Oblivious / Goons And Masters
Goons And Masters Spielzeit: 50:06
Medium: CD
Label: Transubstans Records, 2009
Stil: Stoner Rock

Review vom 25.02.2010


Joachim 'Joe' Brookes
Im Informationsblatt werden im Zusammenhang mit der schwedischen Band Oblivious die üblichen Verdächtigen genannt: »For fans of Clutch, Kyuss, Dozer or Five Horse Johnson
Ende 2003, Anfang 2004 ging es mit der Band los und seitdem hat man vier Demos auf den Markt gebracht.
Vorliegende Platte wurde sowohl in Göteborg (Bass und Drums) als auch in ihrem Heimatort Linkoping aufgenommen. "Goons And Masters" heißt das Werk und bei dem Titel wollen wir doch gleich das akustische Trennverfahren in Gang setzten. Wo sind die 'Dummen' und die 'Meister'?
Neben den weiteren im Informationsblatt genannten Bands hat man definitiv eine Gruppe vergessen.
Auf die bringt einen Oblivious von ganz alleine. Dazu muss man vom Beginn der CD an nur knappe fünf Minuten warten. Die Sache mit dem "Ego Boy" lässt den Hörer zumindest die Ohren spitzen. Rund gespielter Stoner Rock mit allen notwendigen Zutaten und ein bisschen mehr. Offensichtlich geht es Oblivious auch um ohrenfreundliche Melodien, die häufig durch hörenswerte Backing Vocals verstärkt werden. Klar, die Schweden haben ihr Hausaufgaben gemacht und verschicken Song für Song gut gefüllte Riffpäckchen.
Nun aber zur vergessenen Gruppe, die einem beim zweiten Titel am geistigen Auge vorbei rauscht. Bei den ersten Riffs aus der zweiten Nummer nimmt Oblivous das Leben zu sehr auf die leichte Schulter. Uriah Heep nannte es damals "Easy Livin'" und vorher waren auch beim Opener keine Keyboardsignale auszumachen. Die sind aber plötzlich auf dem "Throne" zu hören. Nun will ich diese Komposition in keiner Weise (bildhaft) strafend an die Wand nageln, denn der Rest ist von den 'Ahnungslosen' schon gut gemacht worden.
Bei zwei Leuten an den Gitarren kann man sich natürlich entsprechend austoben.
Böris und Sven spielen auch nach Belieben mit den Effekten, denn es bleibt zum Beispiel ausreichend Raum, um neben dem Riffing ebenso gute Klänge mit dem Wah Wah-Pedal einfließen zu lassen.
Die Schweden haben für den Hörer eine ziemlich breite Palette an Ideen parat.
So entschwindet man schon einmal in psychedelisch sphärige Höhen oder liefert Stoner Rock ohne Sicherheitsgurt, wenn Riffwogen die Freundschaft mit dem Metal nicht nur suchen, sondern auch finden.
Hey! Plötzlich ist sie aus der Versenkung wieder aufgetaucht. Gemeint ist die Orgel.
Pastoral predigt sie "Dead End Night". Die Gitarren schwenken in diesem Slowsong eher die mit Weihrauch gefüllte Räucherampel. Nein, diese mit auflodernden Parts versehene Ballade stellt nicht nur einen klasse Song ins Rampenlicht, sondern zeigt den Sänger von einer anderen Seite. Im chilligen Ambiente ist Isaks Stimme sehr sanft und er kann erstaunliche Höhen erreichen.
"Boiling Brain" treibt den letzten Dreck von der Tischplatte und groovt richtig gut.
Da legt das Quintett einen richtigen Hinhörer auf das Parkett und mit "Bide Your Time" fährt man nochmals großes Besteck auf. Dank Per am Bass gibt es schwerbeladene Rhythmik. Geschickt locker Oblivious den Track durch Intermezzi auf. Zunächst ist es ein spaciger Teil mit viel verzerrter Gitarre und dann wird kurz Isaks Gesang verfremdet.
Am Schluss kommt noch ein Schmankerl.
Die akustische Gitarre ist ziemlich lange im Einsatz. Dazu singt Isak und dann rocken die Männer den Blues so etwas von gekonnt, dass der Hörer direkt wieder Lust auf den ersten Track bekommt. "Blind Faith" macht eine überaus gute Figur auf dem Laufsteg des Stoner Rock und die hier nicht erwähnten Songs finden ebenfalls Gefallen.
Oblivious macht tolle Musik. Die Paarung aus rotzigem Rock und guten Melodien haut hin und rundum ist "Goons And Masters" eine interessante Platte in diesem Genre geworden.
Line-up:
Isak (vocals)
Sven (guitar)
Böris (guitar)
Per (bass)
Jocke (drums)
Tracklist
01:Ego Boy (4:38)
02:Throne (3:11)
03:Red Eyed Goon (6:42)
04:Master Of Time (6:24)
05:Kickin' And Screamin' (4:45)
06:Bring It On Me (5:10)
07:Dead End Night (6:57)
08:Boiling Brain (2:26)
09:Bide Your Time (4:00)
10:Blind Faith (5:53)
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