Muffler Men (welch ein Bandname) kommt aus dem belgischen Gent und die beiden Autodidakten Steve De Vlieger sowie Drummer Dirk Legiest formierten zusammen mit dem etwas später dazugekommenen Bassisten Jelle Van Lysebettens ein Power Trio der etwas anderen Art. Stoner Rock mit Alternative-Anleihen hat man sich auf die musikalische Fahne geschrieben und wenn man sich die zehn Songs inklusive Bonus Track reingepfiffen hat, dann darf man feststellen, dass die Band ein interessantes und unterhaltsames Album eingespielt hat. Das Mastering hat man einem ganz erfahrenen Mann überlassen und dafür die Bänder nach Hollywood geschickt. Dort hat Brain Gardner (unter anderem Foo Fighters, Janet Jackson, Melissa Etheridge, Was (Not Was), The Cure, Danko Jones, Them Crooked Vultures oder Ben Harper) Hand angelegt und man muss schon sagen, dass der CD-Sound der Härte des Rundlings entspricht.
Muffler Men wurde für einige belgische Festivals gebucht und warf im Laufe der Zeit den Metal in der Musik über Bord. Dafür richtete die Combo den Blick auf Bands wie Queens Of The Stone Age oder Muse. Nach stetigem Aufbau liegt nun das Debüt namens "Trigger And Fly" auf dem Schreibtisch und wird schon nach einem ersten Probedurchgang als krachender Rock eingestuft. Dann sollten folglich noch weitere Spins folgen.
Schon im Opener "Daily Taste Of Summer" rasen die Zeiger einer Uhr zeitweise in Hochgeschwindigkeit über das Zifferblatt und wenn man das gesamte Album verinnerlicht hat, darf bereits der erste Track, neben heftig riffenden Gitarren ein weiteres Markenzeichen von Muffler Men aufdecken. Bis auf zwei Ausnahmen hat der Frontmann De Vlieger alle Songs komponiert und bekennt sich dabei auch zu wunderschönen Melodien. Diese werden zuweilen von mächtigen Gitarrenbergen durchkreuzt und manchmal gewollt fast abgewürgt.
Das zweite Stück Musik ist eine Gespielin der Tempowechsel. Bei der an- und abschwellenden Härte kann man sich gar nicht vorstellen, dass De Vlieger irgendwo auch Piano spielen soll. In dem wohltuenden Gitarrengewitter stöhnt dann vor Begeisterung hier und da auch noch eine Frauenstimme rum. In "Killer On The Loose" werden die Sechssaiter noch präsenter, denn Vincent Windels (Namen gibt es) mischt beim hymnisch anmutenden De Vlieger-Gesang mit. Darf es wahr sein? Muffler Men bohrt ganz dicke Bretter und glänzt darüber hinaus noch mit einem Wah Wah-gesteuerten Solo. Das Piano bleibt abermals auf der Strecke.
In "Engineer" sind die Gitarren zunächst weniger heftig und wieder findet eine Achterbahnfahrt in unterschiedlicher Härte sowie Geschwindigkeit statt. Gelungen bewegt man sich hier deutlich auf den Pfaden der Siebzigerjahre. Wow, das vermutet man aber jetzt nicht nach der kurzen Einleitung mit verfremdeten Drum- sowie Gitarrenklängen. Die Combo macht mit "Mistakes" definitiv keine musikalischen Fehler, denn man lässt den Stoner Rock in Boogie-Formation fliegen. Mit einer spielerischen Gelassenheit scheint man den Hörer um den Finger zu wickeln und das gelingt auch noch. Die melodischen Refrains und das bis hierher immer noch nicht aufgetauchte Piano müssen abermals erwähnt werden. So ein Instrument ist doch viel zu groß zum Verstecken!
Okay, im Titelsong "Trigger And Fly" wechselt De Vlieger zwischenzeitlich zur gut in Szene gesetzten Akustischen. Danach bleiben nicht mehr viele Gelegenheiten für die schwarzen und weißen Tasten. "All Dressed Up" gibt dem Hörer einen ordentlichen instrumentalen Schubs und der Bonus Track "In Your Fire" haut einen dann komplett vom Hocker. Die vorletzte Nummer wird zu einem furiosen Inferno der Klänge, bei dem eine Gebläseabteilung ganz kräftig eingreift. Jelle Demeyer, Pieter De Naeghel und Manu Redant treiben ihr jazziges Unwesen. Mit der Zugabe kommt es dann zum Schlussspurt in Sachen Muffler Men und "Trigger And Fly". Wenn man den Stoner Rock zuweilen auch in der Nähe des Blues Rock sieht, dann schlägt der Dreier am Ende genau in diese Kerbe.
Muffler Men hat mit dem Debüt-Album einen klasse Kracher auf den Markt gebracht. Da ist man jetzt schon auf die nächste Platte gespannt.
Line-up:
Steve De Vlieger (vocals, guitars, piano, percussion)
Jelle Van Lysebettens (bass)
Dirk Legiest (drums, percussion)
Guest Appearances:
Vincent Windels (additional guitars - #3)
Jelle Demeyer (saxophone - #9)
Pieter De Naeghel (trombone - #9)
Manu Redant (trumpets - #9)
Lize Accoe (spoken words - #9)
| Tracklist |
01:Daily Taste Of Summer (4:17)
02:Animal (3:12)
03:Killer On The Loose (3:42)
04:Engineer (4:06)
05:Mistakes (4:10)
06:The Takeover (3:33)
07:Lack (The Bad Apprentice) (3:24)
08:Trigger And Fly (4:50)
09:All Dressed Up (6:22)
Bonus Track:
10:In Your Fire (4:42)
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