivel Records, 2007
Stil: Hard Rock

Review vom 31.08.2007


Jürgen Bauerochse
Dass in Schweden eine ziemlich lebhafte Szene in Sachen Hard Rock besteht ist hinlänglich bekannt. Immer wieder bringen Bands aus dem hohen Norden klangtechnisch hochwertige Alben auf den internationalen Markt und können dabei auch musikalisch meistens voll überzeugen.
So ist es auch im Fall von Mercury Fang. Die Gruppe besteht seit 1998 und setzt sich aus Musikern zusammen, die allesamt zu den angesagtesten Künstlern in ihrem Land gehören. Im Jahr 2001 traten sie beim Sweden-Rock-Festival auf und machten so einen weiteren Schritt in Richtung Spitze des schwedischen Hard Rocks.
Es folgte die Produktion des ersten Longplayers "Liquid Sunshine" für Rivel Records, das von Pontus Norgren (Poodles, Talisman , Great King Rat) abgemischt wurde. Als Assistent stand ihm Morgan Ågren zur Seite, der schon mit Frank Zappa und Glenn Hughes aufgenommen hatte.
Vor Beginn der Studioarbeit zum zweiten Album "Ignition" kam es zum bisher einzigen Wechsel im Line-up der Band. Drummer Ken Savefjord musste gehen und wurde durch Martin Larsson ersetzt, der vorher bei Stabb und Fifth Reason getrommelt hatte. Wieder saß Pontus Norgren hinter dem Mischpult, während Mats Hallstensson (House Of Shakira) und Torbjörn Weinesjö (Veni Domine) das Album produzierten.
Mercury Fang bewegen sich musikalisch im Hard Rock-Bereich von Bands aus den siebziger und achtziger Jahren. So gibt es etliche Passagen, die ganz deutlich in Richtung Thin Lizzy und UFO gehen, ohne aber an deren Klasse heranzureichen. Es fehlt einfach der Wiedererkennungswert der einzelnen Songs. Zudem haben die Vocals von Fredrik Glimbrand nicht das Charisma eines Phil Mogg oder Phil Lynott.
Die Gitarrenarbeit ist wirklich bemerkenswert, wie man zum Beispiel bei dem recht ruhigen "Way Out Of Line" hören kann. An einigen anderen Stellen ist ein Michael Schenker in Hochform stilistisch allgegenwärtig.
Doch es fehlt irgendwie ein Grundkonzept. So driftet Mercury Fang, vor allem wenn der Gesang mehrstimmig wird, doch schon arg in Heavy Pop-Gefilde ab ("On Fire"). Das wird ganz besonders deutlich bei "Stand Your Ground", das im Mittelteil ein richtig starkes Orgelsolo enthält, aber beim Grundthema schon sehr mainstreamig abgehandelt wird.
Am stärksten ist die Band bei den richtigen Krachern, wie gleich beim Opener "Fly Away", der fast Metal-mäßig abgeht, obwohl zum Ende hin einige nicht ganz passende Keyboards den Sound etwas verwässern, bevor die Gitarre wieder alles gerade rückt.
"Down The Drain" ist mein persönlicher Anspieltipp. Das Ding fetzt so richtig. Auch hier lässt UFO wieder grüßen, und diesmal gibt es kein Zwischenspiel, das den Saft aus dem Song nimmt.
Mercury Fang haben mit "Ignition" ein handwerklich sehr gutes Album abgeliefert, bei dem mir lediglich die Ecken und Kanten etwas zu abgeschliffen sind. Die einzelnen Songs tun nicht weh, sind im Gegenteil recht gut anzuhören. Doch die Musik bleibt einfach nicht so richtig im Ohr hängen.
Line-up:
Fredrik Glimbrand (vocals, guitars)
Håkan Granat (guitars, backing vocals)
Olle Boden (bass, backing-vocals)
Jörgen Schelander (keyboards, backing vocals)
Martin Larsson (drums, percussion)
Tracklist
01:Fly Away
02:Run For You
03:Crossfire
04:Time To Sail Away
05:Heading Out For Love
06:Down The Drain
07:By You
08:Revelation
09:On Fire
10:Way Out Of Line
11:She's Just Like The Devil
12:Stand Your Ground
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