Manchmal sagt ein kurzer Albumtitel mehr über die vergangenen vierzehn Jahre aus, als ein ganzer Wortschwall. 'Von der Bildfläche verschwunden'... seit dem Debütalbum aus dem Jahr 2000 waren nicht mehr viele neue Töne von Panic Station zu hören - vermutlich, weil sich die ursprünglich in Marburg beheimatete Band (nach dem Studium?) in alle Winde verstreut hat. Seit Beginn in unveränderter Besetzung spielend, liegt nun endlich ihr Zweitling zur Besprechung vor.
Stilistisch lässt sich das, was
Panic Station mit "Vanishing Fromt The Scene" präsentiert, nicht eindeutig zuordnen. Irgendwie drängt sich mir die Parallele zu
Faithful Breath auf. Der intelligente Progressive Rock von deren "Back On My Hill" lässt sich ebenso ausmachen wie der Hard Rock von
Rock Lions. Und auch bei
Panic Station gefallen mir persönlich die Art Rock-Anteile wesentlich besser als die sehr direkten Hard-Rocker. Obwohl - das muss ich zugestehen - gerade in "Runaway" und "TORK" das Reibeisen-Organ von Sänger
Matthias Ibe vorteilhafter zur Geltung kommt. Der Opener "On The Rocks" stellt mit seinen mal griffigen, mal atmosphärischen Passagen quasi das Scharnier, das verbindende Glied zwischen den beiden Stilrichtungen dar.
Glanzstück von "Vanishing Fromt The Scene" sind die drei Longtracks, feinfühlig und -gliedrig ausdifferenziert dargeboten. "Mortal Remains" spielt dabei ansprechend mit prog-metallischen Elementen, die sich perfekt in den vorherrschenden Art Rock integrieren. Mit "TORK" gibt es ein Wiederhören mit diesem Stilmittel, allerdings ist dieser Song viel kompakter und auch rockiger.
"In The Maze" beginnt als ganz zauberhafte Pianoballade, die sich nach gut einer Minute pulsierend, immer wieder von treibenden Synthesizerfanfaren angefeuert, in einen formidablen Prog-Rocker steigert. Nicht nur hier überragen das filigrane Keyboard- und das energiegeladene Gitarrenspiel. Dagegen kann
Matthias Ibes eher rockorientierte Stimme gerade in solchen komplexen Songs nicht immer mithalten. Es fehlt etwas an der Variabilität, gerade in höheren Lagen klingt sie etwas angestrengt-gepresst.
Die 'Königsetappe' von "Vanishing From The Scene" bildet das zwölfeinhalbminütige "Descent", das sich nahtlos in Neo Prog-Klassiker der Marken
Marillion oder
Porcupine Tree einzureihen vermag. Auch wird erneut munter zwischen stimmungsvollen und fordernden Passagen mäandert, wobei sich hier atmosphärische Synthesizer- und energische Gitarrensoli sowie die temperamentvoll agierende Rhythmusfraktion herausragend präsentieren können.