Eins möchte Sean Patrick McGraw klar stellen: Er ist nicht mit anderen, berühmten Personen desselben Nachnamens verwandt. Manche werden es ahnen, wen er im Visier hat: New-Country-Superstar Tim McGraw und nicht Ali M., die den filmhistorisch Interessierten aus "Love Story" und "Getaway" (R.I.P. Sam Peckinpah) bekannt sein könnte.
Der gute Sean ist beileibe kein Superstar, sondern ein noch relativ jung ausschauender Musiker und stammt aus dem US-Bundesstaat New York. Über den Umweg Los Angeles landete er schließlich im Country-Mekka Nashville, wo er sich als Songwriter und Sessionmusiker bislang mehr schlecht als recht durchschlug. Die hier vorliegende CD ist bereits seine vierte Solo-Veröffentlichung.
Gott sei dank ist das nicht New Country der poppigen Variante geworden, sondern mehr die mit Rock 'n' Roll und E-Gitarren aufgepeppte Version. Nun ja, authentisch macht das die Musik deswegen nicht, und das 'New' steht auch nicht vor dem Country, weil das Ganze einen bahnbrechenden Charakter hätte. Dafür macht diese Scheibe einfach gute Laune und eignet sich aufgrund der rockigen, tanzbaren Songs auch für kommende Parties! Zudem ist der gute Sean ein ganz passabler Sänger, der diesen leichten Country-Twang in der Stimme hat, wie es sich gehört. Sein Basser auf dieser Scheibe ist derselbe wie von Deryl Dodd auf Full Circle, dessen aktuelle Platte mich mehr überzeugen konnte.
Wer auf Boogie-Rhythmen wie bei "Two Side To Every Song" (mit schönen Mundharmonika-Parts), "Lil' In Love", "Nuthin' Like A Saturday Night" oder "And The Good News Is" nicht mindestens mit Fußwippen reagiert, gehört ins Altenheim. Es kommt trotz aller Klischees richtiges Country- und Rockabilly-Feeling auf, garniert mit den passenden Gitarrensoli, Fiddle- und Piano-Einlagen, und schöner Orgel im Hintergrund. "Fiona" wird sogar mit Akkordeon-Tönen veredelt, ach wie schön! Pop-Nummern wie "Watching Somebody Else Dance" und "Come Home With Me" oder das tausendfach gehörte, Stadion-Rock angehauchte "Anyone But You" sind zu verschmerzen. Oder auch nicht. Zu "Beer Drinkin Girl" und "I'm Just A Man" - no comment.
Wer auf wenig originellen, aber rockigen, kurzweiligen und damit partytauglichen New-Country steht, kann ruhig reinhören. Wer 'the real thing' in Sachen Countrymusik kennen lernen möchte, sollte lieber Dwight Yoakam bevorzugen.
Line-up:
Sean Patrick McGraw (all vocals)
John Willis (acoustic guitar, banjo, resonator guitar)
Kelly Black (electric guitar, baritone guitar)
Rob Hajacos (fiddle)
Gary Prim (piano, organ)
Jimmy Carter (bass)
Wayne Killius (drums)
Jim Hoke (accordion, harmonica, penny whistle)
Tracklist |
01:Anyone But You (2:25)
02:Rockstar (3:36)
03:Honey Do (3:31)
04:Watching Somebody Else Dance (3:57)
05:Lil' In Love (2:59)
06:Beer Drinkin Girl (3:41)
07:Come Home With Me (3:01)
08:Nuthin' Like A Saturday Night (3:25)
09:And The Good News Is (3:33)
10:Fiona (3:14)
11:Two Side To Every Song (3:16)
12:I'm Just A Man (3:28)
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