Pale Obsession / Songs Of Love And Death
Songs Of Love And Death Spielzeit: 13:18
Medium: EP
Label: Eigenproduktion, 2007
Stil: Melodic Dark Rock

Review vom 04.10.2007


Ralf 'Jogi' Ruhenstroth
Wenn eine junge Band ihr Glück selbst in die Hand nimmt und wohl verstanden hat, dass die Labels nicht mehr unterwegs sind, um Musiker zu entdecken und ihnen dann das finanzielle Polster für die Produktion eines Albums zu bieten, sowie die anschließenden Vorfinanzierungen einer Tour zu übernehmen, dann ist da schon ein solider Grundstein für eine möglicherweise erfolgreiche Karriere gefunden.
Pale Obsession kommen aus Luxemburg und bieten der RockTimes ihre, bereits im Jahr 2006, eingespielte EP mit dem Titel "Songs Of Love And Death" an. Prompt landet die Scheibe in meinem Briefkasten. Vier Songs präsentieren die Jungs auf dem 'Mini-Scheibchen'. Die Spielzeit von knapp 13 Minuten ist, wie zu erwarten nicht üppig, die Musik allerdings lässt einen sehr schnell mit der Zunge schnalzen.
Nicht unbedingt mein Spezialgebiet, doch man denke sich HIM in einer modernen Ausführung, die frühen U2, allerdings ohne das vollkommen überdrehte Delay der Gitarre von The Edge und dem signifikanten Gesang eines Bono in deren Track "New Years Day", oder aber auch die US-Amerikaner von Red, wobei Pale Obsession zwar mit zwei Gitarren spielen, aber die Sounds nicht ganz so brachial braten. Deswegen handelt es sich auch nicht um Metal, die Band wird mit der von uns verordneten Stilrichtung leben können.
Damit kommen wir auch schon zu den wirklich sehr guten Aspekten der Gruppe:
Die getätigten Aufnahmen in den WPA-Studios im heimischen Luxemburg kommen klar, deutlich und druckvoll aus den Boxen und lassen keinen Zweifel an einer vorhandenen Professionalität aufkommen. Die knackigen Gitarrenriffs werden in "Between The Shades" durch tolle Pianoklänge ergänzt, welche die Sounds düster und betroffen machen. Das gesamte Stimmungsbild wird hervorragend durch die Stimme von Joe May und den grollenden Bässen von Christophe Groben ergänzt. Das ändert sich auch nicht im folgenden "The Lovers Die", wobei sich das Tempo etwas verlangsamt. Die Sounddichte variiert, was besonders durch die einsetzenden Gitarren unterstrichen wird. Der Synthie glänzt mit seinen experimentellen Klängen. Einen Ausfall unter den vier Tracks finde ich nicht. Alle Songs bewegen sich auf einem einheitlich gutem Niveau.
Auf der MySpace-Seite der Band habe ich erfahren, dass Pale Obsession derzeit einen neuen Schlagzeuger suchen, weiß allerdings nichts über die Hintergründe. Dem mitgelieferten Begleitmaterial ist zu entnehmen, dass die Formation in ihrem Heimatland bereits in die Charts vorstoßen konnte und auch schon ansprechende Festivals gespielt hat. Nun bleibt abzuwarten, ob der überregionale Vorstoß von Erfolg gekrönt sein wird. Ich empfehle, unbedingt reinzuhören und Fans des genannten Genres bekommen hier eine echte Alternative geboten. Es wird also Zeit für ein komplettes Album, aber ich warne davor, uns eine Scheibe mit zehn oder mehr, ähnlich klingenden Songs zu präsentieren. Etwas mehr Innovation wird gefordert sein, wenn diese Art von Musik schon keinen Raum für ein ansprechendes Gitarren-Solo bietet.

Bis zum heutigen Zeitpunkt: Respekt!!!!
Line-up:
Joe May (vocals)
Christian Krier (keyboards)
Luc Coljon (guitars)
Fred Brever (guitars)
Eric Spada (drums)
Christophe Groben (bass)
Tracklist
01:Between The Shades (3:27)
02:The Lovers Die (3:04)
03:Kiss The Sky (3:30)
04:Tomorrow Must Be More (3:05)
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