My Silent Wake / IV Et Lux Perpetua
IV Et Lux Perpetua Spielzeit: 46:21
Medium: CD
Label: Dark Balance, 2010
Stil: Doom/Death/Gothic Metal

Review vom 05.11.2010


Andrea Groh
My Silent Wake - das bedeutet bestimmt 'etwas zum sanften Wachwerden' - na ja, zumindest für Doom/Death-Fans wie meinereiner… Hinter den teilweise ruhigeren, teilweise etwas ruppigeren Weckklängen steckt kein gänzlich Unbekannter: Ian Arkley.
Und, klingelt's? Bei den meisten wahrscheinlich eher nicht, also helfe ich mal ein wenig: Er war (und ist aktuell auch wieder) bei der britischen christlichen Thrash Metal-Band Seventh Angel; zudem bei den Doomern Ashen Mortality, hatte ein Zwischenspiel bei den kurzlebigen Century Sleeper, war außerdem bei The Other Window und zeitweise bei den australischen, ebenfalls christlichen Doom/Deathern von Paramaecium, deren CDs ich häufig und gerne einlege, aber die anscheinend außer mir kaum jemand kennt und mag.
My Silent Wake würde ich auch nicht gerade als populär bezeichnen, obwohl sie schon mehrere Tonträger veröffentlicht haben, nämlich in ihrem Gründungsjahr 2005 die EP "My Silent Wake", 2006 "Shadow Of Sorrow", 2007 die CD "The Anatomy Of Melancholy" und die Promo-DVD "Sturm/Storm" sowie 2008 "A Garland Of Tears". Im aktuellen Jahr 2010 erst eine Split "Black Lights and Silent Roads" mit The Drowning und jetzt die mir vorliegende "IV Et Lux Perpetua".
Gar nicht mal so wenig. Ehrlich gesagt, sogar mehr als ich gedacht hatte…
Das Ganze wirkt sich positiv auf die Musik des Albums "IV Et Lux Perpetua" aus, diese ist nämlich angenehm vielseitig, wer die oben aufgeführten Bands kennt, weiß schon die Richtung. Raue deathige Momente treffen auf zarte, bezaubernde Gothic-Weisen, melancholischer Doom kommt ebenso vor wie Black Sabbath-Riffs.
Ebenso variabel ist die Gesang: Mal grunzig, mal klagende Klarstimme, dazu kommen noch dezente weibliche Akzente.
Natürlich können My Silent Wake die britische Herkunft nicht verleugnen, einige Elemente inseltypischer Düsternis wurden eingebaut, Parallelen zu anderen Bands von dort sind vorhanden, auch zu jener, die ebenfalls ein 'My' im Namen führt: My Dying Bride.
Doch keine Angst, wir haben es hier nicht mit einer billigen Kopie zu tun, und erst recht nicht mit einer berechenbaren. Dafür sind die Einflüsse zu verschiedenartig, da kann es auch tatsächlich folkig oder leicht angeproggt werden, bevor wieder heavy Riffs zuschlagen und es fast schon aggressiv erscheint.
Teilweise kommen die unterschiedlichen Elemente so schnell und direkt hintereinander zum Tragen, dass es fast schon uneinheitlich und unruhig wirken würde, wäre das Grundgerüst nicht schleppender Doom. Böswillig könnte man unterstellen, 'die wissen nicht, was sie wollen', doch dafür finde ich es zu flüssig und auch zu interessant gestaltet. Mir gefällt die Herangehensweise durchaus, es muss ja nicht immer Zeitlupe kurz vor dem Stilstand sein…
Wer sich eine eigenwillige Mixtur der aufgezählten Bands (als Ergänzung will ich auch noch Paradise Lost nennen) vorstellen kann, Doom-, Death-, Gothic- und Progressive Metal nicht als unvereinbare Gegensätze ansieht, sollte höchstwahrscheinlich die Kraft und Schönheit des Lichtes von "IV Et Lux Perpetua" zu schätzen wissen.
Es wäre der Band zu wünschen, dass sie hiermit mal mehr Aufmerksamkeit erreicht - verdient hat sie es mit der Scheibe.
Ach ja: My Silent Wake sehen sich zwar nicht als christliche Band, geben an, es würden unterschiedliche Glaubensauffassungen unter den Musikern vorherrschen, der CD-Titel stammt jedoch aus dem Requiem der katholischen Liturgie »Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis« (deutsch: »Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen«).
Wenn diese Scheibe als IV nummeriert wird, dann wurden wohl nur die Normal-Longplayer gezählt.
Line-up:
Ian Arkley (guitar, vocals, analogue synth)
Kate Hamilton (bass, vocals, keyboard)
Andi Lee (guitar, vocals, analogue synth)
Jasen White (vocals)
Steve Allan (drums)
Tracklist
01:Et Lux Perpetua
02:Death Becomes Us
03:Bleak Endless Winter
04:Father
05:Graven Years
06:My Silent Wake
07:Between Wake And Sleep
08:Journey's End
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