Mimi Page / Breathe Me In
Breathe Me In Spielzeit: 40:07
Medium: CD
Label: Hunter Records, 2012
Stil: Electronic, Ambient

Review vom 08.05.2012


Joachim 'Joe' Brookes
Respekt! Mimi Page hat ihr Debütalbum fast im Alleingang eingespielt. Die Instrumente bannte sie in ihrem Appartement auf Band und einige ihrer lyrischen Texte hat sie in den Swinghouse Studios gesungen. Produziert wurde zusammen mit Warren Huart (unter anderem Aerosmith, James Blunt, The Fray). Page serviert uns Musik zum Nachdenken und Entspannen.
Im Informationsblatt steht, dass die Künstlerin einige Konzerte im Jahr 2012 für die Classic Rock-Dinos Jefferson Starship eröffnet. Hammer! Welch ein Kontrast. Durch den Song "New" erhielt Page eine große Aufmerksamkeit. Dieses Stück ist aber auch so etwas von sentimental. Die Musikerin muss in ihrer Wohnung alle Instrumente beiseite geräumt haben und hat sich ganz einfach ans Klavier gesetzt und in Kombination mit ihrem nachdenklichen Gesang macht die hübsche Frau einer Tori Amos echte Konkurrenz.
Das Piano ist verdammt oft mit von der Partie. Alle anderen Sounds sind wohl künstlich erzeugt worden. Genauere Angaben dazu gibt es im freundlich-hell gestalteten Booklet leider nicht. Einmal spielt Warren Huart Gitarre, fällt aber mit seinem Sechssaiter-Einsatz in "All I Need" nicht so besonders auf. Sehr wohl stößt man in den Tracks hier und da schon auf Saiten-Klänge. So zum Beispiel im Titeltrack "Breathe Me In" mit seinem Mix aus luftig vorbeiziehenden Piano-Läufen sowie Sounds aus dem fernen Osten. Überhaupt ist diese Komposition eines der Highlights auf der Platte.
Dennoch ist auch diese Nummer ein wunderschönes Stück Musik zwischen Down Tempo und Electronic-Ambiente. Man sollte vorurteilsfrei an die Titel herangehen. "Breathe Me In" ist definitiv nichts für den Rock-Fan. Man muss schon eher der künstlich erzeugten Musik zugeneigt sein, um Gefallen an Mimi Pages Ideen zu haben.
Ihre Kompositionen berühren den Hörer mit sehr zartbesaiteten Fingern. Mimi Pages Lieder sind einerseits vergleichbar mit einem sanften Hauch, anderseits bringt sie mit Percussion-Klängen vielfältiger Art auch Drive in ihre Stücke. 'Melodische Trance' würde den Nagel genau dort treffen, wo es sein muss.
Mit ihrer musikalischen Kombinationsfreude und dem wunderschönen Gesang muss man wohl etwas länger suchen, um Vergleichbares zu finden. Es gibt definitiv nicht viele Künstlerinnen/Künstler, die in der Lage sind, auf so überzeugende Weise tonale Chiffontücher durch die Luft schweben zu lassen. So machen Songtitel wie "My Vanilla Sky" oder "Phenomenon" Sinn. Sphärisch schleichen sich dahinfließende Pastelltöne ins Ohr und durch ihre Stimme öffnet die Protagonistin eh sofort jede noch so dicke Tür.
Mit ihren Songs hat Mimi Page schon in diversen Sparten-Charts auf den oberen Rängen punkten können, auch mit Liedern aus ihren Vorgänger-EPs "A Lullaby For The Lonely" (herrlicher Titel) oder "This Fire" (beide 2011) und ihre Kompositionen sind beliebte Vorlagen für den einen oder anderen Remix-Meister. Mit diesem Album wird sie ihre Zahl an Fans sicherlich erhöhen. Live geht diese Musik nicht minder packend mit einer Band über die Bühne. Ihr Gesang ist makellos schön.
Es ist ergreifend, sich von Pages Musik umgarnen zu lassen. Sie macht es einem ziemlich einfach, wenn man sich darauf einlässt. So kann man sie dann buchstäblich einatmen. "Breathe Me In" ist eine rundum gelungene Scheibe für Freunde von Electronica beziehungsweise Down Tempo.
Line-up:
Mimi Page (all instruments, vocals)
Warren Huart (guitars - #4)
Tracklist
01:My Vanilla Sky (2:45)
02:Black Valentine (3:11)
03:Colorblind (3:37)
04:All I Need (4:23)
05:New (3:17)
06:Gravity (3:06)
07:This Fire (3:18)
08:The Starving Artist (2:41)
09:Come What May (4:01)
10:Phenomenon (2:34)
11:Jigsaw (3:53)
12:Breathe Me In (3:21)
(all songs written and performed by Mimi Page, except #4 written by Mimi Page/Warren Huart)
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