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Was kommt denn hier auf den Hörer zu?
Eine geballte Ladung Rock'n'Roll. The Neighborhood Bullys (TNB) machen solche Musik seit 2006 und damit die Clubs in sowie um Los Angeles unsicher. Da wird auch im Winter geschwitzt und getanzt.
Besonders eng kann man den Klammerblues zu "All The Way Down" tanzen. Der Beat geht fast in den Ruhezustand und Davey Meshell schraubt seine Stimme in die Höhe. Das Solo der E-Gitarre ist super und später kann man zu "Alive" nochmals schwofen. Hier spielt Danny McGough von den Deftones einen sehr gelungenen Hammond-Part.
Ansonsten gibt es ordentlich etwas auf die Lauscher.
Den Spaßfaktor hat die Band mit ihrer Musik ebenfalls gepachtet und dieser Davey Meshell hat nicht nur seinen Finger an den dicken Saiten seines Instrumentes, sondern war beim Schreiben aller Songs beteiligt.
Die Schere von namhaften Bands, mit denen TNB zu tun haben möchte, geht relativ weit auseinander. Die Rolling Stones, Kiss, Ramones, die New York Dolls oder Dr. Feelgood werden genannt.
Wie hat man es geschafft, die Produzentenikone Michael Chapman in den Sessel zu holen?
Das wird nicht näher ausgeführt. Vielleicht war es ja der unwiderstehliche R'n'R der Band, die ihn dazu brachte, im Studio die Fäden zusammenzuhalten.
Sind die elf Songs um, muss man zugeben, dass das Quartett seine Hausaufgaben zur vollen Zufriedenheit erledigt hat. Das Songwriting ist stark und man hat bei all den Verweisen auf andere Bands einen eigenen Standpunkt in Sachen Musik entwickelt.
Der Rock sitzt so eng wie Röhrenjeans.
Die Gruppe füllt jeden Quadratzentimeter aus und spielt sich gepflegt den Arsch ab. Neben riffenden Gitarren kommt eine gehöriges Quantum an Melodie dazu und Meshell macht eine starke Figur als Sänger.
Die Neighborhood Bullys entzünden mit dem ersten Track die Lunte und daran hängt ganz schön viel Dynamit. Der Vierer lässt die Propeller ordentlich rotieren und der Hörer greift zur Luftgitarre. Die Band verfügt über ausreichende Ideen und hüllt diese in eine richtige Anmacherverpackung. Die Gitarren sind omnipräsent und man macht auch reichlich Gebrauch vom fast vergessenen Pub Rock.
Die Sechssaiter braten vehement sowie eindringlich und bei allen Soloausflügen ist die Mucke richtig kompakt.
Hier und da setzt man an den richtigen Stellen Breaks beziehungsweise Rhythmuswechsel ein. Bei allem Drive, landet man bei den zahlreichen Hördurchgängen immer wieder bei den Powerballaden der Amerikaner. Tex Mosley und Michael Hays, die beiden Gitarristen, injizieren genau den richtigen Saft in die Songs und man gebraucht auch das Bottleneck.
Nur am Rande sei erwähnt, dass ich mich manchmal frage, was die Leute reitet, die die Inhaltsverzeichnisse von den Silberlingen schreiben. In meinem Player taucht als Genre Country auf. Das ist nun wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Der Dotter bleibt, wo er hingehört... völlig am Ziel vorbei geschossen.
Dem Motto des dritten Tracks, "Spin It" kann man nur folgen.
Der Neighborhood Bullys-Rock'n'Roll befindet sich in Dauerrotation. TNB bietet ausreichend Unterhaltung unter dem großen Dach des Rock, auch wenn sich das energiereiche Räderwerk nur ganz dreiunddreißig Minuten dreht.
Fast überflüssig erscheint da der Hinweis im Digipak, die Musik laut zu hören. Das passiert automatisch.
Wer frisch aufgebrühten, starken Rock haben möchte, kann sich bei den Neighborhood Bullys das nötige Kaffeemehl abholen. Ihr Album "What?" stellt keine Fragen, sondern gibt Antworten.
Line-up:
Davey Meshell (vocals, bass)
Tex Mosley (guitar)
Michael Hays (guitar)
Joey Galvan (drums)
They Also Served:
Eugene Edwards (guitar, backing vocals)
Geoff Pearlman (guitar)
Danny McGough (Hammond organ - #10)
Mike Sessa (drums)
| Tracklist |
01:Let Me Be Me (2:58)
02:I'm Bored, Let's Fight (2:57)
03:Spin It (3:30)
04:Lead With Your Lips (2:06)
05:Why I Steal (2:53)
06:All The Way Down (4:08)
07:Our Time Is Coming (2:45)
08:Sux 2 B U (2:21)
09:Go Back (To Drinking) (2:38)
10:Alive (3:51)
11:High On Life (2:59)
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Externe Links:
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