The Odysseys / Voyagers
Voyagers Spielzeit: 64:55
Medium: CD
Label: Eigenproduktion, 2009
Stil: Prog Rock/Indie Rock

Review vom 27.10.2009


Joachim 'Joe' Brookes
Gegenüber dem Debüt legt The Odysseys ganze zwanzig Minuten Musik darauf.
An einen Grand der Marke "The Myth Of Elegido" kommt keiner der neuen Tracks heran. Schon gar nicht von der Spielzeit her. Das äußerste der Gefühlswelt auf "Voyagers" sind knappe neun Minuten.
Ist die Verlängerung der Platte auch eine lohnenswerte?
Umbesetzungen hat es in der Band der 'Irrfahrt' ebenfalls gegeben: Neu an Bord sind Bryan Frigg sowie der Drummer Christopher Hummel.
The Odysseys reduzieren ihre musikalische Substanz gar auf drei Minuten. Dieses Stück nennt das neu formierte Quartett "The Reaper Or The Soul". Eine aufgeladene Halbballade mit schmachtenden Gitarren tönt aus den Boxen. Eine Sechssaitige schraubt sich kurz solierend in luftige Höhen und anfangs kommt der Gesang geflüstert. Ein epischer Song mit nicht von der Hand zu weisenden Retroanteilen.
Balladesk ist auch "Lady Of Waterloo".
Schöne Keyboards und die akustische Gitarre am Anfang des Songs weckt Erinnerungen an
Bob Dylans "Lay Lady Lay". Die Akustische zieht sich durch den gesamten Track, wird ab und an von Keyboards überlagert, taucht aber immer wieder tonangebend auf. Einen sehr verträumten Part haben die Kanadier ebenfalls eingeworfen und mit acht Minuten gehört diese Komposition zu den hundertpro Hinhörern, zumal man einen verdammt rockigen Teil eingebaut hat.
Die Keyboards klingen streckenweise nach Keith Emerson zu Emerson, Lake & Palmer-Zeiten. Einige Dutzend Kilos bringt bereits der Opener auf die Waage des Rocks. Das hört sich sehr gut an und macht Laune, die Lautstärke zu verschärfen. Ups, was hören wird denn da? Man singt etwas von 'mad world' beziehungsweise 'bad world' und die musikalische Einbettung dieses kurzen Parts klingt auch nach Talk Talk. Die E-Gitarren spielen zu einem Festival der Töne auf. Dagegen haben die Keyboards an dieser Stelle wenige Chancen, sich durchzusetzen.
Dynamik ist eine gute Karte, die The Odysseys sehr geschickt auszuspielen weiß.
Dafür soll exemplarisch der zweite Song, "Awakened In Rain" stehen. Wenn wir vorhin schon bei Erinnerungen waren, darf in diesem Umfeld eine weitere Band nicht fehlen… King Crimson. Auch hierzu finden sich Strecken der Vergleichbarkeit, die man der Gruppe allerdings nicht negativ ankreiden sollte.
Auch in "Surrealistic Painter" ist man mit der Akustischen sowie mächtigen Keyboards aktiv und den vier Musikern kann man auf keinen Fall Ideenlosigkeit vorwerfen, denn für jeden einzelnen Song hat man sich gute Arrangements ausgedacht.
Für "Placebo" hat man die Saitenklänge auf die Mandoline erweitert.
Dieses Flair gibt der Komposition eine besondere Note und insgesamt ist dieser Track durchgängig in ruhigeren Fahrwassern umtriebig. Ein leichter Ambientewechsel trägt zum Gelingen der Nummer bei.
Ein wenig Riffrock? Bitte schön, dann umgehend zu "The Freerider" switchen. Abermals gefällt der Wechsel der Tempi und The Odysseys kann auch dieses Stück auf ihrer Habenseite verbuchen. Das rockt!
Der längste Track findet sich ganz am Ende des Silberlings. Wind und Meeresrauschen stehen am Anfang und der Rausschmeißer vereint alle bisher gehörten Zutaten von "Voyagers".
Die Platte ist nicht in der Kategorie 'Neuentdeckungen' zu finden.
Dennoch darf man der vierköpfigen Band aus Toronto mit einer weiteren guten Platte ein Lob aussprechen. Live sorgt der Vierer ebenfalls für einwandfreie Unterhaltung.
Line-up:
Cortney Keywan (guitar, bass, keyboards, vocals)
Joseph Sciarrillo (guitar, bass, keyboards, vocals)
Bryan Fligg (guitar, bass, keyboards, vocals)
Christopher Hummel (drums, percussion, vocals)
Tracklist
01:Thought Police (4:06)
02:Awakened In Rain (5:45)
03:Cryptorchids (5:18)
04:Lady Of Waterloo (3:17)
05:The Last Relayer (7:52)
06:Placebo (5:23)
07:Surrrealistic Painter (7:18)
08:Coral Claw (3:54)
09:Octopusman (4:51)
10:The Freerider (5:15)
11:The Reaper Or The Soul (2:53)
12:The Ocean Crystal (8:56)
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