Moreland & Arbuckle / Flood
Flood Spielzeit: 48:28
Medium: CD
Label: Telarc Records, 2010
Stil: Blues

Review vom 31.03.2010


Steve Braun
»We're roots from the heartland«, so beschreiben sich Moreland & Arbuckle auf ihrer Website vielsagend selbst. Rau, minimalistisch, auf das Wesentliche beschränkt - so könnte man es auch anders ausdrücken. Delta Blues, Folk und traditioneller Country sind die Korsettstangen der mittlerweile zum Trio gewachsenen Band. 'South East Kansas' - diese Standortbeschreibung, an der Schnittstelle zu den 'Tornadostaaten' Oklahoma, Arkansas und Missouri gelegen, taucht sehr häufig in den Textzeilen dieses neuen, "Flood" betitelten, Albums auf. Es ist ein Land der Bauern. Einfache Menschen sorgen sich in erster Linie um die Getreidepreise und die kommende Ernte. Hier hört man eigentlich Country Music, die Alten in sehr traditioneller, konservativer Weise - die Jungen oftmals in der verschärft-rockigen Form, die man auch gerne als 'Red Dirt' bezeichnet. Dustin Arbuckle und Aaron 'Chainsaw' Moreland haben sich stattdessen dem Blues verschrieben, den sie allerdings gerne mit den oben beschriebenen Versatzstücken garnieren.
2002 hatte man sich gegründet und bereits drei Jahre später qualifizierte man sich für die Finalrunde der International Blues Competition in Memphis, Tennessee. 2009 erntete man die ersten beiden Awards: Zunächst den "Artist of The Year Award 2008" bei der Blueswax und später den "CD of The Year Award 2008" für die Scheibe "1861" beim Indie Acoustic Project. Gut, das sind jetzt nicht die allerwichtigsten Ehrungen, aber ein verdienter Lohn für harte, ehrliche Arbeit allemal.
"Flood" ist das dritte Album von Moreland & Arbuckle, und was für eins ... Treibende Gitarren und die omnipräsente Harp prägen die Songs. Als netten Einfall kann man den gelegentlichen Einsatz der Cigar Box Guitar bezeichnen, die dem Bluesfan spätestens seit deren 'innovativem' Einsatz durch Luther Dickinson bei dessen North Mississippi Allstars ein Begriff ist. Die Spuren der Cigar Box Guitars, -Banjos und -Fiddles lassen sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Die Bluesmen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts griffen, wie der junge Bo Diddley, gerne zu diesem Teil, sahen sie darin doch ein Stück ihrer (schwarzen) Blues-Identität. Aaron Morelands Cigar Box Guitar scheint augenscheinlich selbst gebastelt zu sein. Die Tiefste der vier Saiten wird über einen Bass-Amp, die anderen über einen Guitar-Amp abgenommen. Selbstredend, dass der Einsatz dieses Instrumentes auf "Flood" keinen Gimmick darstellt, sondern sich perfekt in die raue, ursprüngliche Wildheit von Moreland & Arbuckles Blues einfügt.
Mit "Hate To See You Go" steigt das Trio mit einem 'rumpeligen' Boogie ein. Es folgt ihre Interpretation der Legend Of John Henry, jener US-amerikanischen Legende also, der
Joe Bonamassa im vergangenen Jahr ein musikalisches Denkmal setzte. "18 Countries" erscheint in seiner hypnotischen Kraft wie eine rudimentäre Version von dessen "Last Kiss" von eben jenem "Ballad Of John Henry"-Album. "Your Man Won't Ever Know", ein stiller Country Blues, und "Don't Wake Me", ein 'speckiger' Boogie, sind die nächsten Nummern. "Can't Get Clear" setzt gekonnt die magischen Voodoo-Kräfte des Delta Blues ein - mich verzaubert dieser Song geradezu.
Hier bekommt "Flood" einen kleinen Bruch, und nun halten auch Country-, wie in "Can't Leave Well Enough Alone" und "What You Gonna Do", und Folk-Elemente ("Red Moon Rising") Einzug. Eine Banjo-Version des stärksten Songs dieser Scheibe, "Can't Get Clear", beschließt ein starkes Stück Musik.
Moreland & Arbuckles "Flood" ist ein genial-schmuddeliges Album für Blues-Puristen, für echte Liebhaber dieser Musik geworden: Einfach, derb, rau, hochenergetisch und macht Lust auf mehr ... ein Geheim-Tipp!
Line-up:
Aaron Moreland (electric guitar, resonator guitar, Cigar Box guitar, banjo)
Dustin Arbuckle (vocals, harp)
Brad Horner (drums, backing vocals)

Gäste:
Michael Moreland (keyboards)
Dave Spindle (bass)
Trevor Stewart (Chapman Stick - #3)
Tom Page (guitar - #9)
Tracklist
01:Hate To See You Go (2:33)
02:Legend Of John Henry (6:21)
03:Before The Flood (1:17)
04:18 Countries (4:01)
05:Your Man Won't Ever Know (2:55)
06:Don't Wake Me (3:46)
07:Bound And Determined (2:30)
08:Can't Get Clear (6:02)
09:Can't Leave Well Enough Alone (4:01)
10:In The Morning I'll Be Gone (3:33)
11:What You Gonna Do (4:39)
12:Red Moon Rising (3:19)
13:Can't Get Clear [banjo version] (3:24)
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