Kerri Powers / 18.10.2009, Cultureel Podium Roepaen, Ottersum (NL)
Cultureel Podium Roepaen Kerri Powers
Cultureel Podium Roepaen, Ottersum (NL)
18. Oktober 2009
Stil: Singer/Songwriter


Artikel vom 22.10.2009


Joachim 'Joe' Brookes
Kerri PowersDiese Geschichte hatten wir doch schon des Öfteren: Auch Kerri Powers wurde in der Vergangenheit von ihrem Plattenvertreiber, um es klar zu sagen, verarscht, denn der machte sich mit den Einnahmen aus dem Staub. Schwer getroffen, zog sich die Protagonistin aus dem Business zurück und widmete sich ihrer Familie.
2005 war dann das Jahr eines Neustarts und seitdem ist Powers' Welt wieder in Ordnung. So in Ordnung, dass sie auch wieder ausgiebig unterwegs ist und bei diesen Voraussetzungen durfte man wirklich auf tollen Sonntagnachmittag auf Roepaen gespannt sein. Mit "Faith In The Shadows", ihrer zu diesem Zeitpunkt aktuellen CD, macht sie in positiver Weise die Runde bei den Kritikern.
Kerri PowersDie aus einem sehr kleinen Ort in Massachusetts stammende Sängerin, Gitarristin und Komponistin sagte nach der bluesgroovenden Eigenkomposition namens "Fireworks And Cheap Repairs" über das Städtchen sinngemäß: Der aufregendste Platz dort ist die Wäscherei. Haha, wie klein muss denn diese Gemeinde sein?
Jedenfalls trumpfte die Powers mit Großformatigem auf, denn ihrem schwarzen Plektrum gönnte sie einige Pausen. Fingerpicking war angesagt und das beherrschte sie bestechend.
Schleierwolken schienen durch den Nightclub zu ziehen, als sie "Magdalene" vortrug.
Eine herrlich verträumte Nummer, die solo dargeboten an Intensität zunahm. Immer wieder eingestreute instrumentale Parts machten einen tollen Eindruck auf das Publikum.
Kerri Powers"Since I Met You Baby", einen Ivory Joe Hunter-Song widmete sie allen anwesenden »guys« und abermals erfüllte sie den Raum mit dem Blues… in atemberaubender Art und Weise.
Powers sang mit einer kraftvoll-klaren Stimme, die ab und an ins Guturale glitt. Das machte sie nur noch sympathischer.
Sie war im Country genauso zuhause wie im12-Takter. Mit allen Genrewassern gewaschen, musste zwangsläufig der Name eines ihrer Vorbilder aus dieser Sparte fallen: Hank Williams. Von "I'm So Lonesome I Could Cry" lieferte sie eine perfekte Adaptation ab. Die Anwesenden honorierten nicht nur diesen Song mit viel Beifall.
Die Amerikanerin hatte auf Roepaen überhaupt erst ihr Livedebüt in den Niederlanden.
War sie schon einmal in Deutschland?
Kerri PowersSie machte sowohl ihrem Nachnamen wie auch den ruhigeren Momenten alle Ehre.
Balladen bildeten mithin einen weiteren Schwerpunkt ihrer Musik.
"Tullulah Send A Car For Me" war die perfekte Mixtur aus Fingerpicking, Country und Blues. Sie wechselte die Atmosphäre von Wehmut sowie Traurigkeit hin zu Erfreulichem, wie andere die Hemden.
So war die eine Ballade melancholisch und die nächste, unmittelbar danach, positiv besetzt. Nur gut, dass die Protagonistin nach den Enttäuschungen der Vergangenheit den Weg zurück in die Musik gefunden hat.
Ein Highlight war bestimmt ihre Version von "To Love Sombody". Obwohl von den Gibb-Brüdern geschrieben, lehnte die Singer/Songwriterin ihre musikalische Schulter an Gram Parsons' Version.
Kerri PowersKinnlade runter... beeindruckend, wie filigran-behutsam sie mit fremden Dingen umging. Immer an der Stimmungsschraube drehend, hatte sie dann auch noch den Gospel im Schlepptau der Gefühle. Dazu bediente sie sich abermals einer Fremdkomposition, dieses Mal von den Blind Boys Of Alabama.
Diese Frau machte dem Genre Roots Music ihre Ehrerbietung in allerbester Laune sowie mit einer satten Portion Feeling und Kompetenz.
Kerri Powers'Ach ne', dachte ich und wurde schwer enttäuscht, dass dem nicht so war, als sie "Amazing Grace" ankündigte. Sie hatte als Trumpfkarte allerdings den Überraschungseffekt auf ihrer Seite, denn Powers injizierte dieser Nummer den Blues. Damit hatte sie während des Konzertes nicht das erste Mal ins Herz des Rezensenten getroffen.
Intensität, Hingabe und Herzblut... die Powers war in den gut fünfzig Minuten ihres Gigs auf Roepaen sehr überzeugend. Unmittelbar nach den letzten Tönen kam einem der Gedanke: Kerri Powers ist auch in einem Konzert in voller Länge allemal lohnenswert.
Wir bedanken uns bei Chris Tangelder vom Cultureel Podium Roepaen für die problemlose Akkreditierung.
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