Museum Of Fear / The God In My Closet
The God In My Closet Spielzeit: 27:19
Medium: EP
Label: Dirge Records, 2006
Stil: Progressive Metal

Review vom 30.11.2006


Christoph Segebard
Wenn ich als Prog-Fan mit den Schlagworten A Perfect Circle, Porcupine Tree, Rush und Jethro Tull umschmeichelt und in Stimmung gebracht werde, darf ich auch Einiges erwarten.
Und 'Einiges' hab' ich auch bekommen. Museum Of Fear, die Band von Daniel Miller und Bill McKeown (beide Ex-Apollo Ra), betritt den Dschungel der neuen Generation von Progressive-Bands und hinterlässt einen ersten Warnschuss mit der EP "The God In My Closet".
Zwar entwickeln sie noch keinen Trademark-Sound, aber einen eigenen und variantenreichen. Es wird heavy gerockt, akustisch untermalt und dominiert sowie tribal-artig getrommelt. Daniel Millers manchmal schräger Gesang sowie Bill McKeowns kantige Soli machen den progressiven Charakter perfekt - zusammen mit der Tatsache, dass man die gesamte Zeit über hochkonzentriert sein muss, um alle Feinheiten innerhalb der Songs mitzubekommen. Macht man nebenbei noch was Anderes, zerfließt alles zu einem bedeutungslosen Brei und man läuft Gefahr, die Schönheit der Museum Of Fear-Songs nicht erfassen zu können und "The God In My Closet" auf den 'Naja'-Haufen zu werfen.
Ich sagte bewusst »Feinheiten innerhalb der Songs«, denn das hier ist leider eine EP, und die sind immer irgendwie vom 'Gleich-ist-Schluss-Gefühl' geprägt. Echtes Albumfeeling kann jedenfalls noch nicht recht aufkommen, was der Atmosphäre, die Miller und McKeown durchaus aufzubauen in der Lage sind, abträglich ist. Mit dem wichtigen roten Faden könnte Museum Of Fear vom Rohdiamanten zum Top-Act werden. Also bitte, die Herren, ein Album!
McKeown bezeichnet diese sechs Songs jedenfalls als 'Spitze des Eisbergs' - wenn er Recht hat, kommt Tolles auf uns zu.
Tracklist
01:Darkest Days
02:Always Goodbye
03:Mindwheel
04:Afterthought
05:Fade
06:Walking Wounded
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