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»Tief unter den Straßen von Paris erstrecken sich die gewundenen Metro-Tunnel durch die ganze Stadt. Tausende von Menschen betreten jeden Tag die Tunnel, um über die Schienen zu gleiten. Nicht alle von ihnen kehren wieder zurück. Sie sind die Menschen der Metro Society. "A Journey In Paris" ist eine Geschichte über zwei Individuen, Michael und Anna und darüber, wie sich ihre Leben für immer verändern, während sie Teil der Metro Society werden.«
So wird man vom Booklet begrüßt, wenn man den Erstling von Metro Society, "A Journey In Paris", öffnet. Ein Konzeptalbum also, zu dem sogar die Hilfe eines Dichters herangezogen wurde, um die Idee der Geschichte in Einklang mit den Texten zu bringen.
Die Herren aus Colorado können allerdings froh sein, dass man Progressive Metal heute als eigenständiges Genre mit mittlerweile eigenen Merkmalen gebraucht, statt wie früher alles, was neu ist, als progressiv im eigentlichen Sinn zu deklarieren. Ansonsten könnten sie sich diese Bezeichnung in die Haare schmieren, denn Neues bieten Metro Society uns gewiss nicht.
Nun, dass muss nicht zwangsläufig etwas heißen, durchaus nicht. Und wenden wir uns daher zuerst dem Positiven zu: Diese Amis sind Spitzenmusiker. Allen voran Chris Mangold an der Gitarre, beherrschen sie ihre Instrumente absolut. Auch haben sie ein kohärentes Album mit langer Spielzeit abgeliefert, das stets bemüht ist, die Story musikalisch umzusetzen. Der Sound ist ebenfalls zufriedenstellend; alle Instrumente sind klar zu vernehmen. Es gibt aber einige Bands, denen man anmerkt, dass sie eine Prog-Band sein wollen, und Metro Society gehören dazu. Ihre Songstrukturen sind definitiv komplex und man bemüht sich um Variabilität. Aber ihr Vorhaben scheitert, und ich kann nicht mal genau sagen, woran genau. Aber sie sind die erste Prog-Band, die es schaffen, dass ich ihr Material von vorn bis hinten nicht mag. Von daher also wohl doch etwas progressiv.
Die Songs sinken nicht ein, es macht nicht 'klick'. Daraus folgt, dass die vielen einzelnen Teile nicht besonders gut ineinander greifen. Es gibt wohl einen roten Faden und einen Zusammenhang zwischen ihnen, aber sie können einfach nicht überzeugen. Und daraus folgt wiederum, dass sämtliche Emotionen innen hohl anmuten, und die gut gemeinte Instrumentalisierung plötzlich steril daherkommt und den Hörer in ihrer Leidenschaftslosigkeit nicht erreichen kann.
Es tut mir Leid, dass ich das sagen muss, aber auch mehrere Durchläufe machen hier nichts besser und lassen einen selbst in den besten Momenten nur Mittelmaß finden. Dieses Album komplett durchzuhören, stellt sich ziemlich bald als Qual dar.
Line-up:
Chris Mangold (guitars, keyboards, spoken word)
Ian Ringler (bass, keyboards)
Doug Brown (drums)
Bill Mangold (drums)
Corey Brown (vocals)
| Tracklist |
01:King Of His Own World
02:Voices Inside Of Me
03:Welcome Hope
04:Hills Will Roll
05:Within A Moment
06:Torment
07:Metro
08:Purgatory
09:Lost In Paris
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