Patti Parks spielte Cello als sie an der Community Music School war und mit sechzehn Jahren im Cheektowaga Symphony Orchestra spielte. Bereits ein Jahr später sang sie in Guy Nirellis Band Good Life. Nachdem die Protagonistin in einigen anderen Gruppen sang, trafen sich die beiden Künstler 2003 wieder und gründeten die Patti Parks Band. Zunächst als Quintett aktiv wuchs die Formation zu einem Line-up von neun Musikern an, unter anderem mit The West Side Horns. Patti Parks & Co. heimsten einige Preise ein. So gewann man 2006 die Memphis Bound Competition und sie spielte bereits zum Beispiel mit Tas Cru, Billy McEwen, Barbara Sinclair oder Johnny Soul zusammen. In der Vergangenheit eröffnete sie Konzerte für Mark Farner, Grand Funk Railroad, Kelly Hunt oder Jimmy Thackery und anderen. 2012 sowie 2013 war sie die beste weibliche Sängerin bei den Buffalo Music Awards.
Mit einem äußerlich nicht gerade prickelnden Coverfoto müssen bei den neun Songs von "Cheat'n Man" und einer guten halben Stunden Gesamtspielzeit definitiv die inneren Wert der CD punkten. Da kommt der Blues-Fan aber voll auf seine Kosten. Zunächst einmal zeigt die Künstlerin ihre Klasse beim Songwriting. Sie hat nicht eine Fremdkomposition im Köcher und kann darüber hinaus mit einer hervorragenden Stimme, einer tollen Mischung aus Soul sowie R&B überzeugen.
Außerdem hat Patti Parks eine beeindruckende Band hinter sich. Jeder der Musiker hat große Qualitäten und die Summe daraus ist durchaus etwas mehr als man vom Rechenschieber her meinen sollte. Die Gitarristen John Riggi und Charles Buffamanti machen eine beeindruckende Figur an den sechs Saiten, ganz gleich ob rockend oder sanft. Wenn auf der vorliegenden Platte alleine in fünf Tracks bis zu vier Bläser aktiv sind, dann weiß der Hörer spätestens bei diesen Nummern, woher der Wind weht.
Groove, Shuffle und rockige Rhythmik sind auf der Scheibe bestens verteilt und symbolisch darf man bei der herzzerreißenden Ballade "Mama" das Taschentuch ziehen. Die Streicherklänge sind genau richtig temperiert und viel besser bekommt man eine Soul-Ode an die Mutter, wie immer auch das Verhältnis zu ihr sein mag, wohl nicht hin. Kompliment! Klasse!
Tief im Blues verwurzelt sind auf "Cheat'n Man" viele Songs. Ausläufer in Richtung Soul und R&B sind von Erfolg gekrönt und es ist wohl einem Gerry Youngman (Trompete) zu verdanken, dass es die eine oder andere überzeugenden Jazz-Patina in den Tracks gibt. Neben den Gitarristen ist Guy Nirelli die Klang-Kreativität in Person. Er ist ein prägender Musiker in der Gruppe und kann auch auf seine Tätigkeit als Produzent stolz sein.
"It Ain't Right" beginnt besinnlich groovend und entwickelt sich im Laufe der über fünf Minuten Spielzeit zu einem gigantischen Track. Carol Ann Swifts Pianospiel ist die schöne Überleitung zwischen Guy Nirellis Orgel und einem ab der Mitte deutlicher einsetzenden Charles Buffamanti. Hammer, wie der seine Emotionen auf den sechs Saiten seiner E-Gitarre lautstark zum Ausdruck bringt. Heiß, einfach heiß, was er da spielt. Dem steht Patti Parks mit ihrem Gesang allerdings in Nichts nach. Highlight!
Die jazzige Auslage findet ihren Höhepunkt in "Everyday", einem Lied, das über eine herrliche Lounge-Atmosphäre verfügt und abermals die Pianistin Carol Ann Swift in den Vordergrund stellt.
Trotz der relativ großen Zahl an Musikern, die auf dieser Platte mitgemacht haben, ist "Cheat'n Man" eine runde Sache geworden. Anscheinend hat die Künstlerin mit ihrer Band in Mooney's Bar & Grill und dem Blues Thursday eine regelmäßige Session am Start. Patti Parks ist eine hervorragende Sängerin und man wünscht sich, mal ein Konzert von ihr mitzuerleben.
Line-up:
Patti Parks (vocals)
Guy Nirelli (organ - #1-4,6-9)
Nick Veltri (bass - #1,3,6-9)
John Riggi (guitar - #2,8,9)
Pete Holguin (drums - #1,4,7, background vocals - #3)
Gerry Yougman (trumpet - #1,2,8,9)
Nick Salamone (tenor saxophone - #1,2,8,9)
Paul Vanacore (baritone saxophone - #1,2,6,8,9)
Extra Players:
Charles Buffamanti (guitar - #1,3,4,6,7)
Carol Ann Swift (piano - #1,3,4,7)
Ken Kaufman (piano - #5)
Jimmy Eingher (piano - #2,8,9)
Bob Miers (trombone - #1,8,9)
Bobby Serette (tenor saxophone - #6)
Bob Ambrusko (bass - #2,6)
Gerry Livingston (bass - #5)
Gary Mallaber (drums - #8)
Mike Phelps (drums - #3,9)
Ray Hangen (drums - #2)
Rich Ray (drums - #6)
Carl 'Flute' Johnson (drums - #5)
Sam Guarino (background vocals - 3)
Carol Ann Swist (background vocals - #3)
| Tracklist |
01:Baby Don't You Know (2:39)
02:Happy You're Mine (3:36)
03:Back Off (3:05)
04:It Ain't Right (5:10)
05:Mama (4:10)
06:Cheat'n Man (5:03)
07:Everyday (2:54)
08:What I Had To Be (3:00)
09:Whatcha Gonna Do (4:10)
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Externe Links:
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